Posaidon A 45 RS - Mercedes-AMG - Tuning - Kompaktsportwagen Rossen Gargolov
Posaidon A 45 RS - Mercedes-AMG - Tuning - Kompaktsportwagen
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Fahrbericht Posaidon-AMG A 45 RS

465 PS stark, bis zu 318 km/h schnell

Posaidon schärft die ohnehin schon leistungsstarke A-Klasse nach. Der getunte A 45 RS rennt in 3,6 Sekunden auf Tempo 100 und bolzt die Autobahn nieder. Es soll noch nicht das Ende sein. Posaidon arbeitet an noch extremeren Versionen.

Das Auto steht. Das Drumherum ruht. Doch gleich wird die A-Klasse fliegen und die Konturen der Landschaft verschwimmen lassen. Das Rad unter der rechten Lenkradspeiche im Uhrzeigersinn auf "Sport Plus" drehen, Bremse mit links durchtreten, mit rechts auf dem Gaspedal stehen: Die Drehzahl pendelt bei 3.500/min ein. Der Antriebsstrang ist unter Hochspannung. Die A-Klasse will sich entladen.

Literleistung von 233 PS/l

Die jüngeren unter unseren Lesern kennen vielleicht den Sky Shot: eine Kugel im Freizeitpark Skyline Park, die an zwei Stahlseilen befestigt ist und von 160 Stahlfedern gespannt wird. Den Moment, in dem es losgeht, signalisiert ein Klacken. Das Geschoss entriegelt. Eine halbe Sekunde später schleudert dich die Kugel mit der viereinhalbfachen Kraft des Körpergewichts in 90 Meter Höhe.

Den A 45 entriegelst du über die Bremse. Linken Fuß runter, eine halbe Sekunde warten, dann tritt dir der Kompaktsportwagen ins Kreuz und fetzt in die Horizontale. Das Doppelkupplungsgetriebe staffelt die Gänge kurz nacheinander, schaltet blitzschnell und hat bei 100 km/h bereits den vierten von acht Gängen eingelegt. Da sind gerade einmal 3,6 Sekunden vergangen. Damit lässt sich am Stammtisch angeben – und der eine oder andere mag angesichts der Eckdaten sogar umfallen: 465 PS, 560 Newtonmeter, eine Literleistung von 233 PS/l.

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Wir sprechen hier nicht von einem waschechten Sportwagen. Sondern von einem Auto aus der Kompaktklasse, einer A-Klasse. Die ist als A 45 S mit 421 PS und einem maximalen Drehmoment von 500 Nm der Eskalation zwar schon sehr nah, doch Posaidon verschiebt mit einem Software-Update für den zwei Liter großen M 139 die Grenze noch weiter nach oben. Der ohnehin schon bärige Vierzylinder-Turbo wird noch bäriger! Dafür muss der Kunde 4.800 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) aufbringen. Die TÜV-Eintragung kostet extra.

Der Wahnsinn klopft ans Hirn

Flics am Vorderbau, rote Bremssättel, Dachflügel mit Endplatten: alles Serie. Äußerlich ist der getunte A 45 nur an einer Änderung am Heck auszumachen. Statt des Mercedes-Sterns trägt die knallgelbe Posaidon-Rakete einen umgedrehten Dreizack. Und das Firmenlogo präsentiert er seinen Hintermännern auf der Autobahn – sofern sie folgen können.

Die A 81 von Stuttgart nach Heilbronn ist fast verwaist, die Tempobeschränkung aufgehoben. Der Posaidon-AMG A 45 RS steigert die Geschwindigkeit. Bei knapp über 100 km/h im vierten Gang scheint bei etwa 4.200 Touren kurz die Kraftübertragung zu stocken. Die Drehzahlnadel verharrt, klettert dann weiter.

Wer die Gänge selbst wechseln will, sollte bei etwa 6.500 Touren schalten, sonst hängt sich der aufgeplusterte M 139 wenig später im Begrenzer auf. Das Drehzahllimit erreicht der turbogeladene Vierzylinder bei 7000/min. Übrigens hat Posaidon auch das Steuergerät für den Doppelkuppler optimiert.

Fünfter Gang, sechster Gang, siebter Gang, achter Gang: Jetzt hat der Posaidon über 270 Sachen drauf. Der Wahnsinn klopft ans Hirnkastl, doch dann bäumt sich vor dem Kompaktsportwagen ein Kraftfahrzeug auf der linken Spur auf. Der rechte Fuß weicht vom Gaspedal und tritt auf die Bremse.

Mehr lässt der Verkehr an diesem Samstagmittag nicht zu. Obwohl in der Theorie noch mehr gegangen wäre. Der Tuner verspricht eine Höchstgeschwindigkeit von 318 km/h. So schnell ist zum Beispiel der Supersportwagen AMG GT R mit V8-Biturbomotor und 585 PS.

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Optik und Fahrwerk bleiben unverändert. Die Leistung klettert hingegen.

Fahrwerk unverändert

Auf Änderungen des Fahrwerks verzichtet Posaidon. Der Kompaktsportwagen war ja schon vorher ein Fetz auf der Landstraße mit ausgesprochen dehnbaren Gelenken. Der Hit ist die AMG Torque Control, die auf zwei elektromechanisch gesteuerten Lamellenkupplungen im Hinterachsgetriebe aufbaut – und den 45er so herzhaft aus der Kurve beschleunigen lässt.

Spätes Bremsen ist möglich. Dann bohrst du das Auto über die präzise Lenkung in die Kurvenmitte. Bevor aus einem Murren ein Quietschen wird und aus einem Hauch Untersteuern ein Batzen, greift der Allradantrieb ein, verschiebt die Momente verstärkt auf die Hinterachse und erhöht die Wendigkeit des gelben Flitzers. Jetzt schlägt die Stunde der Torque Control, der Drehmoment-Kontrolle.

Die Kupplung des kurveninneren Rades macht auf, die gegenüberliegende vollbringt den Kraftschluss. Und der AMG übersteuert am Kurvenausgang, ohne dass man ins Schwitzen kommt. Je mehr Gas, desto größer fällt der Seitfallschritt aus. Es reichen dann kleinere Korrekturen am Lenkrad. Die Hauptlast schultert der Allradantrieb. Der AMG klinkt sich am Kurvenausgang ein und schießt wie auf Schienen gebettet auf die nächste Gerade.

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Das Chiptuning kostet 4.800 Euro. TÜV kommt obendrauf.

A 45 RS reizt Landstraße aus

Ein Turboloch ist kaum zu vernehmen. Allerdings braucht der chipgetunte M 139 ein wenig, bis der volle Ladedruck von über zwei bar aufgebaut ist. Bei knapp über 2.000/min wird’s lebhafter, ab knapp über 3.000 Touren geht der Punk ab. 560 Newtonmeter zerren an den Eingeweiden.

Der Posaidon reizt die Landstraße bis zum Äußersten aus, lässt sich dabei dank der gleichmäßigen Leistungsentfaltung gut kontrollieren. Dieser Motor schiebt an – und heizt ein. Hier beißt man nicht auf Pfeffer, sondern direkt in Chili.

Man muss schon extrem auf der Hut sein, um nicht über das erlaubte Maß abzudriften, zumal Geschwindigkeitsverstöße seit dem 28. April rigoros geahndet werden. Stichwort: neuer Bußgeld- und Strafenkatalog.

Posaidon hat noch mehr in petto. Ein Umbau des Serienturboladers soll den Zweiliter-Vierzylinder in Kombination mit der Kennfeldoptimierung des Motorsteuergeräts auf 525 PS und 600 Nm wuchten. Damit soll die Sprintzeit auf 3,4 Sekunden fallen (Serie: 3,9 Sek.) und der Topspeed auf 324 km/h klettern. Und weil das den Männern aus Koblenz immer noch nicht genug ist, befindet sich ein weiteres Leistungspaket in der Entwicklungsschleife. Dagegen dürfte selbst der Sky Shot lächerlich sein.

Technische Daten zum Posaidon-AMG A 45 RS

  • Vierzylinder-Reihenmotor mit Turbolader, Hubraum 1.991 cm³
  • Leistung: 465 PS bei 6.350/min
  • Drehmoment: 560 Nm bei 3.150/min
  • Kraftübertragung: Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, Allradantrieb
  • Reifen rundum: 245/35 R 19, Michelin Pilot Sport 4S
  • Gewicht: 1.620 kg (Hersteller, nach EU)
  • Leistungsgesicht: 3,5 kg/PS
  • Vmax: 318 km/h
  • Umbaukosten: ca. 4.800 Euro (zzgl. TÜV)

Fazit

Posaidon beschränkt sich im ersten Schritt auf den Motor und lässt das Fahrwerk unangetastet. Mit den 465 PS und 560 Nm weiß die getunte A-Klasse umzugehen. Die Klangkulisse kennen wir ebenfalls vom Standard-A 45 S. Mit dem nächsten Schritt soll nicht nur mehr Leistung, sondern auch mehr Lärm einziehen.

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