VW greift bei Dienstwagen durch: Schluss mit Premium-Wäsche, Teuer-Sprit und Auto-Verleih

VW greift bei Dienstwagen durch
Schluss mit Premium-Wäsche, Teuer-Sprit und Auto-Verleih

ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.04.2026
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Foto: Bloomberg via Getty Images

Die Anpassungen betreffen unter anderem Tanken, Fahrzeugpflege und die Weitergabe von Fahrzeugen. In dem Schreiben heißt es, die Änderungen erfolgten "unter anderem vor dem Hintergrund gestiegener Kosten bei Fahrzeugpflege und Kraftstoffen sowie zur Klarstellung des Geschäftszwecks und zur Vermeidung von Nutzungsmustern, die nicht dem Regelungszweck entsprechen". Diese interne Information liegt "Elektroauto-News" vor. auto-motor-und-sport.de hat VW um eine Stellungnahme gebeten.

Konkrete Fälle als Auslöser der neuen Regeln

Nach internen Angaben wurden zuletzt mehrere Auffälligkeiten festgestellt, die nicht den Dienstwagen-Vorgaben entsprechen. Dazu gehören unter anderem die Weitergabe von Dienstwagen für private Reisen, eine dauerhafte Nutzung durch andere berechtigte Personen sowie der Einsatz von Tankkarten durch Dritte.

Auch bei den laufenden Kosten sieht der Konzern Probleme. In dem Schreiben werden vor allem der häufige Griff zu teureren Premiumkraftstoffen sowie auffällig viele und kostspielige Fahrzeugwäschen genannt.

Diese Änderungen gelten ab Juni

  • Nutzung leistungsstarker Modelle wird eingeschränkt
    GTI-, GTX- und R-Modelle dürfen von Personen unter 23 Jahren nur noch gemeinsam mit dem Berechtigten genutzt werden
  • Fahrzeugpflege wird begrenzt
    Maximal vier Außenwäschen pro Monat, keine Premiumwäschen über 17 Euro und keine Mehrfachkarten
  • Tanken wird klar geregelt
    Erlaubt sind nur die im Fahrzeug vorgesehenen Standardkraftstoffe wie Super E10 oder Diesel
  • Tank- und Ladekarten werden personengebunden
    Eine Weitergabe der Charge&Fuel Card ist nicht zulässig
  • Nutzung durch Dritte wird eingeschränkt
    Das Fahrzeug steht primär dem Berechtigten zur Verfügung, eine dauerhafte Nutzung durch andere ist ausgeschlossen

Interne Tankstellen werden geschlossen

Eine weitere Änderung betrifft die bisherige Versorgung über Werktankstellen. Diese wird eingestellt. In der Mitteilung heißt es laut "Elektroauto-News", "das interne Betanken von Geschäftsfahrzeugen an den Werktankstellen künftig nicht mehr zulässig ist". Die Anlagen würden abgeschaltet oder künftig ausschließlich für den internen Werkverkehr genutzt.

Auch externe Werktankstellen wie in Braunschweig werden für Dienstwagen geschlossen. Gleichzeitig entfällt die Tankfunktion über den Werkausweis.

Kostenkontrolle und Elektromobilität im Fokus

Der Konzern benennt die wirtschaftlichen Gründe offen. "Aus Kostengründen werden die internen Werktankstellen abgeschaltet beziehungsweise stehen künftig ausschließlich für den internen Werkverkehr zur Verfügung", heißt es. Ziel sei es, die Ausgaben zu steuern.

Gleichzeitig soll der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge steigen. Die neuen Regelungen sind so angelegt, dass das Laden und Tanken künftig einheitlich über die Charge&Fuel Card abgewickelt wird. Das Unternehmen formuliert dazu intern, "der Ausbau der elektrifizierten Geschäftsfahrzeugflotte wird weiter gefördert".

Am Ende der Mitteilung wird eine mögliche weitere Verschärfung nicht ausgeschlossen. "Das Nutzerverhalten sowie die aktuellen Pauschalen werden regelmäßig überprüft. Bei weiter steigenden Kraftstoffkosten und weiterhin steigender Anspannung im Rahmen der Kostensituation im Unternehmen behalten wir uns weitere Anpassungen vor."

Fazit