Fiat erweitert seine Leichtfahrzeug-Palette um ein weiteres Modell. Der neue vorerst "Multiplina" getaufte Mikro-Van soll ab 2028 die Lücke zwischen dem zweisitzigen Topolino und den klassischen Kleinwagen der Marke schließen. Erstmals gezeigt wurde das Fahrzeug bei einer Stellantis-Präsentation im Mai im Hintergrund einer Modellvorstellung und jetzt offiziell als Konzeptstudie bei einer Fiat-Veranstaltung im Vatikan. Noch im Laufe dieses Jahres will Fiat den Multiplina offiziell vorstellen. Nach bisherigen Informationen dürfte die Präsentation ebenfalls im Umfeld des Vatikans stattfinden.
Historischer Name
Während der Knirps in der ersten Ankündigung noch als "Quattrolino" bezeichnet wurde, zeigt Fiat jetzt auch beim ersten offiziellen Namen auf das historische Vorbild hin. Der 1956 vorgestellten Fiat 600 Multipla gilt mit seinem ungewöhnlichen Raumkonzept als einer der ersten kompakten Vans überhaupt. Auch die Gestaltung des neuen Konzepts greift zahlreiche Elemente des historischen Vorbilds auf. Dazu zählen die hohe Karosserie, die nahezu senkrechte Frontpartie und die runden Scheinwerfer. Gleichzeitig orientieren sich die Außenabmessungen am klassischen Fiat 500 der späten 1950er-Jahre. Die Fahrzeuglänge dürfte damit im Bereich von knapp über drei Metern liegen. Der Topolino (siehe Video unten) bringt es auf rund 2,5 Meter.
Technisch basiert der Multiplina auf derselben Grundarchitektur wie der Topolino sowie der neue elektrische Dreirad-Transporter Tris. Gegenüber diesen Modellen soll die Plattform jedoch umfangreich überarbeitet werden, um Platz für vier Sitzplätze, eine größere Batterie und mehr Reichweite zu schaffen. Fiat bezeichnet den Multiplina selbst als fehlendes Bindeglied zwischen Leichtfahrzeug und klassischem Automobil.
Mehr Leistung und mehr Tempo
Im Gegensatz zum Topolino wird der Multiplina nicht mehr als L6e-Leichtkraftfahrzeug, sondern nach den L7e-Vorschriften entwickelt. Damit entfallen die für L6e geltenden Beschränkungen auf 45 km/h und geringe Motorleistungen. Fiat nennt für den Multiplina bereits eine Höchstgeschwindigkeit von rund 90 km/h, womit das Fahrzeug auch auf außerstädtischen Strecken eingesetzt werden könnte.
Offizielle Angaben zum Antrieb gibt es bislang nicht. Da sich das Modell im L7e-Segment bewegt und gegenüber dem Topolino deutlich größer und schwerer ausfallen dürfte, erscheint eine elektrische Antriebsleistung von bis zu 15 kW realistisch. Damit würde der Multiplina das zulässige Leistungslimit dieser Fahrzeugklasse vollständig ausschöpfen. Gleichzeitig dürfte diese Leistung ausreichend Reserven bieten, um vier Personen auch außerhalb geschlossener Ortschaften angemessen zu bewegen.
Wie groß wird der Akku?
Auch zur Batterie schweigt sich Fiat bislang aus. Der Topolino nutzt einen 5,5-kWh-Akku und erreicht damit eine Reichweite von rund 75 Kilometern. Für den deutlich größeren Multiplina erscheint dagegen ein Energiespeicher im Bereich von etwa zehn bis 15 kWh plausibel. Damit wären je nach Fahrzeuggewicht, Aerodynamik und Einsatzprofil Reichweiten von über 150 Kilometern denkbar, wodurch sich das Fahrzeug nicht mehr ausschließlich für kurze Stadtfahrten eignen würde.
Marktstart und Preis
Preislich erwarten wir angesichts der Fahrzeugklasse und vermuteten Akku-Größe einen Start bei unterhalb 15.000 Euro. Die Präsentation des Serienmodells dürfte spätestens 2027 erfolgen, den Verkaufsstart hat Fiat bereits für 2028 angekündigt.












