Indy 500: Qualifying auf Sonntag verschoben, Vorteil für Mick?

Indy-500-Qualifying komplett auf Sonntag verlegt
Regenabsage als Vorteil für Mick Schumacher?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.05.2026
Als Favorit speichern
IndyCar - Indy 500 2026 - Regenabsage Qualifying
Foto: IndyCar

Ausgerechnet zum Auftakt des Qualifying-Wochenendes (16./17.5.) endete die Wetterglückssträhne des Indianapolis Motor Speedway. Nachdem die Trainingstage bislang größtenteils gute Bedingungen gesehen hatten, zogen pünktlich fiese Gewitterfronten über das Oval. Länger hielt sich die Hoffnung auf einen verspäteten Start am Samstagnachmittag. Doch das Regenradar widersprach schließlich.

Das größte Problem des US-Klassikers war hierbei, dass im ersten Segment alle 33 Autos jeweils einen Vier-Runden-Versuch absolvieren müssen. Weil dies nacheinander geschieht, hätte das zwischen zweieinhalb und drei Stunden gedauert. Selbst wenn keiner verunfallt wäre, drohte der nahende Sonnenuntergang. Aus Fairnessgründen darf die Session nicht über zwei Tage verteilt sein.

Um 15.40 Uhr Ortszeit fiel die Entscheidung, das Q1 auf den Sonntag zu verschieben. Damit steht die IndyCar vor einem echten Großkampftag. Das Spektakel beginnt nun um 9.30 Uhr (15.30 Uhr) mit dem Nachholen eines kurzen Warm-up-Trainings. Ab 12.00 Uhr (18.00 Uhr) stehen die 33 Einzelruns an – ohne die sonst üblichen Zusatzchancen danach. Die schnellsten Zwölf springen in ein K.o.-Qualifying: Auf die "Top 12" (16.30 bzw. 22.30 Uhr) folgen die "Fast Six" (18.00 bzw. 0.00 Uhr). Ohne Regen hätte der Sonntag drei Ausscheidungssitzungen geboten.

IndyCar - Indy 500 2026 - Mick Schumacher - Rahal Letterman Lanigan
IndyCar

Mentale Hilfe für Mick

Ryan Briscoe, der Fahrercoach von Mick Schumacher, wird die Entscheidung gerne gesehen haben. Während der Regenpause erzählte er: "Hier muss man sofort bereit sein, wenn die Rennleitung die Strecke freigibt. An langen Tagen wie diesem fällt das besonders schwer." Mit etwas Pech hätte sein deutscher Schützling bis in den späten Nachmittag hinein ausharren müssen. Nur um dann ohne echtes Warm-up direkt ans volle Limit zu gehen. Das blieb ihm nun erspart.

Auch sonst bietet es einen Vorteil für das Schumacher-Lager. Weil die letzte Quali-Simulation am Freitag (15.5.) durch Verzögerungen in der Vorbereitung unrund lief, kann sich die RLL-Truppe beim Warm-up Selbstvertrauen antrainieren. "Mick muss maximales Vertrauen in das Team haben. Wenn er mit vollem Risiko die erste Kurve bei über 370 km/h ansteuert, braucht es die Gewissheit, dass alles stimmt", skizzierte Briscoe die mentale Belastung. Das Mini-Training macht es Mick jetzt etwas leichter.

Der Coach war sich sicher, dass Schumacher so oder so bereit ist. "Wir haben uns zwar etwas mehr auf die Rennvorbereitung fokussiert, aber Mick nimmt jede Herausforderung unfassbar gut an. Das ist wirklich beeindruckend. Wenn er sein Tempo durch unser Paket zeigen kann, die Hybridstrategie aufgeht und die Gangwechsel perfekt sitzen, können wir auf die K.o.-Segmente hoffen." Bei deutlich besserem Wetter will der Rookie es beweisen.

Aller Voraussicht nach wird die deutsche IndyCar-Heimat Sky die Qualifying-Sessions komplett zeigen. Dasselbe sollte für Motorvision TV gelten. So oder so überträgt die serieneigene Plattform "IndyCar Live" die ganze Action.

Fazit