Auch wenn der LaFerrari noch nicht einmal 15 Jahre alt ist, gehört er sicher schon zu den Legenden der Automobilgeschichte. Er ist Teil der heiligen Dreifaltigkeit – zusammen mit dem Porsche 918 und dem McLaren P1. Die drei spektakulären Hybrid-Hypercars kamen damals alle kurz nacheinander auf dem Markt und stehen für den Aufbruch in eine neue Performance-Ära.
Natürlich verhalf auch die strenge Limitierung zum Kultstatus. Nur 499 Exemplare wurden vom italienischen V12-Monster gebaut. Bei den technischen Daten gab sich Ferrari damals übrigens bewusst vage. Als Werksangabe wurde einfach nur "weniger als drei Sekunden" für den Sprint auf 100 km/h angegeben. Der Top-Speed wurde schlicht mit "mehr als 350 km/h" beziffert.
Auch beim Neupreis ist man auf Schätzungen angewiesen. Irgendwas zwischen zwei und drei Millionen Euro mussten die Käufer damals auf den Tisch legen. Einfach zum Ferrari-Händler spazieren und einen LaFerrari bestellen, das ging natürlich nicht. Nur speziell auserwählte Kunden bekamen eines der begehrten Sammlerstücke zugewiesen und durften dann das Scheckbuch zücken.

Das 6,2 Liter V12-Triebwerk generiert in Kombination mit einem Elektro-Motor 963 PS Systemleistung.
LaFerrari als Abschiedsgeschenk?
Ob die beiden Werksfahrer, die damals für die Scuderia in der Formel 1 im Einsatz waren, überhaupt etwas bezahlen mussten, ist leider nicht überliefert. Felipe Massa kündigte kurz nach der Präsentation des LaFerrari auf dem Genfer Autosalon 2013 seinen Wechsel zu Williams an. Seit 2006 stand der kleine Brasilianer in Diensten des Rennstalls aus Maranello. Zu Beginn auch als Teamkollege von Michael Schumacher.
Massa feierte insgesamt elf Grand-Prix-Siege mit der Scuderia, half 2008 beim Gewinn der Konstrukteurs-WM, und verpasste den Fahrer-Titel in diesem Jahr dramatisch um nur einen Punkt gegen Lewis Hamilton. Dass Massa Ferrari im Guten verließ, war offensichtlich: Er hatte fast ein Jahrzehnt lang maßgeblich zum Erfolg des Teams beigetragen.
Umso mehr dürfte für ihn die Auslieferung seines brandneuen LaFerrari im Oktober 2014 ein besonderer Moment gewesen sein. Der Formel-1-Star konfigurierte den Supersportler außen im Farbton "Nero" (DS 1250) mit einem Interieur in "Nera-Alcantara". Dazu kamen als Atelier-Option noch FXX-K-Felgen.

Die Plakette mit der Widmung von Ex-Ferrari-Boss Luca di Montezemolo macht den LaFerrari zu einem begehrten Sammlerstück.
Rot und Schwarz innen wie außen
Farbige Kontraste setzen die Rosso-Corsa-Zierlinien am Frontsplitter, an den Seitenschwellern, am Diffusor und an den Spiegelstreben. Zur Sonderausstattung gehören außerdem rote Bremssättel (Rosso Corsa), ein Front- und Heckdiffusor aus Carbon sowie Carbon-Radkappen.
Auch innen bleibt es beim Schwarz-Rot-Thema. In die Kopfstützen der Sitze sind Cavallinos in Rosso Corsa eingestickt, ergänzt durch Rosso-Corsa-Ziernähte. Auf dem Carbon-Armaturenträger verläuft ein lackierter Rosso-Corsa-Streifen. Zum Spezial-Equipment gehören außerdem der Front-Lifter sowie ein Kamera-Kit zur Aufzeichnung der Rennstrecken-Action.
Ein besonders persönliches Detail versteckt sich zwischen den Sitzen. Die Plakette der limitierten Baureihe wurde zusätzlich mit der Widmung "Grazie Felipe" geprägt und vom damaligen Ferrari-Präsidenten und Geschäftsführer Luca di Montezemolo signiert.

Erstbesitzer Felipe Massa setzte seine Unterschrift auf das Armaturenbrett.
Unterschrift auf dem Armaturenbrett
Nach der Auslieferung wurde der LaFerrari zunächst auf Massas Adresse in Monaco zugelassen. Bis April 2021 blieb das Fahrzeug im Besitz des ehemaligen Formel-1-Stars. Danach ging das Auto an den aktuellen Eigentümer und wurde nach Dänemark exportiert. Dort wurde der Wagen dreimal beim offiziellen Ferrari-Partner "Formula Automobile A/S" gewartet.
Mit weniger als 4.000 Kilometern Laufleistung, von denen der Großteil auf Erstbesitzer Felipe Massa entfällt, dürfte dieser fahrbereite LaFerrari viele Interessenten anziehen. Der Formel-1-Pilot ließ es sich nehmen, sein Hypercar auf dem Armaturenbrett auch noch persönlich zu signieren.
Wer sich das Schmuckstück in die eigene Garage stellen will, muss jetzt schnell sein. Nur noch bis zum 21. Mai nimmt das Auktionshaus RM Sotheby’s Gebote für den besonderen LaFerrari an. Als Schätzpreis werden 4,5 bis fünf Millionen Euro angegeben.












