Nico Rosberg streute erst kürzlich im High-Performance-Podcast Rosen. "Charles Leclerc ist einer der schnellsten Fahrer der aktuellen Generation", sagte der langjährige Rivale von Leclercs aktuellem Teamkollegen Lewis Hamilton. Es gibt wohl keinen Experten und Journalisten im Fahrerlager, der dem Monegassen abstreitet, ein kommender Weltmeister zu sein.
Das weiß auch Ferrari. Die Scuderia und der 28-Jährige haben sich deshalb auf einen neuen Vertrag geeinigt. Das kommunizierten die Italiener am Mittwoch (3.6.) vor dem für Leclerc so wichtigen Heimspiel in Monaco. In der Pressemitteilung ist von einem mehrjährigen Deal die Rede. Die genaue Laufzeit veröffentlichte das berühmteste Formel-1-Team der Historie nicht.
Der bisherige Vertrag wäre mit Ende der aktuellen Saison ausgelaufen. "Ich könnte nicht glücklicher sein, die Reise mit Ferrari fortzusetzen. Es war schon immer mehr als ein Team für mich. Es ist das Team, das ich schon als Kind geliebt habe. Ich habe davon geträumt, eines Tages für Ferrari fahren zu dürfen. Zusammen haben wir bereits schöne, aber auch harte Momente erlebt. Aber ich glaube mehr denn je daran, dass wir gemeinsam das Ziel erreichen werden, die Weltmeisterschaft nach Maranello zurückzubringen."
Keine Alternativen für Leclerc
Seit 2019 ist der Qualifying-Spezialist Stammfahrer bei der Scuderia. In dieser Zeit holte er 27 Pole-Positions, acht Siege und 52 Podestplätze. Lediglich zu Beginn des Jahres 2022 konnte Leclerc um den Titel kämpfen. Als Red Bull allerdings den Entwicklungs-Turbo gezündet hatte, war gegen Max Verstappen nichts mehr zu holen.
In den restlichen Saisons blieb Leclerc nichts anderes übrig, als sich mit vereinzelten Highlights zufriedengeben zu müssen. Ganz oben auf der Liste steht der Heimsieg 2024, den er am kommenden Wochenende in Monaco wiederholen will.
Die Chancenlosigkeit nagte am talentierten Piloten. Letztes Jahr ploppten häufiger Gerüchte über einen Abgang auf. Aston Martin mit dem neuen Motorenpartner Honda sowie Design-Genie Adrian Newey schienen das Interesse geweckt zu haben. Nach dem verheerenden Auftakt in die 2026er-Spielzeit ist das Projekt für Leclerc aber keine Alternative. Dort muss noch viel Aufbauarbeit geleistet werden.
Andere Top-Teams kamen ebenfalls nicht in Frage. Mercedes hat Shootingstar Kimi Antonelli und George Russell im aktuell besten Auto des Feldes. Zudem steht wohl Max Verstappen auf der Shortlist von Teamchef Toto Wolff höher als Leclerc. Bei McLaren ist nach dem Titelkampf im Vorjahr Ruhe eingekehrt. Zwar wird Oscar Piastri lose mit Red Bull in Verbindung gebracht, aber da würde der Australier wohl nur anheuern, wenn Verstappen als Platzhirsch das Team verlassen würde.

Michael Schumacher ist mit 180 Grands Prix der Pilot mit den meisten Rennen für Ferrari.
Leclerc überholt Schumacher
Das sind weitere Gründe, warum Leclerc bei Ferrari verlängert hat. Er ist auch der erste Pilot, der im eigenen Nachwuchsprogramm war und zum Stammfahrer aufgestiegen ist. Nach einer starken Rookie-Saison 2018 bei Sauber wurde Leclerc ein Jahr darauf Teamkollege von Sebastian Vettel. In den zwei gemeinsamen Saisons war Leclerc besser als der viermalige Weltmeister, der daraufhin zu Aston Martin wechselte.
Mit nur 28 Jahren hat Leclerc bereits 155 Grands Prix für Ferrari bestritten und liegt damit auf Platz zwei der ewigen Bestenliste. Nur Michael Schumacher rangiert mit 180 Rennen für die Mythos-Marke noch vor ihm. In der kommenden Saison wird Leclerc ihn ablösen. Der Rekordweltmeister war von 1996 bis 2006 bei Ferrari, erlöste im Jahr 2000 ganz Italien von einer 21-jährigen Titeldürre und holte die Fahrerkrone. Vier weitere sollten folgen. Das hat die Legende Leclerc noch voraus. Dank des neuen Vertrags bekommt Leclerc nun eine neue Chance, zumindest einen Titel für "seine" Scuderia einzufahren.












