Alexander Albon - GP Italien 2019 xpb
Sebastian Vettel - GP Italien 2019
Sebastian Vettel - GP Italien 2019
Sebastian Vettel - GP Italien 2019
Impressionen - GP Italien 2019 47 Bilder

Vorschau GP Italien: Machtwechsel schon in Monza?

Vorschau GP Italien Machtwechsel schon in Monza?

Der F1-Klassiker in Monza ist das erste Rennen, bei dem der Quali-Modus verboten ist. Hat das Auswirkungen auf das Kräfteverhältnis? Wir haben die letzten Infos zum Italien Grand Prix in unsere Vorschau gepackt.

Spa-Francorchamps war ein netter Appetittanreger. Doch wer in der Formel 1 auf maximales Tempo und Windschattenschlachten steht, der kommt jetzt erst richtig auf seine Kosten. Auf der Traditionsstrecke in Monza erreichen die Autos traditionell die höchsten Durchschnittsgeschwindigeiten des Jahres. Statt Abtrieb zählen hier nur Power und ein möglichst geringer Luftwiderstand.

Pünktlich zum Highspeedfest im Königlichen Park hat die FIA den Ingenieuren aber einen Knüppel zwischen die Beine geworfen. Vom Start des Qualifyings bis zur letzten Rennrunde müssen die Autos stets mit dem gleichen Motoren-Mapping laufen. Die Zeiten des sogenannten Party-Modus, der im Qualifying ordentlich Extra-PS mobilisiert, sind vorbei.

Die große Frage lautet, wer von der Maßnahme profitiert und ob sich dadurch etwas nachhaltig am Kräfteverhältnis ändern wird? Vor allem bei Red Bull hofft man, nun endlich den Machtwechsel einläuten zu können. Doch Mercedes wird sich so einfach sicher nicht geschlagen geben. Teamchef Toto Wolff kündigte bereits an, dass man statt ein paar schneller Runden im Qualifying künftig eine höhere Schlagzahl über die gesamte Renndistanz gehen könne.

Dass die Regeländerung den Dauerweltmeister aus der Spur bringen wird, ist eher zweifelhaft. Die Konkurrenz sollte ihre Hoffnungen eher auf die Wettervorhersage setzen. Die Mercedes-Schwäche bei heißen Temperaturen ist hinlänglich bekannt. Das Quecksilber soll an allen Tagen des Rennwochenendes an der 30°C-Marke kratzen. Wir sind gespannt, ob die schwarz lackierten Silberpfeile bei diesen Bedingungen die maximale Leistung abrufen können.

Die Strecke: Autodromo Nazionale di Monza

5,793 Kilometer lang, über 80 Prozent Vollgasanteil und Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 260 km/h (Quali) – Monza ist vor allem schnell. Neben den Motoren sind auch die Bremsen stark belastet. Vier Mal geht es pro Runde aus mehr als 300 km/h in die Eisen. Das ungewöhnliche Layout, das eigentlich nur aus Geraden besteht, die durch drei Kurven und drei Schikanen unterbrochen werden, ist immer wieder Garant für Action.

Der erste Bremspunkt liegt erst 450 Meter hinter der Pole Position. In der Schikane wird es am Start immer ganz eng. Unfälle sind hier die Regel und nicht die Ausnahme. Die beiden DRS-Zonen befinden sich auf der Zielgeraden und dem Vollgasstück zwischen Lesmo 2 und der Ascari-Schikane. Die Fans können sich hier jedes Jahr auf heiße Windschattenschlachten freuen.

Pirelli Info-Grafik GP Italien 2020
Pirelli
Pirelli bringt die drei mittleren Mischungen C2, C3 und C4. Mangels schneller Kurven erwarten wir wie üblich ein Einstopp-Rennen in Monza.

Fast Facts zum GP Italien

  • Streckenlänge: 5,793 Kilometer
  • Rundenzahl: 53
  • Gesamtdistanz: 306,720 Kilometer
  • Anzahl Kurven: 11 (4 links, 7 rechts)
  • Rundenrekord: 1.21,046 min (Barrichello, 2004)
  • Pirelli-Reifen: C2, C3 & C4
  • Distanz Pole-Position zum Scheitelpunkte von Kurve 1: 450,7 Meter
  • Länge Boxengasse unter Speed-Limit: 417,8 Meter
  • Durchfahrszeit bei 80 km/h: 18,8 Sekunden

Setup:

In Monza zählt fast nur der Topspeed. Die Autos werden deshalb mit ultraschmalen Flügeln bestückt, die möglichst wenig Luftwiderstand produzieren. Theoretisch könnten die Rennwagen auch ganz ohne Heckflügel fahren, sagen die Ingenieure. Der Unterboden generiert dafür genügend Anpressdruck. Ohne den gewohnten Grip wird es für die Piloten in den wenigen Kurven umso schwieriger, die Ideallinie zu treffen. Und in Monza lauern fast überall tiefe Kiesbetten neben der Piste.

Neben dem kräftigen Motor zählen vor allem auch Traktion und Bremsstabilität. Das Fahrwerk darf deshalb nicht ganz nach unten geschraubt werden. Wer schnelle Rundenzeiten erzielen will, muss die hohen Randsteine mit in die Linie einbeziehen. Wichtig ist vor allem der Grip auf der Vorderachse. In den rechtwinkligen Kurven neigen die Autos sonst schnell zum Untersteuern.

Updates:

Viele Teams bauen für das Rennen in Monza ganz spezielle Aero-Pakete, die auf die radikale Reduzierung von Luftwiderstand ausgelegt sind. Die Flügel wandern normalerweise nach nur einem Rennen in die Tonne, weil sie auf anderen Kursen nicht brauchbar sind. In diesem Jahr können die Ultra-Low-Downforce-Kits aber auf der Highspeed-Variante des Bahrain International Circuit Anfang Dezember noch einmal zweitverwertet werden.

Sebastian Vettel - GP Italien 2019
Motorsport Images
Die letzten beiden Jahre leistete sich Vettel jeweils einen Dreher beim Ferrari-Heimspiel in Monza.

Favoriten:

Vor zwölf Monaten reiste Ferrari noch als klarer Favorit zum Heimspiel. Mittlerweile ist man vom Marktführer in Sachen Motor-Leistung zum Hinterbänkler geworden. Für alle drei Teams mit einem Motor aus Maranello im Heck sehen wir kaum Chancen, was die Vergabe der Punkte angeht. Da dürfte auch das Verbot des Quali-Modus nicht viel dran ändern.

Die Mercedes-Piloten können aktuell die meiste Power mit dem Gasfuß abrufen. Es wäre ein mittleres Wunder, sollten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas nicht auch hier den Sieg unter sich ausmachen. Doch unterschätzen darf man Red Bull bekanntlich nie. Das Team schafft es jedes Jahr irgendwie die niedrigen Erwartungen in Monza zu übertreffen und doch einigermaßen konkurrenzfähig aufzutauchen.

Dahinter hängt die Reihenfolge im engen Verfolgerfeld vor allem davon ab, welches Aero-Paket am besten zur Strecke passt. Nach der Galavorstellung in Spa sehen wir Renault als ersten Kandidaten auf Punkte. Die Ingenieure hoffen sogar insgeheim, dass man Red Bull im Kampf um den letzten Podiumsplatz herausfordern kann. Sollte die Equipe schwächeln, eröffnet das Chancen für McLaren, Alpha Tauri und Racing Point.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Italien 2018

Die meisten Schlagzeilen im Vorjahr schrieb nicht das Rennen sondern das Qualifying. Das Last-Minute-Pokerspiel um die besten Positionen für die Windschattenschlacht sorgte für viel böses Blut unter den Teams. Keiner wollte in der entscheidenden Q3-Runde die Führungsarbeit für den Rest des Feldes übernehmen. So verpassten es gleich mehrere Piloten, den Zielstrich vor Ablauf der Uhr zu überqueren.

Nutznießer war Charles Leclerc, dessen gute Zeit im ersten Run für die Pole Position reichte. Im Rennen musste sich der Monegasse teils hart gegen die beiden Mercedes verteidigen. Die Rennleitung verzichtete zum Glück auf eine mögliche Strafe gegen den Ferrari-Piloten. So rollte Leclerc am Ende unter dem Jubel der Tifosi mit acht Zehnteln Vorsprung vor Valtteri Bottas ins Ziel. Lewis Hamilton auf Rang drei konnte sich nach einem zusätzlichen Boxenstopp immerhin noch den Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde sichern.

Sebastian Vettel blieb bei der großen Ferrari-Party außen vor. Der Heppenheimer hatte sich schon in Runde 7 ohne Fremdverschulden in der Ascari-Schikane aufs Gras gedreht. Beim Versuch wieder Fahrt aufzunehmen, krachte der Ferrari auch noch in den Racing Point von Lance Stroll. Zusätzlich zum gebrochenen Frontflügel setzte es noch eine 10-Sekunden-Stop-&-Go-Strafe durch die Rennleitung, die Vettel aller Punktechancen beraubte.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Highlights vom GP Italien aus dem Vorjahr.

Zeitplan GP Italien 2020

Session Uhrzeit
1. Training Fr. 4. Sep. - 11:00 - 12:30
2. Training Fr. 4. Sep. - 15:00 - 16:30
3. Training Sa. 5. Sep. - 12:00 - 13:00
Qualifikation Sa. 5. Sep. - 15:00 - 16:00
Rennen So. 6. Sep. - 15:10 Uhr
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