Audi F1-Showcar - Studio - 2022 Audi
Audi F1-Showcar - Studio - 2022
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Walter Röhrl - Audi quattro S1 - Rallye San Remo - 1985 19 Bilder

Audi F1-Einstieg ab 2026 offiziell bestätigt

Audi bestätigt F1-Einstieg ab 2026 Motor schon seit März in Arbeit

Audi steigt ab 2026 mit einem eigenen Motor und Hybridantrieb in die Formel 1 ein. Das hat der Ingolstädter Premiumhersteller am Freitag (26.8.) offiziell verkündet. Der Partner wird erst später bekanntgegeben, doch alle Zeichen deuten auf eine Übernahme von Sauber.

Es hat nur zehn Tage gedauert. Am 16. August hat der FIA-Weltrat das Motoren-Reglement für 2026 abgesegnet. Auf 154 Seiten sind Technik, Finanzen und sportliche Belange im Detail beschrieben. Das war die Eintrittskarte für alle Neueinsteiger.

Am 26. August bestätigte Audi nun, was ein schlecht gehütetes Geheimnis war: Der Ingolstädter Autobauer steigt in vier Jahren mit einem eigenen Motor und Hybridantrieb in die Königsklasse ein. Zum ersten Mal in der Geschichte der Firma mit den vier Ringen. Trotzdem schwingt ein bisschen Auto Union mit.

Entscheidend für den Einstieg war, dass die Königsklasse kosteneffizienter wird. Zum bereits bestehenden Kostendeckel für Teams kommt 2023 ein Kostendeckel für Power-Unit-Hersteller hinzu. Wichtig für Audi war auch das Thema Nachhaltigkeit. Der technische Fokus liegt künftig stärker auf Elektrifizierung und nachhaltigem Kraftstoff. Zudem hat sich die Formel 1 das ambitionierte Ziel gesetzt, als Rennserie bis 2030 CO2-neutral zu sein.

Audi hat vorläufig nur sein Engagement als Motorenhersteller bekannt gegeben. Doch die Audianer machen keine halben Sachen. 2026 wird ein Audi in der Nennliste stehen. Der Fahrerlagerfunk weiß schon mehr. Zum Aufbau des neuen Werksteams wird Premiumhersteller mehrheitlich den Schweizer Sauber-Rennstall übernehmen – in drei Portionen à 25 Prozent jährlich, beginnend mit dem Jahr 2023. Die restlichen 25 Prozent behält demnach der aktuelle Besitzer Finn Rausing. Offiziell heißt es, dass der Partner bis zum Ende des Jahres verkündet werden soll.

Dazu passte auch, dass Alfa Romeo nur wenige Stunden nach der Audi-Meldung verkündete, dass man Ende 2023 die Beziehung zum Sauber-Team trennen wird. Im Gegensatz zur neuen Audi-Ehe war die Verbindung mit den Italienern eine reine Sponsor-Partnerschaft, auch wenn immer mal wieder gemeinsame Technik-Projekte im Serienauto-Bereich durchgeführt wurden. Unter welchem Namen das Team in den Saisons 2024 und 2025 antreten wird, ist noch nicht bekannt.

Audi stockt auf: Von 120 auf 300

Während das künftige Audi-Chassis weiter in Hinwil entwickelt und gebaut wird, entsteht der neue Antrieb im bayerischen Neuburg. Dort befindet sich seit 2014 das Sport-Kompetenzzentrum der Ingolstädter Marke mit einer hochmodernen Fabrik für den Bau von Motoren und Hybridbausteinen.

Obwohl die vorhandenen Prüfstände schon Formel-1-tauglich sind, wird bis zum Sommer nächsten Jahres weiter nachgerüstet. Audi hatte schon seit geraumer Zeit bei AVL in Graz Spezialprüfstände bestellt, auf denen Motor und Getriebe beziehungsweise das komplette Auto getestet werden können.

Der V6-Turbo, seine Elektromaschine (MGU-K), die Batterie und die Steuergeräte sind eine komplette Neukonstruktion. Aus dem Konzernbaukasten hätte man sich höchstens bei Porsche bedienen können. Die Konkurrenz aus Zuffenhausen hatte nach dem Le-Mans-Ausstieg im Jahr 2018 schon damit begonnen, einen Hochleistungsmotor mit Blick auf einen möglichen F1-Einstieg zu entwickeln.

Doch dafür hätten Audi und Porsche ein gemeinsames Projekt starten müssen. Beide gehen nun jedoch getrennte Wege. Audi fängt aber nicht ganz bei null an. Rund 120 Techniker arbeiten bereits seit diesem März an der Antriebseinheit für 2026. Bis Ende des Jahres soll die Mannschaft auf 200 Mitarbeiter aufgestockt werden. Wenn es dann mal richtig losgeht, werden 300 Leute in Neuburg angestellt sein.

Audi F1-Showcar - Studio - 2022
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In Spa-Francorchamps positierten F1-Boss Stefano Domenicali, FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem, Audi-Vorstandschef Markus Duesmann und Entwicklungsvorstand Oliver Hoffmann mit einem Audi F1-Showcar.

Konkurrenzfähig in drei Jahren

"Wir wissen, dass die anderen Hersteller schon länger dabei sind und einen Vorsprung haben. Aber die neuen Regeln geben uns die Chance, jetzt den Fuß in die Tür zu bekommen", erklärte Audi-Vorstandschef Markus Duesmann bei der offiziellen Bekanntgabe. Mit der Ankündigung des F1-Projekts wurde nun auch erstmals bestätigt, dass das ursprünglich geplante LMDH-Prototypen-Programm für die WEC gekippt wurde, das Dakar-Programm und der Kundensport mit den GT-Autos aber weitergeführt wird.

Für den Einstieg in die Königsklasse sollen alle Kapazitäten gebündelt werden. Audi hat einen klaren Marschplan: "Wir wollen innerhalb von drei Jahren konkurrenzfähig sein", traute sich Duesmann aus der Reserve. Audi ist sich trotzdem der Dimension der Aufgabe bewusst: "Auf uns wartet eine große Herausforderung", gibt Entwicklungs-Vorstand Oliver Hoffmann zu. "Wir gehen sie an, weil die Regeln Neueinsteigern erlauben, auf Augenhöhe mit den bestehenden Herstellern zu fahren."

Duesmann betonte, dass es mit Porsche keinerlei Synergien geben werde: "Wir sind schon in Le Mans mit einem komplett unterschiedlichen Projekt gegen Porsche angetreten und werden es auch in der Formel 1 so halten. Unser Motor wird in Deutschland entstehen, der von Porsche in England. Diese Vorgehensweise ist sinnvoll, weil auch unsere Kundenkreise unterschiedlich sind."

Porsche & Audi - F1 - Sean Bull Design
Sean Bull Design
Neben Audi will auch Porsche in die Formel 1. Noch hat der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen nichts offiziell gemacht.

Wann kommt Porsche aus der Deckung

Die Leitung des Audi-Formel-1-Projekts wird der 53-jährige Adam Baker übernehmen. Baker ist seit 2002 im Motorsport unterwegs, zuerst bei Cosworth, dann bei BMW und bei der FIA. Seit 2021 arbeitet er für Audi. Kontakte zum Weltverband waren bekanntlich noch nie schlecht für das Geschäft.

Die Technische Leitung der Motorentwicklung übernimmt Stefan Dreyer. Er arbeitete lange im Team von Donatus Wichelhaus, der in den Formel-1-Plänen von Porsche eine entscheidende Rolle spielen soll. Dreyer war zuletzt auch als Audi Sport Entwicklungschef verantwortlich für die Konstruktion des Dakar-Hybrid-Rennwagens.

Nachdem Audi im Rahmen einer offiziellen Pressekonferenz in Spa mit Vorstandschef Markus Duesmann und Entwicklungsvorstand Oliver Hoffmann zusammen mit Formel-1-Chef Stefano Domenicali und FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem in Vorlage gegangen ist, warten jetzt alle auf Porsche. Bin Sulayem meinte stolz: "Wir haben mit unserem Regel-Paket eine Plattform geschaffen, die für Automobilhersteller attraktiv ist."

Im Fahrerlager wird spekuliert, dass der Stuttgarter Sportwagenhersteller schon innerhalb der kommenden Woche seinen Einstieg in die Königsklasse und den Kauf von 50 Prozent von Red Bull Technology bestätigen will. Neben Audi und Porsche soll es zudem noch weitere namhafte Interessenten geben, die mit einem eigenen Motor in die Formel 1 einsteigen wollen, sich bis jetzt aber noch nicht aus der Deckung getraut haben.

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