Audi gibt weiter Gas. Das neuformierte Werksteam war Anfang Januar als erster Rennstall der Formel 1 mit dem neuen 2026er-Auto auf der Rennstrecke unterwegs. Bei einem Filmtag in Barcelona hatten die Techniker erste Daten mit dem R26 gesammelt. Am Donnerstag (16.4.) wurde nun auch direkt der zweite Filmtag hinterhergeschoben. Dieses Mal hatte die Audi-Truppe die Grand-Prix-Strecke in Monza gebucht.
Private Testfahrten während der Saison sind eigentlich verboten. Jedes Team darf allerdings pro Jahr zwei sogenannte "promotional Sessions" durchführen. Dabei sind die Regeln klar definiert: Die Fahrleistung ist mit 200 Kilometern streng limitiert. Zum Einsatz kommen auch nicht die regulären Rennreifen von Pirelli, sondern sogenannte Demo-Reifen, die in Sachen Grip und Verschleiß spezielle Eigenschaften aufweisen.
Dennoch lassen sich auch an solchen Filmtagen auch wichtige Erkenntnisse gewinnen. Viele Teams nutzen die Gelegenheit zum Beispiel, um Messdaten zu größeren Updates zu sammeln. Auch Audi soll in Monza zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen haben. Die Marketingspezialisten hatten dem Rennteam eine lange Wunschliste für Filmaufnahmen vorgelegt. Gleichzeitig nutzten die Ingenieure die Zeit auf der Strecke aber auch dazu, Erkenntnisse über die Technik zu gewinnen.

Bei Audi hat man die rennfreie Zeit im April genutzt, um Kinderkrankheiten auszumerzen.
Audi-Piloten üben Starts
So wurden Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto von Zaungästen dabei beobachtet, wie sie eifrig Startübungen absolvierten. Die Launch-Phase gehörte in den ersten Rennen zu den großen Schwachpunkten des neuen Audi R26. Hier verloren die beiden Piloten regelmäßig viele Positionen, was am Ende Punkte kostete.
Die Audi-Ingenieure haben die Pause offenbar dazu genutzt, an der Fahrbarkeit herumzutüfteln. Die Piloten klagten bei ihren ersten Einsätzen noch regelmäßig über harte Gangwechsel, die in der Brems- und Beschleunigungsphase für Unruhe im Auto sorgten. Auch beim Energie-Management waren noch Hausaufgaben zu erledigen. In direkten Duellen auf der Strecke kämpften die Fahrer oft mit stumpfen Waffen.
Nach Informationen von auto motor und sport sollen bei dem kurzfristig angesetzten Testtag bereits erste Fortschritte festgestellt worden sein. Offenbar haben die Nachbesserungen am Antriebsstrang geholfen. Ob dabei neue Hardware zum Einsatz kam oder nur an der Software gefeilt wurde, entzieht sich leider unserer Kenntnis.

Teamchef Mattia Binotto hat angekündigt, dass Audi in Miami mit einem großen Aero-Upgrade aufschlagen wird.
Großes Aero-Paket für Miami
Teamchef Binotto hatte bereits in Suzuka angekündigt, dass man beim nächsten Rennen in Miami nicht nur am Antriebsstrang nachbessern wolle, sondern auch aerodynamische Upgrades geplant sind. "Ich höre von vielen Teams, dass sie Performance-Pakete bringen wollen. Das gilt auch für uns. Wir haben schon was im Windkanal."
Der Italiener versprach sich viel von den neuen Teilen: "Die Entwicklungsrate ist zu diesem Zeitpunkt mit dem neuen Reglement ziemlich hoch. Das Paket ist ein großer Schritt, wenn man es mit dem vergleicht, was wir bisher gefahren sind. Weil die Regeln aber noch so neu sind, kommt es nicht unerwartet, dass Upgrade-Pakete so groß ausfallen. Mal abwarten, wie es funktioniert."
Nach einem guten Start muss Audi jetzt beweisen, dass man auch im Entwicklungswettlauf mit den anderen mithalten kann. Binotto gibt sich optimistisch: "Wir müssen die Fortschritte immer in Relation zu den anderen sehen. Wie gut wir da abschneiden, kann ich noch nicht sagen. Aber ich bin happy mit unserer Arbeit. Ich bin zuversichtlich, dass wir zumindest dort weiterkämpfen können, wo wir vorher schon lagen."












