Audi A6 Etron Avant Audi / Tobias Sagmeister
Audi A6 Etron Avant
Audi A6 Etron Avant
Audi A6 Etron Avant
Audi A6 Etron Avant 33 Bilder

Audi A6 Etron Avant: großer Elektrokombi

Audi A6 E-Tron Avant (2024) Großer Elektro-Kombi mit Heck- und Allradantrieb

A6 uund A6 Avant mit Verbrenner kriegen einen Nachfolger, aber parallel bringt Audi bringt seinen Oberklasse-Kombi 2024 mit E-Antrieb. Wir konnten uns das entsprechende Concept Car A6 E-Tron Avant schon mal ansehen.

Der A6 als Audi-100-Erbe ist so was wie ein Klassiker der Ingolstädter – und ein Bestseller mit guter Marge, der seit Jahren großen Anteil an den Gewinnen der VW-Premium-Marke hat. Insofern ist die Zukunft des A6 besonders wichtig. Die letzte neue Baureihe von Audi mit Benziner oder Diesel an Bord soll 2026 debütieren und wird ein SUV sein. Aber der Nachfolger der aktuellen A6-Generation C8 ist schon 2025 fällig und wird drum noch einmal mit Verbrennungsmotoren an den Start gehen. Schon 2024 soll dazu der A6 auch als E-Tron anrollen. Den 2021 gezeigten A6 E-Tron Concept bezeichnet Audi als Sportback, ein echter Viertürer dürfte vor allem für den chinesischen Markt folgen. 2024 will Audi aber zum Sportback, der eher wie ein Stufenheck aussieht, auch den Avant auf den Markt bringen. Die Ingolstädter bauen seit 45 Jahren Avant-Modelle – jetzt kommt die erste rein elektrisch angetriebene Version. Den Elektro-Kombi (A6 E-Tron Avant) gibt es, wie den Sportback, mit Heck- und Allradantrieb. Das gezeigte Modell ist laut Audi zu 98 Prozent Serie.

Niedriger Luftwiderstand

Der A6 E-Tron Avant hat zwar einen deutlich größeren Kofferraum als die Sportback genannte Limousine, aber die Außenabmessungen sind mit 4,96 Meter Länge, 1,96 Meter Breite und 1,44 Meter Höhe identisch. Und auch beim aerodynamischen Feinschliff sind die beiden Karosserievarianten dicht beieinander: Während der Sportback mit einem sehr guten Luftwiderstandsbeiwert in Höhe von 0,22 durch den Wind schlüpft, kommt der Kombi auf 0,24.

Audi A6 Etron Avant
Audi / Tobias Sagmeister
Der Dachkantenspoiler ist durchströmt.

Hochauflösendes Matrixlicht

Der große Single-Frame-Grill des A6 Avant ist geschlossen, die für die Kühlung der Batterie und der Motoren nötige Frischluft kommt durch unter dem Grill angeordnete Öffnungen ins Fahrzeug. Die mit OLED-Technik arbeitenden Matrix-LED-Scheinwerfer arbeiten mit einer so hohen Auflösung, dass sie mehr noch als beim aktuellen Digital Matrix Light nachts Videospiele oder Filme an eine Wand projizieren können – für eine Projektion bei Tageslicht reicht die Helligkeit noch nicht aus. Seitlich angebrachte LED-Projektoren können beim Öffnen der Türen individuelle Lichtsignaturen auf den Boden projizieren, aber auch Warnungen für beispielsweise Radfahrer, dass die Tür gerade offen steht.

Audi A6 Etron Avant
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Das Dach senkt sich in sanftem Schwung nach hinten ab.

Sanft geschwungenes Dach

Das Kombidach fällt mit einem sanften Schwung nach hinten ab und endet in einem durchströmten Dachkanten-Spoiler. Beim Showcar gehen die Seitendachverkleidungen in den Spoiler über – sämtliche Teile bestehen aus Aluminium. Beim späteren Serienauto könnte diese Ausstattung in der Optionsliste auftauchen. Ebenfalls optional sind die Kamera-Außenspiegel. Wer lieber klassische Spiegel haben möchte, bekommt die also weiterhin, zumal in Ländern wie den USA kamerabasierte Außenspiegel noch nicht zugelassen sind.

Audi A6 Etron Avant
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Die Batterie lässt sich mit einer Leistung von bis zu 270 Kilowatt laden.

Reine Elektroauto-Plattform

Als Basis dient dem A6 E-Tron Avant Audis neue PPE-Plattform (PPE: Premium Plattform Electric). Diese Architektur hat Audi gemeinsam mit Porsche entwickelt – sie ist ausschließlich für rein elektrische Antriebe gedacht. Sie ist, wie die meisten modernen Elektroautoplattformen, als Skateboard-Plattform ausgeführt, die zwischen den Achsen eine große Batterie trägt. Dabei sind der Radstand und die Batteriegrößen skalierbar. Das kleinste PPE-Auto wird in Zukunft der A4 E-Tron sein, dessen Name noch gar nicht offiziell ist und den Audi nach dem A6 E-Tron vorstellen wird – er könnte denn einen demnächst zu erwartenden neuen Verbrenner-A4 ergänzen. Als erstes Audi PPE-Auto kommt der Q6 E-Tron (als elektrischer Q5) auf den Markt, kurz vorher dürfte schon der technisch eng mit dem Q6 verwandte Porsche Macan anrollen. Q6/Macan oder A4 und A6: Die Plattform ist sowohl für SUV als auch für niedriger bauende Fahrzeuge geeignet – Audi spricht hier von Hoch- und Flachboden-Modellen.

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Audi / Tobias Sagmeister
Mit einer Akkuladung soll der A6 E-Tron Avant von Hamburg bis zum Audi-Hauptquartier nach Ingolstadt kommen.

Verbrenner auch auf neuer Plattform

Der neue A6 mit Verbrennungsmotor basiert dann auf einer Weiterentwicklung der aktuellen MLB-Plattform (MLB: Modularer Längsbaukasten), wobei sich mit der Weiterentwicklung auch der Name ändert. Den neuen Namen hat Audi allerdings noch nicht bekanntgegeben. Vor allen Dingen für Länder gedacht, in denen die Elektroauto-Infrastruktur noch nicht so weit entwickelt ist, bietet Audi den neuen Verbrenner-A6 dann aber auch in Deutschland an.

Audi A6 Etron Avant
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Auch die PPE ist eine Skateboard-Plattform, bei der die große flache Batterie zwischen den Achsen positioniert ist.

Luftfederung bei höheren Ausstattungen

Das jetzt vorgestellte A6 E-Tron Avant Showcar ist mit einer höhenverstellbaren Luftfederung ausgestattet. Diese Technik dürfte Teil von höheren Ausstattungslinien sein – die Basisvariante ist mit großer Wahrscheinlichkeit mit einer Stahlfederung ausgerüstet. Eine Anhängerkupplung verspricht Audi genauso wie eine Frunk (vorderer Kofferraum). Vorn übernimmt eine speziell für Elektro-Autos optimierte Fünflenker-Achse die Radführung, hinten arbeitet ein Mehrlenkersystem.

Audi A6 Etron Avant
Audi / Tobias Sagmeister
Rechts ist der Anschluss für das Laden mit Wechselstrom, rechts befindet sich der Gleichstrom-Anschluss.

Allrad- oder Heckantrieb

Beim A6 E-Tron Avant sorgt entweder je ein Motor an Vorder- und Hinterachse für Vortrieb – dann ist der Kombi mit Allradantrieb unterwegs, oder es gibt nur einen im Heck untergebrachten Motor, der dann die Hinterachse antreibt. Den elektrischen A6 wird es also auch mit einem für Audi bisher untypischen Heckantrieb geben. Mit beiden Motoren ausgerüstet, beträgt die Systemleistung des Antriebsstrangs 350 kW (476 PS) und als Systemdrehmoment liegen 800 Newtonmeter elektroautotypisch bereits im Stand an. Fraglich ist, ob Audi es bei einem künftigen RS6 E-Tron Avant bei dieser ohnehin hohen Leistung belässt, oder ob die Ingenieure dafür die Triebwerkskombination weiter kräftigen.

Audi A6 Etron Avant/A6 Etron Sportback
Audi / Tobias Sagmeister
Mit dem Avant (rechts) hält Audi in der oberen Mittelklasse an der Kombi-Karosserieform fest - links im Bild steht die Sportback genannte Limousine.

Unter vier Sekunden auf 100 km/h, Marktstart 2024

Zu den Fahrdaten des A6 E-Tron Avant gibt es noch nicht viele Informationen. Die Basisvariante soll in unter sieben Sekunden auf Tempo 100 sprinten, die Allradversion mit 350 kW soll den Referenzsprint in weniger als vier Sekunden schaffen.

Wahrscheinlich gibt es verschiedene Batteriegrößen, aber ein Modell mit einer Kapazität von 100 Kilowatt ist bereits angekündigt. Damit soll der Kombi bis zu 700 Kilometer weit kommen. Der Akku arbeitet mit 800 Volt und verträgt eine Ladeleistung von bis zu 270 kW – in unter 25 Minuten soll sich der 100-Kilowattstunden-Akku damit von fünf auf 80 Prozent laden lassen. Zehn Minuten Ladezeit sollen für 300 Kilometer Reichweite reichen.

Auf den Markt kommt der neue Audi A6 E-Tron im ersten Quartal 2024; zu den Preisen will Audi noch nichts sagen, auch nicht, ob sie über oder unter denen des Verbrennermodells liegen. Angesichts der E-Auto-typisch hohen Leistungen dürfte der Einstieg in die elektrische Avant-Welt aber teurer werden als der günstigste A6 Avant mit Verbrenner.

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Fazit

Audi gibt mit dem A6 E-Tron Avant dem klassischen Kombi auch im anbrechenden Elektroautozeitalter eine Chance. Das dürfte insbesondere deutsche Kunden freuen, die seit jeher zu den treuesten Kombi-Käufern gehören.

Der A6 E-Tron Avant folgt in der Machart dem Muster der Verbrenner-Welt und gleicht bis zur B-Säule stark dem Stufenheckmodell (Sportback). Und er könnte die praktischen Talente seiner Karosserieform in der gehobenen Mittelklasse mit alltagstauglicher Elektromobilität verbinden: Eine maximale Reichweite von 700 Kilometern und das Nachladen von 300 Kilometern Reichweite innerhalb von zehn Minuten stimmen zuversichtlich.

Für alle, die neuen Elektroautos noch nicht so ganz trauen und/oder zu deren Nutzungsprofil noch kein rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug passt, gibt es einen neuen A6 Avant mit Verbrennungsmotor. Das Auto basiert dann auf einer vollkommen anderen Plattform als das Elektromodell.

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