Charles Leclerc - GP Austalien 2022 xpb
Nicholas Latifi - Williams - Formel 1 - GP Australien 2022
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Melbourne-Qualifying: Leclerc gegen Red Bull

Leclerc schlägt Red Bull Mit vollem Risiko auf Pole

Das Duell der Superstars geht in Melbourne weiter. Charles Leclerc startet zum dritten Mal in diesem Jahr vor Max Verstappen. Der Ferrari-Pilot musste viel Risiko nehmen und eine fehlerfreie Runde fahren, um die beiden Red Bull zu schlagen.

Der leichtere Teil der Arbeit ist erledigt, und der war schon schwer. Charles Leclerc startet zum zweiten Mal in dieser Saison von der Pole Position. Es dauerte bis zum allerletzten Q3-Versuch bis der Ferrari-Pilot endlich die beiden Red Bull in die Schranken verwies. Und dann gleich um 0,286 Sekunden. Doch der härtere Teil der Aufgabe steht dem WM-Spitzenreiter noch bevor. Er tritt im Rennen allein gegen zwei Red Bull an. Teamkollege Carlos Sainz startet nur von Platz 9 und kann ihm kaum helfen.

Ferrari hat nun auch auf dem dritten Streckentyp in dieser Saison gezeigt, dass der F1-75 unter allen Bedingungen schnell ist und seinen Fahrern erlaubt auf jede schnelle Runde des Gegners eine noch schnellere aus dem Hut zu zaubern.

"Ich war nie besonders gut auf dieser Strecke hier und habe in der Vergangenheit immer wieder Fehler gemacht. Auch im Q1 und Q2 war es nicht perfekt. Speziell in Kurve 6 hatte ich Schwierigkeiten. Sie ist mir erst im letzten Q3-Versuch perfekt gelungen", freute sich Leclerc.

Verstappen, Leclerc & Perez - Formel 1 - GP Australien 2022
Wilhelm
Charles Leclerc hat am Start gleich zwei Red Bull im Nacken.

Dunkles Visier gegen die Sonne

Um einen Red-Bull-Doppelsieg zu verhindern brauchte Leclerc eine fehlerfreie Runde und eine gehörige Portion Risiko. In Kurve 1 kam die tiefstehende Sonne gerade wieder hinter einer Wolke hervor, was den Monegassen stark in der Sicht beeinträchtigte.

"Im Q2 war es ganz schlimm. Ich bin praktisch blind in die Kurve reingefahren. Dann haben sie mir das dunkelste Visier gegeben, das es gibt. Trotzdem war es schwierig in der ersten Kurve die Umrisse der Strecke zu erkennen. Und für den Rest der Runde war das Visier zu dunkel. Auch in meiner Problemkurve 6 bin ich ein größeres Risiko eingegangen. Und zum ersten Mal hat es gepasst."

Leclerc fasste seine drei Sektorbestzeiten in die Runde, die ihm die elfte Pole Position seiner Karriere brachte. Bei Red Bull dagegen passte immer ein Sektor nicht. Max Verstappen haderte: "In meinem ersten Q3-Versuch lief bis Kurve 13 alles gut. Dann habe ich dort Zeit liegenlassen, weil sich plötzlich die Balance des Autos verschoben hat."

Im zweiten Versuch war es umgekehrt. Verstappen kam schlecht in die Runde rein, fuhr aber seinen stärksten dritten Sektor, der jedoch immer noch eineinhalb Zehntel über dem Bestwert von Leclerc lag.

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Australien 2022
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Max Verstappen brachte die perfekte Runde nicht zusammen.

Perez wirft Sprit-Vorteil weg

Sergio Perez ging mit einer anderen Reifenstrategie ins Q3 als sein Teamkollege. Der Mexikaner wollte jeweils fünf Runden am Stück drehen, um mit einem Reifensatz zwei Chancen zu haben. Die zweite schnelle Runde ist in der Theorie die aussichtsreichere, weil in der Zwischenzeit Sprit für zwei Zehntel verbrannt wird.

Perez musste mit seinem ersten Reifensatz wegen der roten Flagge nach dem Alonso-Unfall auf diese zweite Runde verzichten. Und mit dem zweiten Reifensatz konnte er sich im zweiten Anlauf nicht verbessern. "So haben wir den Spritvorteil weggeworfen."

Die Red-Bull-Piloten wären auch bei perfekten Runden mit den besten Sektorzeiten in eine Runde verpackt hinter dem Ferrari mit der Startnummer 16 gelandet. Verstappen kam auf eine Idealzeit von 1.18,041 Minuten, Perez auf 1.18,096 Minuten.

"Ich habe mich das ganze Wochenende nie hundertprozentig wohl gefühlt im Auto. Die Balance war nie perfekt. Wir haben viel mit dem Setup probiert, aber keine zufriedenstellende Lösung gefunden", kritisierte Verstappen.

Max Verstappen & Charles Leclerc - Formel 1 - GP Australien 2022
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Kommt es am Sonntag wieder zum direkten Zweikampf auf der Strecke zwischen Leclerc und Verstappen?

Red Bulls Sorge um die Motoren

Trotzdem sieht Red Bull gute Chancen für das Rennen. "Wir sind für das Rennen gut aufgestellt", schließt Sportdirektor Helmut Marko aus den Longruns vom Freitag. Dabei war Verstappen eine Spur schneller als Leclerc und Perez genauso knapp besser als Sainz. Die Hoffnung begründet sich auf eine geringe Reifenabnutzung und auf das Bouncing, mit dem Ferrari auch am Samstag noch zu kämpfen hatte. Zu aller Verwunderung wirkt sich das auf die Rundenzeit nicht aus.

Marko kann sich dennoch nicht vorstellen, dass man bei der Schaukelei ein Rennen am Limit durchhalten kann. In der Anfangsphase wird das hohe Gewicht das Hüpfen erträglich gestalten, doch sobald der Tank leerer wird, könnte sich das Bouncing bei den Ferrari-Piloten zurückmelden.

Der Red Bull RB18 ist neben dem McLaren MCL36 das einzige Auto, das vom Bouncing nicht betroffen ist. "Wir haben es mit unserem Upgrade am letzten Testtag in Bahrain ausgetrieben", berichtet Marko stolz.

Die Red Bull fahren dabei noch extrem tief, was man an dem starken Funkenflug erkennen kann. Das ist genauso rätselhaft wie Ferraris eigenartiges Schaukeln, dass sich dadurch vom Rest unterscheidet, dass ist mit niedriger Frequenz auftritt.

Red Bull muss sich eher um seine Motoren Sorgen machen. Das Seniorteam blieb zwar bislang von Motorproblemen verschont, doch die Schäden im Schwesterteam Alpha Tauri hinterlassen auch bei Red Bull "ein mulmiges Gefühl", wie Marko zugibt. Zumal die beiden Schäden bei Yuki Tsunoda in Jeddah auf Honda zurückzuführen sind, in der Theorie also immer auftreten können.

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