Wenig Action gab es für die Zuschauer vor Ort und an den TV-Bildschirmen während des dritten Trainings (13.6.) des Barcelona-GP. Die 22 Piloten ließen in den ersten Minuten die Zeit verstreichen, um frische Reifen der Mischungen C3 und C4 aufzuheben. Pirellis Gummis bauten am Trainingsfreitag (12.6.) stark ab. Die hohen Temperaturen in Katalonien verstärken dieses Problem.
Erst gegen Mitte des Trainings wurde es lebendiger auf der Strecke. An der Spitze dominierte Mercedes mit George Russell, der einen starken Eindruck machte. Tabellenführer Kimi Antonelli hatte auf seinem letzten Versuch Verkehr und wurde nur Siebter. Die spannendste Szene ereignete sich allerdings bei einem Hinterbänkler. Nach 35 Minuten steckte Valtteri Bottas plötzlich im Kiesbett von Kurve 10.
Erste Gedanken an einen möglichen Fahrfehler des Routiniers mussten nach Anblick der Zeitlupe direkt verworfen werden. Das Auto verlangsamte nicht wie gewünscht. Der ehemalige Mercedes-Mann hatte keine Chance, den Cadillac MAC-26 um die Linkskurve zu zwingen, und drehte sich noch um 180 Grad, ehe der Wagen im Kiesbett zum Stehen kam. Die Rennleitung ließ kurzzeitig die roten Flaggen schwenken.
Bremsenversagen am Cadillac?
Am Funk nannte Bottas unmittelbar den Grund für den Abflug: "Ich hatte keine Bremse mehr. Das Pedal wurde einfach lang. Da hatte ich Glück!" Wäre dem F1-Rückkehrer das am Ende der Start- und Zielgeraden passiert, hätte es in einem schweren Unfall enden können.
Neben dem Glück der großen Auslaufzone half auch das Fahrkönnen von Bottas, Schlimmeres zu verhindern. Der 36-Jährige schaltete noch einige Gänge herunter und zwang das Auto dank der Motorbremse in einen Dreher. Die Session war für Bottas damit gelaufen.
Sergio Perez war somit der verbliebene Cadillac-Chauffeur. Der Mexikaner erkundigte sich kurz nach der Ursache des Abflugs seines Teamkollegen. Dazu bekam der ehemalige Red-Bull-Pilot jedoch keine Auskunft. Das Team wollte den Defekt erst überprüfen.
Cadillac vertröstet zunächst
An die Medienvertreter versendete der US-Rennstall folgende Nachricht: "Leider wurde Valtteris Session von einem Problem beendet, das wir im Vorfeld des Qualifyings untersuchen werden."
Die Zeit drängt. Zwischen dem dritten Training und der Qualifikation (16 Uhr) liegen nur zweieinhalb Stunden. Kein Fahrer möchte mit einem möglichen Bremsproblem auf die Strecke gehen. Sollte Cadillac die Ursache nicht finden, könnte das neue Team gezwungen sein, beide Autos aus Sicherheitsgründen in der Garage zu lassen. Schon in Monaco wurden die Cadillac-Piloten von Bremsproblemen heimgesucht. Der Ärger im Fürstentum hatte seine Ursache in den zu klein dimensionierten Kühlhutzen.












