12/2019, Nikola Tre Nikola
12/2019, Iveco S-Way
12/2019, Nikola Tre
12/2019, Nikola Tre
12/2019, Nikola Tre 5 Bilder

Zusammenarbeit von Iveco und Nikola Motors

Elektro-Lkw wird in Ulm gebaut

Nikola Motors gilt als das Tesla-Pendant im Segment der schweren Lkw. Zusammen mit Iveco wird jetzt gemeinsame Sache gemacht. Der Nikola Tre kommt ab 2021 als Elektro-Lkw, auch mit Brennstoffzelle.

Was Tesla für die Autoindustrie im Pkw-Bereich für viele darstellt, ist die Nikola Corporation bei den Lkw. Ein Disruptor, der mit neuen Ideen alternative Antriebskonzepte vorantreibt. Im Gegensatz zu Tesla-Chef Elon Musik sucht Trevor Milton, CEO bei Nikola, aber den Schulterschluss mit etablierten Anbietern.

Das aus dem Fiat-Konzern hervorgegangene Unternehmen CNH Industrial, Konzernmutter für Nutzfahrzeugmarken wie Case, Iveco, Magirus oder New Holland, ist vor einigen Wochen bei der Nikola Corporation eingestiegen.

Jetzt wurde das erste Resultat der Zusammenarbeit präsentiert. Die CNH-Antriebssparte FPT Industrial, Iveco und Nikola wollen gemeinsam „emissionsneutrale Schwerlast-Lkw“ in Nordamerika und Europa auf den Markt bringen. Mit der Bekanntgabe der Pläne wurde der Nikola Tre präsentiert.

Premiere auf der IAA 2020

Der Tre (norwegisch für „Drei“) ist ein Brennstoffzellen-Lkw auf Basis des Iveco S-Way. Auf der italienischen Plattform baut Nikola die eigene Antriebstechnik und ein neues Infotainment im Cockpit ein. Auf der Nutzfahrzeug-IAA im September 2020 soll der Nikola Tre seine Messepremiere feiern. Im Anschluss soll er über das bestehende Iveco-Netz vermarktet werden. Auch den Service erledigen die Stützpunkte von Iveco.

Trevor Milton, Chef von Nikola Motors, sagte: „Die Partnerschaft ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Seit dem Start des Nikola One im Jahr 2016 fordern Lkw-Fahrer und Behörden von uns, Nikola nach Europa zu bringen.“ Diesen Forderungen entspricht das amerikanische Unternehmen mit dem Joint Venture, dabei kann sich Trevor Milton auch einen Seitenhieb an die Konkurrenz nicht verkneifen: „Während andere OEMs (Hersteller, Anm. d. Autors) zehntausende von Mitarbeitern entlassen, schafft Nikola tausende von Arbeitsplätzen und zwingt die Lkw-Industrie, zu reagieren und emissionsfrei zu werden. Schauen Sie sich an, was wir in drei Moneten erreicht haben, und stellen Sie sich jetzt vor, was wir mit CNH Industrial als Partner in drei Jahren erreichen werden.“

Wasserstoff in der Leasingrate

Potenziellen Kunden soll mit einem All-Inclusive-Leasing die Angst vor dem neuen Antriebskonzept genommen werden. Über einen Zeitraum von 84 Monaten (sieben Jahre) und 700.000 Kilometern deckt eine noch nicht definierte Leasingrate neben der Langzeitmiete des Lkw auch alle Servicekosten sowie den Wasserstoff als Energiespender für den Elektroantrieb ab.

Noch vor dem Nikola Tre mit Brennstoffzelle sollen im Rahmen des Joint Ventures 2021 auch batterieelektrische Varianten auf den europäischen Markt kommen. Ein modulares Batteriesystem erlaubt Speicherkapazitäten von bis zu 720 kWh. Selbst am Schnelllader mit 350 kW Leistung bedingt das aber Wartezeiten von zwei Stunden und mehr. Der Tre mit Brennstoffzelle folgt im Jahr 2023. Er soll, bislang untypisch für Lkw, den Wasserstoff mit 700 Bar Druck speichern und auch entsprechend tanken können. Je nach Konfiguration fassen die Tanks 40 bis 80 Kilogramm Wasserstoff. Unternehmensangaben zufolge kann in 15 Minuten Wasserstoff für eine Reichweite von 800 Kilometern getankt werden.

Produktion ab 2021 in Ulm

Als Werk für den Nikola Tre wurde die Iveco-Fabrik in Ulm ausgewählt. Dort sollen sowohl die batterieelektrische Variante wie auch der Brennstoffzellen-Lkw gebaut werden.

Die Nähe zu wichtigen Zulieferern und auch die „Nationale Wasserstoffstrategie“ der Bundesregierung haben, Unternehmensangaben zufolge, den Ausschlag für die Produktion des Nikola Tre in Deutschland gegeben.

In einem ersten Schritt werden 40 Millionen Euro in den Ausbau des Werks investiert, um dort Anfang 2021 die Endmontage des neuen Lkw-Modells zu starten. Bevor der Tre mit Brennstoffzelle 2023 montiert wird, starten die Kooperationspartner mit den batterieelektrischen Ausführungen.

Fazit

Im Schwerlastverkehr dürfte die Brennstoffzelle als Alternative zu batterielektrischen Antrieben eine große Rolle spielen. Das Angebot beider Formen des Elektroantriebs könnte für den Nikola Tre zum Ass im Ärmel werden. Mit dem Servicenetzwerk von Iveco wird Kunden die Angst vor einem neuen Anbieter genommen.

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Bisher wollte Nikola nur Brennstoffzellen-Lkw auf den Markt bringen.

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