Innerhalb eines Jahres fiel der Gewinn von 5,64 Milliarden Euro auf nur noch 413 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 92,7 Prozent. Damit verlor der Sportwagenhersteller den größten Teil seiner bisherigen Gewinnstärke. Auch die operative Umsatzrendite sank deutlich. Nach 14,1 Prozent im Jahr 2024 lag sie im Jahr 2025 nur noch bei 1,1 Prozent.
Neben dem Ergebnis gingen auch Umsatz und Absatz zurück. Allerdings fällt der Rückgang in diesen Bereichen deutlich geringer aus als beim Gewinn.
Umsatz und Auslieferungen rückläufig, Stellenabbau
Der Konzernumsatz sank im Jahr 2025 auf 36,27 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte Porsche noch 40,08 Milliarden Euro umgesetzt. Das entspricht einem Rückgang um 9,5 Prozent. Auch bei den Auslieferungen verzeichnete der Hersteller ein Minus. Weltweit wurden 279.449 Fahrzeuge an Kunden übergeben. Im Jahr 2024 waren es noch 310.718 gewesen. Damit ging der Absatz um 10,1 Prozent zurück.
Der Rückgang bei den Auslieferungen spiegelt die schwierigere Marktlage wider, insbesondere in wichtigen Regionen wie China. Dort steht das Luxussegment zunehmend unter Druck, während gleichzeitig der Wettbewerb im Premiumbereich stärker wird. Auch die Anpassungen im Modellportfolio sowie der Übergang zu neuen Antriebsstrategien beeinflussten die Absatzentwicklung im vergangenen Jahr.
Parallel dazu hat Porsche im Zuge der strategischen Neuaufstellung auch einen Stellenabbau angekündigt. Bis zum Jahr 2029 sollen rund 1.900 Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen. Das Unternehmen will den Abbau über natürliche Fluktuation, auslaufende befristete Verträge sowie Altersteilzeitprogramme umsetzen. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach Angaben des Unternehmens nicht vorgesehen. Insgesamt plant die Porsche-Mutter Volkswagen bis 50.000 Stellen im Konzern abzubauen.
Der Einbruch beim operativen Ergebnis fällt damit deutlich stärker aus als der Rückgang bei Umsatz oder Absatz.
Milliardenbelastungen drücken das Ergebnis
Nach Angaben des Unternehmens wurde das Ergebnis 2025 durch außergewöhnlich hohe Sonderaufwendungen belastet. Insgesamt summierten sich diese auf rund 3,9 Milliarden Euro.
Ein großer Teil entfiel auf Maßnahmen zur strategischen Neuausrichtung des Unternehmens. Hinzu kamen zusätzliche Aufwendungen aus Batterieaktivitäten sowie Belastungen durch Importzölle in den USA. Auch andere wichtige Finanzkennzahlen entwickelten sich deutlich schwächer.
Der Netto-Cashflow im Automobilgeschäft lag 2025 bei 1,51 Milliarden Euro und damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 3,73 Milliarden Euro. Gleichzeitig stieg der Anteil rein batterieelektrischer Fahrzeuge am Absatz auf 22,2 Prozent.
Neue Modelle und Produktstrategie
Parallel zur wirtschaftlichen Neuaufstellung setzt Porsche weiterhin auf neue Modellvarianten. Im Jahr 2025 stellte der Hersteller unter anderem ein neues Top-Derivat der 911-Baureihe vor. Der Porsche 911 Turbo S erhielt erstmals einen Bi-Turbo-Antrieb mit T-Hybrid-Technologie und wurde damit zum bislang stärksten Serienmodell der Baureihe.
Außerdem präsentierte Porsche den vollelektrischen Porsche Cayenne Electric. Das Modell ergänzt die bestehende Baureihe mit Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Varianten. Porsche verfolgt damit weiterhin eine Strategie mit mehreren Antriebsarten parallel im Programm. Auch für das Jahr 2026 kündigte das Unternehmen weitere neue Derivate an, mit denen das Modellportfolio erweitert werden soll.
Kosten der Antriebswende wirken sich aus
Ein weiterer Faktor für das schwache Ergebnis liegt in den hohen Entwicklungsaufwendungen für neue Antriebstechnologien. Porsche investiert parallel in mehrere Antriebskonzepte.
Neben klassischen Verbrennungsmotoren werden Plug-in-Hybride und vollelektrische Modelle weiterentwickelt. Diese parallelen Entwicklungsprogramme erhöhen die Kostenbasis erheblich. Hinzu kommt, dass einzelne Projekte angepasst wurden. So arbeitet Porsche neben elektrischen Modellen auch an neuen Verbrennerkonzepten, was zusätzliche Entwicklungsaufwendungen verursacht.
Nachfrage im Luxussegment unter Druck
Auch das Marktumfeld hat sich verändert. Besonders in China steht das Luxussegment unter zunehmendem Druck. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb im Bereich elektrischer Fahrzeuge.
Für Hersteller im Sportwagensegment entsteht dadurch eine besondere Situation. Während hohe Investitionen in Elektromobilität notwendig sind, entwickelt sich die Nachfrage in diesem Segment teilweise langsamer als erwartet.
Prognose für 2026
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Porsche weiterhin schwierige Rahmenbedingungen. Insbesondere geopolitische Unsicherheiten und der Wettbewerb im Elektromarkt gelten als zentrale Risiken.
Gleichzeitig rechnet das Unternehmen mit einer Verbesserung der Profitabilität. Die operative Umsatzrendite soll nach Unternehmensangaben wieder zwischen 5,5 und 7,5 Prozent liegen. Beim Umsatz erwartet Porsche für 2026 Erlöse im Bereich von rund 35 bis 36 Milliarden Euro.












