Formel 1: McLaren wird zur Lachnummer: Warum gab es Intermediates ohne Regen?

McLaren-Slapstick mit Intermediates
Wie konnte dieser Fehler passieren?

GP Kanada 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.05.2026
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McLaren - GP Kanada 2026
Foto: Steven Tee via Getty Images

Es sah schon ein bisschen nach Slapstick aus. Als die Heizdecken vor dem Start in Montreal von den Reifen genommen wurden, kamen bei McLaren überraschenderweise Intermediates zum Vorschein. Dabei fanden sich zu diesem Zeitpunkt höchstens ein paar vereinzelte Regentropfen auf der Piste. Und aus den Wolken kam nichts mehr nach.

Als es in die Einführungsrunde ging, bemerkten die Piloten den Fehler. Doch die Reifenwahl wurde nicht korrigiert. Obwohl es anschließend noch zwei weitere Extra-Einführungsrunden gab, nutzte McLaren die Chance nicht, den Schaden wenigstens etwas in Grenzen zu halten. Beide Autos parkten mit den profilierten Pirellis in der Startaufstellung, als das Rennen freigegeben wurde.

Überraschenderweise schaffte es Lando Norris mit den Intermediates, die silberne Wand vor ihm zu knacken. Der Brite schoss innen an Kimi Antonelli und George Russell vorbei. Doch noch bevor die Silberpfeile kontern konnten, bog der Weltmeister an die Box ab, um die abgerubbelten Intermediates gegen Medium-Slicks zu tauschen. Teamkollege Piastri war schon einen Umlauf früher beim Service.

McLaren - GP Kanada 2026
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Weitere Pannen für McLaren

Die beiden Piloten fielen auf die Plätze 14 und 17 zurück und steckten plötzlich mitten im Verkehr. Beim Versuch, möglichst schnell wieder nach vorne zu kommen, rutschte Piastri in der Haarnadel mit stehenden Vorderrädern in den Williams von Alex Albon. Er musste sich einen neuen Frontflügel abholen. Dazu kassierte der Crashpilot noch eine 10-Sekunden-Strafe. Am Ende landete der Australier auf Rang 11.

Das Rennen von Norris war ebenfalls von weiteren Zwischenfällen geprägt. In Runde 16 musste der Weltmeister direkt ein zweites Mal die Box ansteuern, weil sich Dreck in den Kühlern gesammelt hatte, der entfernt werden musste. In Runde 40 war dann endgültig Schluss. Norris stellte sein Auto in der Haarnadel ab. Ein Getriebschaden beendete den verkorksten Tag.

McLaren - GP Kanada 2026
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Kleiner Schauer zur falschen Zeit

Die große Frage nach dem Rennen lautete aber, wie man am Start zu der verhängnisvollen Intermediate-Entscheidung kommen konnte, mit der das Rennen praktisch gelaufen war. Die Antwort war ein sehr unglückliches Timing vor dem Start. Just in dem Moment, als die Reifenwahl fällig war, hatte die Intensität das Nieseln zugenommen.

Die Wetterprognose war in diesem Moment nicht ganz eindeutig. Hätte der Niederschlag angehalten, wäre die Strecke schnell komplett feucht gewesen. Da wären die Intermediates die richtige Wahl gewesen. Nicht nur wegen des Profils, sondern auch wegen der weicheren Gummimischung, die sich schneller auf Temperatur bringen ließ. Dummerweise hörte das Nieseln kurz nach der Reifen-Deadline ganz auf und McLaren stand ziemlich dumm da.

"Fünf Minuten vor dem Start haben wir uns für die Intermediates entschieden. Da war die Strecke leicht schmierig und es regnete noch", verteidigte Teamchef Andrea Stella die Entscheidung. "Leider hat der Regen dann aufgehört und die Strecke ist schnell wieder abgetrocknet. Die beiden zusätzlichen Formationsrunden haben uns dann den letzten möglichen Vorteil geraubt."

Allan McNish - Audi - GP Kanada 2026
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Vier Teams auf dem Holzweg

Zur Verteidigung von McLaren muss man allerdings anmerken, dass noch weitere Teams vom launischen Montreal-Wetter auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Auch die beiden Audi-Piloten, die beiden Cadillacs sowie Carlos Sainz begannen das Rennen auf den Intermediates und mussten schon früh die Box ansteuern. Sie starteten alle weiter hinten. Hier war ein gewisses Risiko also nachvollziehbar.

Als einziger der Intermediates-Starter schaffte es Sainz in die Punkte. Der Spanier nahm den Reifen-Fauxpas auf die eigene Kappe. "Ich habe mich für das Risiko und den Start auf Intermediates entschieden. Von Startplatz 15 dachte ich, dass es den Poker wert ist. Leider hat es sich heute nicht ausbezahl."

Auch bei Audi musste man zugeben, aufs falsche Pferd gesetzt zu haben. "Als wir die Entscheidung getroffen haben, schien es wie die sichere Wahl", hieß es aus dem Vier-Ringe-Camp. Hülkenberg machte seinem Team keinen Vorwurf: "Mit den Informationen, die uns zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung standen, schien es einen Versuch wert zu sein. Leider hat es uns direkt in der Anfangsphase zurückgeworfen."