Stellantis SRT eBoost Air: Auch die Amerikaner entdecken den E-Lader

Stellantis SRT eBoost Air E-Kompressor
Auch die Amerikaner entdecken den E-Lader

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.08.2026
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Stellantis SRT eBoost Air E-Kompressor
Foto: Stellantis

Auch wenn auf dem US-Markt der klassische V8-Motor derzeit wieder eine Renaissance erlebt, sind in vielen Modellen schon aufgeladene kleinere Triebwerke am Start. Für viel Power muss da der Turbo schon groß ausfallen. Mit einem großen Lader wächst aber auch das sogenannte Turboloch. Um dieses zuzuschaufeln, stellt die SRT Performance Division von Stellantis ein neues Antriebskonzept namens eBoost Air vor.

Ladedruck per E-Lader

Die neue eBoost Air E-Kompressor-Technologie wurde entwickelt, um hoch aufgeladenen Turbomotoren ein spontaneres Ansprechverhalten anzuerziehen. Da ein Abgasturbolader erst auf Touren kommt, wenn ausreichend Abgas zur Verfügung steht, fallen diese aufgeladenen Aggregate im unteren Drehzahlbereich in ein Leistungsloch. Dieser Drehzahlbereich ist umso größer, je größer der Turbolader dimensioniert ist. Umgangssprachlich nennt sich dieser Bereich vor dem spürbaren Leistungseinsatz des Laders "Turboloch". Genau hier soll eBoost Air eingreifen. Der rein elektrisch angetriebene Kompressor arbeitet unabhängig von der Motordrehzahl. Im Bereich, in dem noch nicht ausreichend Ladedruck zur Verfügung steht, sorgt der elektrische Kompressor für Überdruck in den Brennräumen. Mit steigendem Ladedruck durch den eigentlichen Turbo nimmt sich der E-Kompressor zurück. Damit ergibt sich theoretisch eine lineare Leistungsentfaltung völlig ohne spürbares Turboloch. Der vor den abgasgetriebenen Turboladern positionierte E-Kompressor arbeitet dabei mit einem elektronisch gesteuerten Bypass-System und wird von einem 48-Volt-Teilbordnetz mit Energie versorgt.

Für Vier- und Sechszylinder

Einen ersten Prototyp des eBoost Air hat SRT mit dem Hurricane-Dreiliter-Biturbo-Reihensechszylinder kombiniert, wie er in verschiedenen Jeep- und Dodge-Modellen zu finden ist. Auch ohne E-Boost erreicht der schon bis zu 550 PS und 720 Nm Drehmoment. SRT verspricht, dass sich der Sechszylinder mit dieser Technologie in Sachen Leistungsentfaltung anfühlt wie ein Kompressor-V8 und auch im Punkt Leistung gleichzieht. Bei Testläufen lieferte der modifizierte und neu kalibrierte Reihensechszylinder nach Informationen von US-Medien bereits 620 PS und 813 Nm. Dabei lieferte der E-Kompressor schon nach 0,65 Sekunden 0,7 bar zusätzlichen Ladedruck.

In einem nächsten Entwicklungsschritt sei die Adaption an den zwei Liter großen Hurricane 4-Vierzylinder vorgesehen.

Wann und in welchem Modell der E-Boost Air erstmals zum Serieneinsatz kommt, lässt Stellantis noch offen.

Andere haben den E-Lader schon in Serie

Sollten Sie sich die ganze Zeit gefragt haben, was an dieser Technologie neu ist, haben Sie die richtige Frage gestellt. Elektrisch angetriebene Verdichter sind bei verschiedenen europäischen Autobauern, beispielsweise Audi und Mercedes, schon lange im Serieneinsatz. Wirklich neu ist nur, dass jetzt auch US-Hersteller auf diese Technik anspringen – vermutlich, weil der V8 doch nicht auf ewig am Leben erhalten werden kann.

Fazit