Die Formel 1 ist ein globaler Sport. Bis zu 1.400 Tonnen Material müssen laut Logistik-Partner DHL zu jedem Grand-Prix-Ort rund um die Welt verfrachtet werden. Der Großteil davon macht sich per Schiff auf die Reise rund um den Globus. Bei so viel Aufwand lässt sich der Terminplan nicht mal eben so vom einen auf den nächsten Tag ändern.
Die unsichere Lage in der Golf-Region zwingt die Verantwortlichen der Königsklasse aber dazu, beim Kalender eine gewisse Flexibilität zu zeigen. Die beiden Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien im April sind dem Iran-Krieg schon zum Opfer gefallen. Lange hoffte man in der F1-Zentrale in London, zumindest Bahrain noch einmal nachzuholen.
Viele Teams hatten ihr Seefracht-Material im kleinen Königreich gelagert, damit bei einem möglichen Nachholtermin keine zusätzlichen Cargo-Kosten anfallen. Doch die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen in den letzten Wochen hat nun zu einer endgültigen Absage geführt. Stattdessen wurde ein zusätzliches Rennen in Malaysia in den Kalender geschoben.

Für den abgesagten Bahrain-Grand-Prix wurde schon eine Ersatzlösung gefunden.
Entscheidung so spät wie möglich
Das Sepang-Comeback ist am 4. Oktober, zwischen den beiden Rennen in Baku und Singapur angesetzt. Dass die Entscheidung für die Veranstaltung jetzt schon Ende Juli, mit mehr als zwei Monaten Vorlauf fallen musste, zeigt, wie langfristig bei der Formel 1 geplant werden muss.
Das Gleiche gilt natürlich auch für die anderen Rennen in der Golf-Region, die noch im Kalender stehen. Eigentlich wollte die Formel 1 den Saisonabschluss wie üblich wieder in Katar und Abu Dhabi feiern. Wenn jetzt aber nicht bald ein stabiles Friedensabkommen auf den Tisch kommt, muss auch hier umdisponiert werden.
Am Rande des Ungarn-Grand-Prix nahm Formel-1-Chef Stefano Domenicali beim TV Sender Sky F1 Stellung zu den Überlegungen hinter den Kulissen: "Wir wollen uns mit der Entscheidung natürlich so lange wie möglich Zeit lassen", erklärte der Italiener. Eine Absage soll es nur geben, wenn gar keine andere Möglichkeit übrigbleibt.

Bis Ende September müssen die F1-Verantwortlichen wissen, ob man in Katar und Abu Dhabi fahren kann.
Absage bis spätestens Ende September
Wegen der erwähnten Vorlaufzeiten, sind den Entscheidern allerdings natürliche Deadlines gesetzt: "Wir müssen definitiv eine Entscheidung vor Ende September treffen", verrät Domenicali. Um auf den Fall der Fälle vorbereitet zu sein, wurden den vergangenen Wochen hinter den Kulissen schon viele Gespräche mit möglichen Ersatzkandidaten geführt.
Angeblich gab es zahlreiche Anfragen von Rennstrecken, die gerne einspringen würden. Zuletzt hieß es, dass Imola gute Chancen haben soll, auch wenn ein Rennen im Dezember in Norditalien eine frostige Angelegenheit werden könnte. Diskutiert wurde auch, ob man nicht ein zweites Rennen in São Paulo durchführen kann. Das wäre zumindest klimatisch unproblematisch und würde Logistik-Kosten sparen.
Für die Formel 1 ist es wichtig, dass am Ende mindestens 22 Rennen durchgeführt werden. Sonst drohen Schadensersatzforderungen von Seriensponsoren, Partnern und den-TV-Anstalten. Deshalb werden die Verantwortlichen auch kein Risiko eingehen. Auf gut Glück an den Golf zu fliegen und dann kurzfristig absagen zu müssen, ist keine Option.












