09/2021, Nikola Tre BEV Elektro Lkw Nikola Corporation
09/2021, Nikola Tre BEV Elektro Lkw
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12/2019, Nikola Tre
12/2019, Iveco S-Way 13 Bilder

Nikola Tre BEV und FCEV: Fertigung des Elektro-Lkw startet 2021 in Ulm

Nikola Tre BEV und FCEV Fertigung des Elektro-Lkw startet noch 2021 in Ulm

Nikola kooperiert mit Iveco-Mutter CNH Industrial und nutzt ab Jahresende 2021 deren Werk in Ulm. Anfang 2022 soll der Nikola Tre als Elektro-Lkw in Europa und den USA auf den Markt kommen, 2023 mit Brennstoffzelle.

Was Tesla für die Autoindustrie im Pkw-Bereich für viele darstellt, ist die Nikola Corporation bei den Lkw. Ein Disruptor, der mit neuen Ideen alternative Antriebskonzepte vorantreibt. Im Gegensatz zu Tesla-Chef Elon Musik sucht Nikola aber den Schulterschluss mit etablierten Anbietern. Das aus dem Fiat-Konzern hervorgegangene Unternehmen CNH Industrial, Konzernmutter für Nutzfahrzeugmarken wie Case, Iveco, Magirus oder New Holland, ist Anfang 2020 bei der Nikola Corporation eingestiegen.

Die CNH-Antriebssparte FPT Industrial, Iveco und Nikola wollen gemeinsam "emissionsneutrale Schwerlast-Lkw" in Nordamerika und Europa auf den Markt bringen. Mit der Bekanntgabe der Pläne wurde der Nikola Tre präsentiert. Der Tre (norwegisch für "Drei") ist ein Elektro-Lkw auf Basis des Iveco S-Way. Auf der italienischen Plattform baut Nikola sowohl ein eigenes Infotainment-System im Cockpit als auch die eigene Antriebstechnik ein. Dabei handelt es sich um eine elektrisch angetriebene Hinterachse, die sowohl aus Batterien als auch aus einer Brennstoffzelle mit der nötigen elektrischen Energie versorgt werden kann.

Vertrieb und Service übernimmt Iveco

Eigentlich sollte der Tre bereits auf der Nutzfahrzeug-IAA im September 2020 seine Messepremiere feiern. Die fiel dann aber aus. Zudem kam es wegen Corona zu Verzögerungen. Inzwischen rollen aber erste Elektro-Prototypen in Europa und in den USA über die Straßen. Später sollen die Lkw über das bestehende Iveco-Netz vermarktet werden. Auch den Service erledigen die Stützpunkte von Iveco.

09/2021, Nikola Tre BEV Elektro Lkw
Nikola Corporation
Hier zeigt der Nikola Tre FCEV mit Brennstoffzelle seine Technik.

Potenziellen Kunden soll mit einem All-Inclusive-Leasing die Angst vor dem neuen Antriebskonzept genommen werden. Über einen Zeitraum von 84 Monaten (sieben Jahre) und 700.000 Kilometern deckt eine noch nicht definierte Leasingrate neben der Langzeitmiete des Lkw auch alle Servicekosten sowie den Wasserstoff als Energiespender für den Elektroantrieb ab.

Mit Batterie oder Brennstoffzelle

Die batterieelektrischen Varianten, die zum Jahresbeginn 2022 als 4x2 und 6x2-Versionen kommen sollen, setzen auf ein modulares Akkusystem mit Speicherkapazitäten von bis zu 720 kWh und Motoren mit Leistungswerten von bis zu 480 kW (653 PS). Selbst am Schnelllader mit 350 kW Leistung bedingt das aber Wartezeiten von zwei Stunden und mehr. Der Tre mit Brennstoffzelle wird derzeit in Zusammenarbeit mit Bosch entwickelt und folgt im Jahr 2023. Er soll, bislang untypisch für Lkw, den Wasserstoff mit 700 Bar Druck speichern und auch entsprechend tanken können. Je nach Konfiguration fassen die Tanks 40 bis 80 Kilogramm Wasserstoff. Unternehmensangaben zufolge kann in 15 Minuten Wasserstoff für eine Reichweite von 800 Kilometern getankt werden.

Als Werk für den Nikola Tre wurde die 50.000 Quadratmeter große Iveco-Fabrik (die Hälfte davon überdacht) in Ulm ausgewählt. Dort sollen sowohl die batterieelektrische Variante (ab Jahresende 2021) als auch der Brennstoffzellen-Lkw (von 2023 an) gebaut werden. Die Nähe zu wichtigen Zulieferern und auch die "Nationale Wasserstoffstrategie" der Bundesregierung haben Unternehmensangaben zufolge den Ausschlag für die Produktion des Nikola Tre in Deutschland gegeben. In einem ersten Schritt werden 40 Millionen Euro in den Ausbau des Werks investiert. Die ersten Nikola-Lkw aus Ulm sollen in die USA exportiert werden.

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Brennstoffzellen-Lkw – Reichweite, Gewicht und Kosten sprechen für Wasserstoff.

Fazit

Im Schwerlastverkehr dürfte die Brennstoffzelle als Alternative zu batterielektrischen Antrieben künftig eine große Rolle spielen. Das Angebot beider Formen des Elektroantriebs könnte für den Nikola Tre zum Ass im Ärmel werden. Mit dem Service-Netzwerk von Iveco wird Kunden die Angst vor einem neuen Anbieter genommen. Und dass Nikola das Werk des Kooperationspartners nutzen kann, dürfte den Start zusätzlich erleichtern.

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