Mercedes vs. Red Bull - GP Italien 2020 Motorsport Images
Stroll - Sainz - Gasly - GP Italien 2020 - Monza - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Italien 2020 - Monza - Rennen
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Italien 2020 - Monza - Rennen
Pierre Gasly - Alpha Tauri - GP Italien 2020 - Monza - Rennen 51 Bilder

Vorschau GP Italien: Machtwechsel schon in Monza?

Vorschau GP Italien Geht das WM-Pingpong weiter?

Max Verstappen hat sich die WM-Führung mit zwei Siegen nach der Sommerpause zurückgeholt. Doch nun geht es auf die Red-Bull-Angststrecke in Monza. Geht es nur um Schadensbegrenzung oder ist der Honda-Renner auch im Vollgas-Tempel siegfähig? Wir haben die letzten Infos zum Klassiker in der Vorschau.

In der zweiten Saisonhälfte geht es Schlag auf Schlag. Nach Spa-Francorchamps und Zandvoort folgt nun mit Monza bereits der letzte Teil des europäischen Dreierpacks. So langsam biegt die Formel 1 in die heiße Phase der Saison ein. Bis jetzt konnte sich noch keiner der beiden WM-Rivalen an der Spitze absetzen. In den letzten drei Rennen wechselte die Führung in der Fahrerwertung zwei Mal hin und her.

Die beiden Heimsiege in Benelux ließen das Pendel wieder in Richtung Max Verstappen ausschlagen. Der gebürtige Belgier mit niederländischem Pass reist mit drei Zählern Vorsprung nach Italien. Doch Monza war bislang kein gutes Pflaster für den 23-Jährigen. In sechs Anläufen im Autodromo wartet er immer noch auf das erste Podium. Ein fünfter Platz im Jahr 2018 steht als bestes Ergebnis in der Statistik.

Ganz anders sieht die Monza-Bilanz von Lewis Hamilton aus. Fünf Mal kletterte der Formel-1-Rekordsieger schon auf die oberste Stufe des Podest, wo er von den Tifosi allerdings nicht immer nur mit Applaus begrüßt wurde. In der vergangenen Saison gab es im Königlichen Park für beide Titelkonkurrenten nicht viel zu feiern. Pierre Gasly gewann beim großen Favoritensterben, vor Carlos Sainz und Lance Stroll.

Das Wetter sollte dieses Jahr nicht dazu beitragen, dass Chaos und Überraschungen drohen. Die Meteorologen rechnen an allen drei Tagen des Rennwochenendes mit trockenen Bedingungen. Allerdings spucken die aktuellen Prognosen sehr heiße Temperaturen knapp an der 30°C-Marke aus. So wird Monza vor allem für die Technik zu einer echten Belastungsprobe.

Auf dem Programm stehen in Monza dieses Jahr übrigens gleich zwei Rennen. Nach Silverstone wagt die Formel 1 erneut das Experiment mit einem Sprint am Samstag. Das reguläre Qualifying wird auf Freitag (18 Uhr) vorverlegt. Trotz leidenschaftlicher Tifosi dürfte die Stimmung wohl leider nicht ganz so gut werden wie in Zandvoort. Das liegt weniger an der Tatsache, dass Ferrari höchstens Außenseiterchancen besitzt, sondern an den Corona-Regeln in der Lombardei, die nur eine Tribünenauslastung von 50 Prozent erlauben.

Die Strecke: Autodromo Nazionale di Monza

5,793 Kilometer lang, über 80 Prozent Vollgasanteil und Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 260 km/h im Qualifying – Monza ist vor allem schnell. Neben den Motoren sind auch die Bremsen stark belastet. Vier Mal geht es pro Runde aus mehr als 300 km/h in die Eisen. Das ungewöhnliche Layout, das eigentlich nur aus Geraden besteht, die durch drei Kurven und drei Schikanen unterbrochen werden, ist immer wieder Garant für Action.

Der erste Bremspunkt liegt erst 450 Meter hinter der Pole Position. In der Schikane wird es am Start immer ganz eng. Unfälle sind hier die Regel und nicht die Ausnahme. Durch den Sprint am Samstag müssen die Piloten diese heikle Situation gleich zwei Mal meistern. Die beiden DRS-Zonen befinden sich auf der Zielgeraden und dem Vollgasstück zwischen Lesmo 2 und der Ascari-Schikane. Die Fans können sich hier jedes Jahr auf heiße Windschattenschlachten freuen.

Fast Facts zum GP Italien

  • Streckenlänge: 5,793 Kilometer
  • Rundenzahl: 53
  • Gesamtdistanz: 306,720 Kilometer
  • Anzahl Kurven: 11 (4 links, 7 rechts)
  • Rundenrekord: 1.21,046 min (Barrichello, 2004)
  • Pirelli-Reifen: C2, C3 & C4
  • Distanz Pole-Position zum Scheitelpunkte von Kurve 1: 458 Meter
  • Länge Boxengasse unter Speed-Limit: 417,6 Meter
  • Durchfahrszeit bei 60 km/h: 21 Sekunden
  • DRS-Zonen: 2 (T7-T8 / T11-T1)
Pirelli Infografik - GP Italien 2021
Pirelli
Pirelli bringt die drei mittleren Mischungen C2, C3 und C4. Mangels schneller Kurven erwarten wir wie üblich ein Einstopp-Rennen in Monza.

Setup:

In Monza zählt fast nur der Topspeed. Die Autos werden deshalb mit ultraschmalen Flügeln bestückt, die möglichst wenig Luftwiderstand produzieren. Theoretisch könnten die Rennwagen auch ganz ohne Heckflügel fahren, sagen die Ingenieure. Der Unterboden generiert genügend Anpressdruck. Ohne den gewohnten Grip wird es für die Piloten in den wenigen Kurven umso schwieriger, die Ideallinie zu treffen. Und in Monza lauern fast überall tiefe Kiesbetten neben der Piste.

Neben dem kräftigen Motor zählen vor allem Traktion und Bremsstabilität. Das Fahrwerk darf deshalb nicht ganz nach unten geschraubt werden. Wer schnelle Rundenzeiten erzielen will, muss die hohen Randsteine mit in die Linie einbeziehen. Wichtig ist vor allem der Grip auf der Vorderachse. In den rechtwinkligen Kurven neigen die Autos sonst schnell zum Untersteuern.

Updates:

Viele Teams bauen für das Rennen in Monza ganz spezielle Aero-Pakete, die auf die radikale Reduzierung von Luftwiderstand ausgelegt sind. Die flachen Flügel sind auf dem meisten anderen Kursen komplett unbrauchbar. Man darf gespannt sein, welche Autos mit neuen Monza-Kits ausgerüstet werden. Gut möglich, dass wegen des bevorstehenden Umstiegs auf die 2022er Autos und der Restriktionen durch das Budget-Cap einige Monza-Flügel aus dem Vorjahr recycelt werden.

Favoriten:

In Monza sitzen die ersten Sieganwärter immer in den Autos mit der höchsten Motorleistung. Das war in den letzten Jahren abwechselnd mal Ferrari und mal Mercedes. Doch in dieser Saison hat Honda den Anschluss zur PS-Spitze hergestellt. Es könnte somit zum ersten Red-Bull-Sieg seit dem Triumph von Sebastian Vettel in der Saison 2013 kommen. Zuletzt schien Verstappen auf Power-Strecken wie Baku, Spielberg oder Spa einen leichten Vorteil gegenüber Mercedes zu haben. Doch in Monza droht dem Holländer die starke Anstellung des RB16B und damit der höhere Luftwiderstand auf die Füße fallen. Unser Bauchgefühl sagt, dass Hamilton der Konter gelingt. Viel Geld würden wir auf diese Prognose aber nicht setzen.

Im Verfolgerduell zwischen McLaren und Ferrari ist es da schon einfacher einen Favoriten zu bestimmen. Den roten Rakten fehlt es wie schon im Vorjahr an Power. Letzte Saison reichte es in der Qualifikation nicht einmal für einen Platz im Q3. Und auch jetzt müssen die Fans ihre Erwartung runterschrauben. Punkte wären für Charles Leclerc und Carlos Sainz schon ein Erfolg. Bei einem Rückstand von 11,5 Zählern muss McLaren muss die Schwäche des direkten Gegners voll ausnutzen, um das Duell um WM-Platz drei noch einmal spannend zu gestalten.

Auch Alfa Romeo und Alpine dürften unter ihrem PS-Defizit leiden. Das könnte die Chance von Aston Martin und Alpha Tauri werden. Einen Sieg wie im Vorjahr wird Pierre Gasly zwar wohl nicht landen. Aber der vierte Platz von Zandvoort zeigte die ansteigende Formkurve des Franzosen und seines Dienstwagens. Den Fans von Mick Schumacher können wir dagegen keine Hoffnung machen. Beim ersten F1-Auftritt in Monza fehlen dem prominenten Ferrari-Junior Power und Aero-Effizienz.

Pierre Gasly - GP Italien 2020
Red Bull
2020 nahm überraschend Pierre Gasly den Monza-Siegerpokal mit nach Hause.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Italien 2020

Der 70. Italien-Grand-Prix in Monza ist vielen Fans sicher noch gut in Erinnerung. Zum Jubiläum zeigte sich der Klassiker von seiner unberechenbaren Seite. Dabei sah es nach dem Start zunächst noch nach einer relativ langweiligen Hamilton-Party im Autodromo aus. Der Weltmeister führte schon mit mehr als zehn Sekunden Vorsprung vor dem Rest des Feldes, als Kevin Magnussen mit seinem Haas in der Boxeneinfahrt ausrollte. Obwohl die Rennleitung die Boxengasse sperrte, bog Hamilton zum Reifenwechsel ab, was ihm eine Stop-and-Go-Strafe mit zehn Standsekunden einbrockte.

Bis das Urteil gesprochen wurde, gab es aber noch einen heftigen Crash von Charles Leclerc in der Parabolica, der zu einem Rennabbruch führte. Beim folgenden stehenden Restart hatte dann eigentlich Lance Stroll die besten Karten. Doch auf dem Weg in die erste Schikane wurde der Racing Point des Kanadiers von Pierre Gasly ausbeschleunigt. Auch Carlos Sainz zog noch vorbei und übernahm den zweiten Platz. In den letzten Runden machte der Spanier ordentlich Druck auf den führenden Alpha Tauri, konnte aber keinen Angriff mehr starten. Am Ende fehlten 0,4 Sekunden. Für Gasly war es der erste und einzige Sieg in der Königsklasse.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Highlights vom GP Italien aus dem Vorjahr.

Zeitplan GP Italien 2021

Session Datum/Zeit (MEZ)
Training 1 Freitag, 10. September - 14.30 Uhr
Qualifikation Freitag, 10. September - 18.00 Uhr
Training 2 Samstag, 11. September - 12.00 Uhr
Sprint Samstag, 11. September - 16.30 Uhr
Rennen Sonntag, 12. September - 15.00 Uhr
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