Fiat 500e Dreitürer Fiat
Fiat 500 Elektroversion
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Fiat 500e Dreitürer 13 Bilder

Der neue Fiat 500 e

Elektro-Kleinwagen zum Benziner-Preis

Mit kleinem Akku und großer Prämie kostet der neue 500e so wie der Alte – etwa 14.000 Euro. Die Reichweite beträgt dann aber nur 180 Kilometer. Gegen Aufpreis gibt's 320 Kilometer und eine dritte Tür oder ein Rolldach.

Ende Oktober 2020 gab Fiat die letzten Details zum neuen 500 bekannt. Er heißt tatsächlich wie der alte – fast, denn das Neue wird Teil seines Namens, auf Italienisch heißt er jetzt "Nuovo Cinquecento", auf Deutsch muss der Artikel dazu – "Der neue Fiat 500". Das hört sich aber halt nicht nach neuem Namen an.

Noch dazu findet der wichtigste Unterschied zum Alten nur in der letzten Null der 500 Erwähnung – da lässt sich ein "e" erkennen: Der neue Fiat 500 ist ein rein elektrisch angetriebener Kleinwagen und mithin ein komplett neues Auto auf einer komplett neuen Plattform. Sie macht den neuen Fiat 500 sechs Zentimeter breiter (jetzt 1,68 Meter) und sechs Zentimeter länger (jetzt 3,63 Meter), der Radstand wuchs um zwei Zentimeter auf 2,32 Meter. Zudem wuchsen die Räder und die Spurbreite. Fiat verspricht wegen des Packagings mit neuem Antrieb deutlich bessere Platzverhältnisse am oberen Rand des A-Segments.

Das Design bleibt (fast) wie gehabt

Optisch bleibt der Neue sehr nah am alten und verbirgt auch das Größenwachstum gut. Nur die Front steht nun etwas steiler, die vordere Haube durchschneidet die Rundscheinwerfer und quasi als Lidstrich haben die Italiener dabei LED-Tagfahrleuchten in die Haube integriert.

Neben dem Cabrio bietet Fiat künftig auch eine Karosserievariante mit einer kurzen hinteren Tür auf der Beifahrerseite an. Wie bei BMWs i3 oder dem ersten Mini Clubman beispielsweise öffnet sie entgegen der Fahrtrichtung. Die dritte Tür kostet 2.000 Euro Aufpreis, Fiat rechnet dennoch mit einem Modellmix-Anteil von 15 bis 20 Prozent. Das Cabrio mit dem großen Rolldach kostet 3.000 Euro mehr als die Limousine.

Einstiegsversion mit kleinem Akku

Den neuen 500er treibt immer ein 220 Nm kräftiger E-Motor an – zum Heckmotor des Originals wollten die Italiener offenbar nicht zurück, auch der Nuovo 500 hat wie der "Classic" Frontantrieb. Zwei Versionen bieten die Italiener an Versionen: Beim Einstiegsmodell "Action" hat leistet der E-Motor 70 kW (95 PS) und der Lithium-Ionen-Akku zwischen den Achsen hat lediglich 23,7 kWh (netto 21,3 kWh) Kapazität. Die Ausstattungsversionen Passion, Icon sowie das Einführungsmodell "La Prima" haben 87 kW (118 PS) und eine 42-kWh-Batterie (netto: 37 kWh).

Damit soll der Nuovo 500 in neun Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und kommt nach WLTP mit einer Batterieladung 298 bis 320 Kilometer weit. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 150 km/h abgeregelt. Die "kleinere" Variante darf nur 135 km/h schnell fahren, braucht 9,5 Sekunden bis 100 km/h und kommt nach WLTP 180 Kilometer weit, in der Stadt soll deutlich mehr möglich sein. Mit der größeren Batterie soll der 500er dort je nach Version 430 bis 460 Kilometer lang fahren können, ohne nachzuladen. Das kann die kleinere Batterie mit 50 kW tun, die größere nimmt bis zu 85 kW. 50 Kilometer Reichweite sollen beide in etwa fünf Minuten nachtanken können. Zu Hause könnte der Elektrokleinwagen dreiphasig 11 kW verarbeiten.

Unterwegs stehen die drei Fahrmodi Normal, Range und Sherpa zur Wahl. Im Normal-Modus soll sich der E-Fiat wie ein herkömmlicher Verbrenner fahren lassen. Sherpa setzt auf maximale Reichweite, begrenzt die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h und limitiert den Einsatz von weiteren Verbrauchern. Range-Modus aktiviert die One-Pedal-Drive-Funktion – zum Beschleunigen und Bremsen braucht der Fahrer dann ausschließlich das Gas-Pedal. Nur wer stehenbleiben will, muss noch die Bremse betätigen.

Innen bleibt sich der 500er treu

Selbst im Innenraum setzt Fiat mehr auf Evolution als auf Revolution. Der fehlende Schalthebel macht auch die Konsole dafür überflüssig. Hier sitzen nun die Direktwahltasten für den Antrieb sowie ein großes Ablagefach. Darüber sind die Direktwahltasten für Heizung und Klima sowie der freistehende Touchscreen positioniert. Das unten abgeflachte Lenkrad trägt nur noch zwei Speichen, das runde Cockpit ist als Digitaldisplay ausgeführt. Zwischen den Sitzen findet sich ein großes und abgedecktes Staufach. Da die Batterie im Fahrzeugboden sitzt, ist der Kofferraum nicht beeinträchtigt. Er ist allerdings wie beim "Classic" nur 180 Liter groß.

Komplett neu ist das Uconnect 5-Infotainmentsystem, das auf einem Android-Betriebssystem aufbaut, aber auch mit Apple Carplay kommuniziert. Zentrales Steuermodul ist ein 10,25-Zoll-Touchscreen auf der Armaturentafel. Zum Funktionsumfang gehören verschiedene Netzwerk-, Navigation- und Remote-Funktionen.

Das Einstiegsmodell Action ist stattdessen mit "Smart Audio" ausgestattet. Das System besteht aus einer Smartphone-Halterung, einer Bluetooth-Verbindung, über die das kompatible Smartphone mit den eingebauten Lautsprechern verbunden wird, und einer speziellen App zur Nutzung und Interaktion mit dem Fahrzeug. Vor dem Lenkrad informiert immer ein 7 Zoll großes Display über Geschwindigkeit, Ladezustand etc.

Sicherheit durch Elektronik

Verschiedene Assistenzsysteme lassen den neuen Fiat 500 sogar autonom nach Level 2 fahren. Ein Kamerasystem und verschiedene Sensoren erfassen die Fahrzeugumgebung, der adaptive Tempomat bremst und beschleunigt selbsttätig. Ein Spurhaltesystem hält den Fiat 500 auf Linie, sofern er die Fahrbahnmarkierungen erkennt. Mit an Bord sind noch ein Totwinkel-Assistent, eine 360-Grad-Überwachung und eine Müdigkeitserkennung.

Marktstart noch 2020

Das Sondermodell "La Prima" zum Marktstart gibt es nur als Cabrio. Nur 500 Exemplare mit erweitertem Ausstattungsumfang und in drei Sonderfarben wird Fiat verkaufen. Der Preis des Sondermodells liegt bei 37.900 Euro. Die günstigste Version mit größerer Batterie ("Passion") steht als Limousine mit mindestens 27.560 Euro in der Preisliste. 140 Kilometer mehr Reichweite kosten also 4.000 Euro, denn das Basismodell "Action" mit kleinem Akku kostet nur 23.560 Euro. Die Umweltprämie macht daraus also aktuell 14.080 Euro – etwas mehr als für die E-Kleinwagen des VW-Konzerns (eUp. Skoda Citigo iV, Seat Mii electric) mit deutlich mehr Reichweite zuletzt fällig gewesen wären. Aber alle drei sind bis Ende 2021 ausverkauft und nicht mehr bestellbar. Sie waren allerdings nicht ganz so hübsch wie der Nuovo 500 – und neu waren sie nur unterm Blech.

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Nein, der Kostenvorteil wiegt für mich die Nachteile bei Reichweite und Ladezeit nicht auf.

Fazit

Den E-Antrieb zuerst in der Kleinwagenklasse zu bringen, ist so konsequent wie mutig: In der Stadt stört die überschaubare Reichweite weniger, aber der teure E-Antrieb schiebt den Preis aus dem Segment. Aber der Fiat 500 bot ja schon zuvor besonders wenig Platz zu einem höheren Preis (als etwa der praktischere und günstigere Panda), war also vor allem wegen seines Designs ein bisschen premium.

Der neue Fiat 500 ist das jetzt nicht nur beim Antriebskomfort mit Zwangs-Automatik, sondern ist auch bei Assistenzsystemen und Infotainment auf der Höhe der Zeit. Mehr Platz und auf Wunsch ein dritte Tür hat er noch dazu. Und mit staatlicher Prämie bleibt der Einstiegs-Preis erstmal auf Vorgänger-Niveau.

Fiat ist daher optimistisch: Für den Nuovo 500 wird aktuell das Werk Mirafiori in Turin umgerüstet. Vom elektrischen Cinquecento sollen jährlich 80.000 Exemplare entstehen.

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