Mercedes EQS SUV Erlkönig Stefan Baldauf
Mercedes EQS Erlkönig
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SUV

Mercedes EQS SUV Erlkönig: Elektro-Variante des GLS

Mercedes EQS SUV Erlkönig Die Elektro-Variante des GLS

Mercedes baut seine EQ-Modellpalette weiter aus. So sollen die Kunden der Marke auch in den Genuss eines rein elektrisch angetriebenen Oberklasse-SUV kommen.

Als drittes Modell nach dem EQS und dem EQE wird Mercedes einen SUV auf den Markt bringen. Auch dieser basiert auf der EVA-Plattform und wird ein reines Elektromobil – etwa in der Größe eines heutigen GLS.

Richtig großer SUV

Mercedes EQS SUV Erlkönig
Daimler
Echt mächtig, der kommende Mercedes Elektro-SUV.

Noch lässt die Tarnung im Bastelbuden-Look die Proportionen des Prototypen verschwimmen. Dennoch ergreift einen beim Blick auf den Versuchsträger des EQ-SUV eine gewisse Ehrfurcht: Auf dem Parkplatz an der Schwarzenbach-Talsperre im Schwarzwald türmt sich ein Berg von einem Fahrzeug auf. Etwa mannshoch und so lang, dass man sechs Schritte benötigt, um daran entlang zu laufen. Der Raumgriff des Trumms erinnert an den des GLS. Mercedes bestätigt noch keinen Namen für den rein elektrisch angetriebenen Riesen; doch immerhin gibt es einen vagen Termin für seine Weltpremiere: "Recht schnell nach dem EQS", so die offizielle Verlautbarung. Und der EQS, also die Elektro-Limousine im S-Klasse-Format, wird im Frühjahr 2021 vorgestellt.

Beide Modelle stehen auf der so genannten EVA-Plattform, für die Christoph Starzynski verantwortlich ist. EAV ist die Abkürzung für Electric Vehicle Architecture und bezeichnet eine dezidierte Elektroauto-Architektur, die sich durch diverse Klassen skalieren lässt – wohl bis hinunter zum C, weshalb der Nachfolger des recht konventionell aufgebauten EQC ebenfalls darauf zugreifen wird. Aber das ist noch Spekulation. Fakt dagegen: Mercedes hat eine ganze Flotte von E-Fahrzeuge angekündigt und will bis Ende 2022 zehn elektrisch angetriebene Modelle vorgestellt haben.

Mercedes EQS SUV Erlkönig
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Mercedes EQ-Erlkönige im Vergleich: EQS-SUV, EQE und EQS

Flaggschiff wird der EQS. Und für ihn hat Ola Källenius, der Vorstandsvorsitzende von Daimler, eine Reichweite von 700 Kilometern nach WLTP-Maßstäben versprochen, welche Starzynski bestätigt. Weil die SUV-Variante auf der gleichen Plattform natürlich mehr Masse und mehr Gewicht zu bewegen und zudem mit einem höheren Luftwiderstand zu kämpfen hat, muss man in ihrem Fall allerdings mit einem km-Abschlag rechnen.

Thermo-Management und Batterie-Know-How

Laut Starzynski liegt der Schlüssel zur hohen Reichweite nicht alleine in der enormen Kapazität des Akkumulators; entscheidend sei ebenso das Thermo-Management. Also der Umgang mit dem Energie-Verlust über Abwärme oder elektrische Verbraucher. Ebenso natürlich das Thema Rekuperation.

Im Wesentlichen nutzt die EVA-Plattform die weiterentwickelte Technologie des EQC. Der Hochvolt-Energiespeicher wird also aus Lithium-Ionen-Zellen bestehen. Zu Sprüngen bei Gewichtsersparnis, Leistungsausbeute oder Zellchemie gibt es derzeit noch keine konkrete Aussage. Allerdings wird nicht etwa der Standort Kamenz der Daimler-Tochter Deutsche Accumotive die Batteriesysteme liefern. Stattdessen erhält der EQS Zell-Module von CATL (Contemporary Amperex Technology Co., Limited), einem chinesischen Hersteller von Lithium-Ionen-Akkus. Der gleiche Lieferant wäre also auch für den EQ-SUV denkbar. Die CATL-Zellen und Module werden dann von Mercedes in eigenen Fabriken zur Batterie zusammengefügt.

Starzynski verweist in diesem Zusammenhang aber auch darauf, dass derzeit neue Fertigungen für Akkus entstehen würden. Beispielsweise soll das geplante Werk von Farasis im ostdeutschen Bitterfeld Mercedes beliefern. Farasis ist ein chinesischer Hersteller von Batteriezellen. Zudem führt der Mercedes-Verantwortliche die Partnerschaften mit Sila Nanotechnologies (Sila Nano) an; das US-Unternehmen setzt auf Silizium-basierte Verbundstoffe.

EQS SUV mit über 600 km Reichweite

Wie der EQC wird auch der SUV-Riese den flachen und flächigen Akku-Block im Unterboden zwischen Vorder- und Hinterachse tragen. Hier raubt er kaum Innenraum und wirkt sich am wenigsten nachteilig auf das Fahrverhalten aus. Schließlich dürfte ein Batteriepack, der mehr als 600 Kilometer Reichweite ermöglichen soll, beträchtliches Gewicht auf die Waage bringen.

Steht man neben der wuchtigen Fahrgastzelle und bedenkt den endlosen Radstand, erscheint im EQ-SUV übrigens durchaus Platz für eine dritte Sitzreihe. Das würde voraussetzen, dass der Elektromotor an der Hinterachse nicht allzu hoch baut. Denn für den SUV-Riesen ist ebenso wie für den EQS ein Allradantrieb via jeweils einer E-Maschine pro Achse vorgesehen.

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Fazit

Der riesige SUV der Elektro-Reihe EQ vom Format eines heutigen GLS wird auf dem deutschen Markt nur eine untergeordnete Rolle spielen. Ihn sieht Mercedes vor allem für die USA und China vor.

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