Ziel ist es demnach, die Kosten bei Volumenmarken wie Fiat, Opel und Peugeot zu senken und wettbewerbsfähigere Elektrofahrzeuge anbieten zu können.
Konkret wird eine Ausweitung des bestehenden Joint Ventures erwogen. Dieses war 2023 gegründet worden, nachdem Stellantis rund 20 Prozent an Leapmotor für rund 1,5 Milliarden Euro übernommen hatte. Das Gemeinschaftsunternehmen Leapmotor International, an dem Stellantis 51 Prozent und Leapmotor 49 Prozent halten, verantwortet bislang Vertrieb und Produktion von Leapmotor-Fahrzeugen außerhalb Chinas. Entwicklung, Plattformtechnik und die gesamte Technologie verbleiben jedoch beim chinesischen Hersteller.
Kooperation besteht bereits
In Europa vertreibt Stellantis bereits Modelle wie den C10 über das eigene Händlernetz. Außerdem ist geplant, ab 2026 den Leapmotor B10 in einem Werk im spanischen Zaragoza zu produzieren. Bislang beschränkt sich die Kooperation lediglich auf Vermarktung und Produktion. Ein Zugriff von Stellantis auf Fahrzeugarchitekturen oder elektrische Antriebssysteme von Leapmotor ist bislang nicht Teil der Kooperations-Vereinbarung.
Genau das könnte sich nun ändern. Die Prüfung befindet sich laut Insidern in einem frühen Stadium, mit einer möglichen Einigung bis Ende 2026. Der Ausgang ist ungewiss, und selbst bei einem Erfolg wären rechtliche Fragen zu klären, etwa Datenschutzanforderungen oder US-Beschränkungen für vernetzte Fahrzeuge mit chinesischer Technik.
Sollte Stellantis tatsächlich auf Plattformen, Software oder elektrische Antriebstechnik von Leapmotor zurückgreifen, wäre das ein Novum: Erstmals würde ein großer westlicher Hersteller Fahrzeugarchitekturen eines chinesischen Partners für Modelle in Europa nutzen. Bisherige Kooperationen, zum Beispiel zwischen Volkswagen und Xpeng oder die Zusammenarbeit von Audi mit SAIC Motor, konzentrieren sich auf den chinesischen Markt.
Viele Möglichkeiten
Unklar ist, wie weit der Technologietransfer ginge. Denkbar wäre die Integration einzelner Komponenten wie Elektromotoren, Batteriemodule oder Steuergeräte in bestehende Stellantis-Plattformen. Ebenso möglich wäre die Nutzung kompletter Leapmotor-Architekturen als Basis für eigenständige Modelle europäischer Marken. Auch Varianten unter anderem Markennamen, also klassisches Badge Engineering, wären denkbar.
Hintergrund der Überlegungen ist der zunehmende Kostendruck im europäischen Elektroautomarkt. Chinesische Hersteller wie BYD oder MG positionieren ihre Fahrzeuge preislich deutlich unter vielen europäischen Wettbewerbern. Gleichzeitig sehen sich die Volumenhersteller in Europa mit hohen Entwicklungskosten und einer verhaltenen Nachfrage speziell nach höherpreisigen Elektroautos konfrontiert.
Wettbewerbsfähige Technik
Leapmotor gilt als technologisch wettbewerbsfähig, besonders bei Batterien und Antriebssystemen. Ob und wie Stellantis diese Technologie nutzt, bleibt offen. Klar ist, dass die Gespräche laufen und mehr als nur Vertrieb und Montage von Leapmotor-Modellen umfassen. Es geht darum, ob chinesische Technik das Fundament für europäische Stellantis-Modelle bilden könnte.












