Ist das noch normales Pech oder haben sich die Renngötter gegen Nico Hülkenberg verschworen? Beim Europa-Auftakt in Monaco sorgte ein abgefallenes Teil an seinem Audi R26 für das vorzeitige Quali-Aus. Im Rennen kam dann auch noch eine unberechtigte Strafe in der Schlussrunde dazu, die das erste Punkte-Ergebnis nachträglich ausradierte.
Eine Woche später in Barcelona war der Rheinländer ebenfalls auf Kurs zu den ersten Zählern des Jahres. Dann wirbelte Liam Lawson vor ihm ein paar Kieselsteinchen auf, die zielgenau den sogenannten "Kill-Switch" trafen, mit dem das Auto im Notfall von außen abgeschaltet werden kann. Hülkenberg konnte nur noch antriebslos zur Box rollen und den Kopf schütteln.
Aufgeben gilt aber nicht für den Routinier. Wichtiger als die Ergebnisse sei die Entwicklung, erklärte er bei der offiziellen FIA-Pressekonferenz vor dem Spielberg-Wochenende: "Wir erzielen Fortschritte, die Performance stimmt. Wir können im Mittelfeld mitkämpfen. Sowohl in Monaco als auch in Barcelona lagen wir auf Kurs, aus eigener Kraft die Top-Ten-Plätze zu erreichen. Dann kamen aber in beiden Fällen besondere Umstände dazu, die ein gutes Ergebnis am Sonntag verhinderten."

In der Spielberg-Pressekonferenz herrschte gute Stimmung. Gefachsimpelt wurde auch über die Fußball-WM.
Hülkenberg bleibt geduldig
Von der Null auf dem Fahrerkonto lässt sich der Pilot nicht aus der Ruhe bringen. Mit seiner langen Erfahrung weiß Hülkenberg, dass es manchmal Geduld braucht in diesem Geschäft: "Es gibt definitiv positive Zeichen. Wenn man vergleicht, wie sich das Auto in den ersten zwei, drei Rennen angefühlt hat, dann kann man den Fortschritt deutlich spüren. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis mal alles passt und wir es sauber zusammenbekommen."
Vor zwölf Monaten begann für das damalige Sauber-Team in der Europa-Saison die stärkste Phase des ganzen Jahres. Der erste Podestplatz für Hülkenberg in Silverstone dürfte den meisten Fans noch gut in Erinnerung sein. Damals passte alles zusammen – die Pace des Autos, die Strategie des Teams, das Wetterglück und natürlich die Leistung des Fahrers.
Auf die Verkettung so vieler positiver Umstände wartete der 38-Jährige seitdem vergeblich. In den letzten 19 Rennen sprangen lediglich 14 Punkte heraus – im Audi-Overall gab es wie erwähnt noch gar nichts Zählbares. Als hätte er all sein Glück bei einem Rennen aufgebraucht.

Auch mit der Null auf der Konto bleibt Nico Hülkenberg optimistisch. Er will sein Glück erzwingen.
Audi gräbt sich aus Loch heraus
Der Optimismus ist aber noch nicht verloren gegangen: "Wir befinden uns jetzt in der Europa-Saison. Da kommen einige Rennstrecken, die ich besonders mag. Es ist Sommer, bei den meisten Rennen wird es heiß sein. Silverstone steht auch schon vor der Tür. Das ist eine meiner Lieblingsstrecken. Wir werden unser Bestes geben, damit wir am Sonntag endlich etwas mit nach Hause nehmen können."
Mit dem großen Umbruch in der Winterpause sei die Situation aktuell aber nicht mit der vor zwölf Monaten zu vergleichen. "Alleine schon dadurch, dass wir jetzt das Audi-Werksteam sind, gab es einige Veränderungen innerhalb des Teams. Die waren aber alle positiv", stellt Hülkenberg klar.
Für sein Team gab es noch einmal ein Sonderlob: "Die ersten fünf, sechs Rennen waren in vielen Bereichen eine große Herausforderung für uns. Ich finde aber, dass wir uns da gut durchgekämpft haben. Wir haben uns aus dem Loch herausgegraben. Leider haben wir noch nicht die Belohnung dafür bekommen. Wir werden aber weiter hart arbeiten, um es zu erzwingen."








