Geely Farizon Homtruck Elektro-Lkw Geely
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Geely Farizon Homtruck Elektro-Lkw 18 Bilder

Geely Truck: Elektro-Lkw mit Wechselakku

Farizon Homtruck Geely-Elektro-Lkw mit Batterietauschsystem

Geely steigt über seine Tochter Farizon in das Geschäft mit elektrisch angetriebenen Lkw ein. Der Homtruck soll dem Tesla Semi Konkurrenz machen. Der China-Lkw setzt auf ein Batterietauschsystem und soll ab Anfang 2024 ausgeliefert werden.

Elektrisch angetrieben Lkw, auch für den Fernverkehr, sind das nächste Big Thing in der Nutzfahrzeugbranche. Kein Hersteller, der nicht schon einen E-Lkw am Start oder in der Entwicklung hätte. Daimler hat sich klar positioniert, aber auch die VW-Nutzfahrzeugsparte Traton und Renault.

Und jetzt folgt Geely. Der chinesische Autohersteller ist nicht nur Eigentümer der Pkw-Marke Volvo, seit Ende 2017 sind die Chinesen auch größter Anteilseigner am Lkw-Hersteller Volvo Trucks AB. Mit bereits im April 2021 über einen Zulieferer durchgesickerten ersten Bildern zum kommenden Elektro-Lkw war klar, Geely zielt unverblümt auf den Tesla Semi-Truck. Aber auch andere E-Lkw-Anbieter dürfen sich warm anziehen. Jetzt wurde der in Europa entwickelte Elektro-Lkw unter dem Nutzfahrzeuglabel Farizon als Homtruck vorgestellt. Homtruck lehnt sich dabei an das englische Wort Home an, denn der Lkw soll dem Fahrer ein Zuhause bieten.

Drei Antriebsvarianten verfügbar

Geely sieht den Farizon Homtruck als eines der fortschrittlichsten und saubersten Nutzfahrzeuge auf der Straße, erhebt aber auch den Anspruch in Sachen Effizienz sowie Fahrer- und Fußgängersicherheit ganz vorne mitzuspielen. Entsprechend ist die Architektur des Farizon Homtruck bei den Antriebsoptionen breit aufgestellt. Zur Wahl stehen ein E-Antrieb mit Range Extender, ein Methanol-Hybrid oder eine reine Elektro-Variante mit Batteriewechseloption. Weitere Angaben zu den Antrieben oder den möglichen Reichweiten macht Geely noch nicht.

Spektakulärer als ein Tesla Semi

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Der Hinterbau zeigt sich komplett verkleidet.

Auch optisch rammt der Farizon Homtruck Pfähle ein. Die Sattelzugmaschine erinnert mit ihrem aerodynamisch geformten Kabinendesign an den Tesla Semi. Die Homtruck-Front steht allerdings deutlich steiler im Wind. Beim Frontdesign geben sich die Chinesen wagemutiger. Die Frontschürze erinnert mit ihren durchbrochenen Radläufen, den Spoilerelementen und Flügeln eher an einen Sportwagen, als an ein Nutzfahrzeug. Spektakulär ist auch das Lichtdesign, das auf jede Menge senkrecht verlaufende LED-Lichtstreifen in der Frontmaske setzt. Auf ausladende Seitenspiegel wird verzichtet. Hier setzt man auf Kameratechnik.

In der Seitenansicht verbirgt sich die hintere Zwillingsachse komplett unter vollflächigen Verkleidung. Das ist gut für den Fußgängerschutz, aber auch die Aerodynamik. Konventionell erscheint nur der Sattel zur Aufnahme eines Trailers. Sportwagen-Assoziationen kommen bei der Heckansicht wieder hoch. Auch hier zeigt sich der Homtruck vollflächig verkleidet, deutet Entlüftungsöffnungen an und trägt ein Diffusor-Element zur Schau. Die aus jeweils drei senkrechten LED-Streifen geformten Rückleuchten erinnern an den Ford Mustang.

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Rücklichter wie am Ford Mustang.

Vollvernetzt und teilweise autonom

Ausgerüstet mit Lidar, verschiedenen Radarsystemen und einer serienmäßigen Ausstattung wie 5G- und V2X-Kommunikation, kann der Farizon Homtruck auf ausgewählten Strecken nach Level 4 autonom agieren und auch im dichten Konvoi fahren. Sämtliche Funktionen lassen sich mit Over the Air (OTA) Software-Upgrades aufrüsten.

Flottenbetreiber dürften sich über die Vernetzungsoptionen des Homtruck freuen. Der Lkw ist in der Lage, sich mit den Big-Data-Plattformen des Logistiknetzwerks zu verbinden, und so alle Fahrten in Echtzeit zu verfolgen, überwachen, zu analysieren und zu optimieren. Beispielsweise werden Echtzeitdaten zur Streckenoptimierung herangezogen. Darüber hinaus kann das Energiemanagementsystem auch die Strom- oder Kraftstoffversorgung des Homtrucks steuern, um eine optimale wirtschaftliche Leistung zu erzielen, sowie dem Fahrer optimale Betankungs- oder Ladewege empfehlen.

Wohnliche Kabine

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Die Kabine bietet sogar eine Nasszelle.

Der Fahrer selbst findet einen Arbeitsplatz vor, der viel häuslichen Charakter mitbringt und sich in einen Fahr- und einen Wohnbereich gliedert. Das Kabinendesign umfasst einen Nassbereich mit Dusche und WC, ein Einzelbett, einen Kühlschrank, eine Küche und sogar eine kleine Waschmaschine. Das ergonomische Fahrersitzdesign und die hochauflösende Kamera sorgen dafür, dass der Fahrer gut ausgeruht und konzentriert ist, während ein intelligenter KI-Assistent in Verbindung mit einer vollständigen 360-Grad-Überwachung dazu beiträgt, den Fahrer während der Fahrt und im Stand über Probleme rund um das Fahrzeug auf dem Laufenden zu halten. Die Kabinenausstattung selbst setzt auf Nachhaltigkeit. So werden Soft-Touch-Stoffe, nachhaltige Kunststoffe und Bambusmaterialien verbaut.

Vermarktet wird der Farizon Homtruck zunächst aber nur in China und dort vor allem im Metropolen, die konventionell angetriebene Lkw verbannen wollen. Farizon hat schon verschiedene kleine Lkw mit Elektroantrieb sowie große Trucks mit Methanol-Antrieb in Asien im Programm. Später dürfte der Homtruck dann auch in den Export gehen.

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Nein, dort ist ein klassischer Dieselantrieb nach wie vor stark überlegen.

Fazit

Geely schickt sich an auch den Elektro-Lkw-Markt aufzumischen. Der Erstaufschlag wirkt noch spektakulärer als ein Tesla Semi und kommt wohl auch deutlich früher als dieser. Das Batterietauschsystem klingt interessant. Wie sich das aber bei Lkw-Dimensionen realisieren lässt, bleibt noch völlig offen.

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