Lange hatten die Formel-1-Verantwortlichen gehofft, dass man von den ausgefallenen April-Rennen in der Golf-Region wenigstens den Bahrain-GP noch einmal nachholen kann. Die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen in den letzten Wochen machten diese Hoffnungen zunichte. Deshalb wurde im Hauptquartier in London schnell umdisponiert.
Am Sonntag (26.7.) konnte offiziell bestätigt werden, dass Malaysia für das gestrichene Rennen einspringen wird. Die Strecke vor den Toren der Hauptstadt Kuala Lumpur passt logistisch perfekt in die Lücke zwischen den beiden Rennen in Baku und Singapur. Durch den eingeschobenen Grand Prix in Sepang am 4. Oktober ergibt sich somit ein weiterer Triple-Header.
Bei nur 300 Kilometern Abstand zwischen Sepang und Singapur hält sich der Reisestress für Mensch und Material aber in Grenzen. Auch deshalb erhielt die malaysische Bewerbung am Ende den Zuschlag. Für die Königsklasse ist es eine kleine Reise in die Vergangenheit. Zwischen 1999 und 2017 war der schnellste Kreisverkehr der Welt 19 Mal auf der von Hermann Tilke designten und gebauten Strecke unterwegs.

Die Strecke in Sepang war schon 19. Mal Austragungsort des Malaysia-GP.
Verwirrung um Namen des Malaysia-Rennens
Für Statistiker wird es allerdings eine komplizierte Angelegenheit. Denn das Rennen in Sepang wird nicht als der 20. Grand Prix von Malaysia in die Geschichte eingehen, sondern als der 22. Grand Prix von Bahrain. Das Rennen gilt somit nicht als offiziell ausgefallen. Es bekommt nur einen neuen Gastgeber. Die ungewöhnliche Namenswahl hat rechtliche Gründe. Damit behalten alle bestehenden Verträge ihre Gültigkeit.
"Wir freuen uns sehr, bestätigen zu können, dass Malaysia 2026 den Großen Preis von Bahrain ausrichten wird", erklärte Formel-1-Boss Stefano Domenicali. "Erneut hat der Sport seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, sich anzupassen, Lösungen zu finden und zu liefern – und damit einen aufregenden Moment für alle zu schaffen, die der Formel 1 folgen."
Für die spezielle Lösung war Flexibilität bei allen Parteien notwendig: "Ich möchte seiner Majestät König Hamad bin Isa Al Khalifa, König von Bahrain, seiner Königlichen Hoheit Prinz Salman bin Hamad Al Khalifa sowie Seiner Majestät Sultan Ibrahim, König von Malaysia, ebenso wie den jeweiligen Regierungen unseren aufrichtigen Dank aussprechen, dass sie dieses außergewöhnliche Ergebnis durch ihre Vision, ihr Engagement und entschlossenes Handeln möglich gemacht haben. Selbstverständlich möchte ich auch FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem für seine Partnerschaft und die Zusammenarbeit während des gesamten Prozesses danken."

F1-Boss Stefano Domenicali hat Sorge, dass auch Katar und Abu Dhabi gestrichen werden könnten.
Müssen noch mehr Rennen ersetzt werden?
Mit der Wiedereinsetzung des Bahrain-GP kommt der Kalender nach aktuellem Stand auf 23 Rennen. Sollten auch die beiden Abschlussrennen in Katar und Abu Dhabi abgesagt werden müssen, steht mit Imola bereits ein aussichtsreicher Ersatzkandidat in den Startlöchern. Die Formel 1 muss angeblich auf mindestens 22 Rennen kommen, um Entschädigungen von Partnern und TV-Anstalten zu verhindern.
In seinem Statement freute sich Domenicali aber auch für die Fans: "Sie werden weiterhin einen vollständigen und spannenden Formel-1-Kalender genießen können und zugleich sehen, wie der Sport an einen großartigen Austragungsort zurückkehrt. Malaysia ist ein unglaubliches Land, und Sepang hat einen besonderen Platz in der Geschichte der Formel 1. Es wird eine spektakuläre Kulisse für den Rennsport bieten und ein unvergessliches Erlebnis für die Fans an der Strecke und für diejenigen, die weltweit zuschauen."





