VW ID.3 Test Qualitätsprobleme Achim Hartmann
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VW ID.3 mit Problemen im ersten Test

Fährt gut, patzt bei Verarbeitung und Elektronik

Beginnend mit dem Golf IV (1997) setzt VW Qualitätsmaßstäbe. Der ID.3 kann im Test von auto motor und sport an diese Tradition nicht anknüpfen. Bei Verarbeitung und Elektronik gibt es massiven Nachbesserungsbedarf.

Der VW ID.3, das für die Zukunft des VW-Konzerns aktuell wichtigste Elektromodell, hat noch Probleme. Im ersten Test von auto motor und sport konnte der Serien-ID.3 zwar mit seinen Fahreigenschaften überzeugen. Doch bei Verarbeitung und Elektronik gibt es noch erheblichen Nachbesserungsbedarf. Obwohl der getestete ID.3 mit einem Preis von fast 49.000 Euro in der Liste steht (vor Abzug der möglichen Umweltprämie von 9.480 Euro), erfüllt das Auto nicht die bei VW gewohnten hohen VW-Ansprüche an Passgenauigkeit der Karosserieteile, minimale Spaltmaße, hochwertige Materialien und Details.

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Spätestens beim ersten Mal Wischwasser-Nachfüllen fällt die eher sprühdosig lackierte Innenseite der Fronthaube auf.

Elektronik noch sehr "unfertig"

Im Cockpit sind harte und schmutzempfindliche Kunststoffe verbaut. Die Innenseite der Motorhaube sieht aus, als sei sie mit der Sprühdose lackiert worden, kritisieren die Tester. Die Elektronik zeigt im seriennahen Testwagen deutliche Schwächen. Das Infotainment fährt nur langsam hoch, das Navi bleibt oft mehrere Hundert Meter orientierungslos. Online-Dienste ruft das System gar nicht ab. Der Zehn-Zoll-Monitor liegt relativ weit vom Fahrer entfernt und lässt sich deshalb etwas schwierig bedienen. Auf die Sprachsteuerung auszuweichen macht wenig Freude, weil das System nicht fehlerfrei und schnell funktioniert.

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Auf der Straße alles super

Antrieb und Fahrwerk funktionieren dagegen perfekt. Das gleichermaßen natürliche wie agile Handling des Kompakten zählt zu den Stärken des ID.3. Der Stromer zeichnet sich durch ein perfekt ausbalanciertes Fahrverhalten aus, eine Lenkung mit wohldosierten Haltekräften und hoher Kommunikationsbereitschaft sowie durch eine gute Traktion. Die Bremsscheiben vorne und Trommelbremsen hinten verzögern zuverlässig, liefern konstant Werte um 11 m/s2.

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In einem 200.000-Kilometer-Gebrauchtwagen könnte man über den ausgeleierten Look der Sitze lachen. Im 49.000-Euro-Neuwagen nicht.

Solide Reichweiten

Der 58-kWh-Akku schafft keine Reichweiten-Rekorde. Auf der defensiv gefahrenen Eco-Runde von auto motor und sport schafft der ID.3 359 Kilometer, was einem Verbrauch von 16,9 kWh/100 km entspricht. Der WLTP-Verbrauchswert liegt mit 16,1 kWh/100 km recht nah an der Realität bei defensiver Fahrweise. Im auto-motor-und-sport-Test inklusive Autobahn- und Stadtfahrten ergibt sich dagegen ein Testdurchschnitt von 23,2 kWh/100 km. Das bedeutet: Nach rund 260 Kilometern ist der Akku leer.

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Für den Golf 8. Der wird auch in 9. Generation zukunftsfähig sein - als Plug-in-Hybrid.
Für den ID.3. Den kann man auch in 5 Jahren noch ohne großen Wertverlust verkaufen.

Fazit

Knapp 49.000 Euro ruft VW für denID.3-Testwagen auf, vor Abzug der Umweltprämie. Gemessen an den Qualitäts-Baustellen, die die Tester von auto motor und sport festgestellt haben, dürfte es bestenfalls die Hälfte sein. Hier muss VW schnellstens nachbessern. Anders als Konkurrent Tesla haben die Wolfsburger nämlich ganz sicher keinen "Anfänger"-Bonus.

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