Auf den ersten Blick erinnert der Jetta M6 stark an das Tesla Model 3 – zumindest was die Frontpartie betrifft. Schmale LED-Scheinwerfer und eine konturierte Front ohne klassischen Kühlergrill prägen das Erscheinungsbild. Der Rest der Karosserie hingegen bleibt konventionell: klare Linien, ein Fließheck mit durchgehendem Leuchtband sowie teilversenkte Türgriffe sorgen für ein unaufgeregtes Gesamtbild. Mit einer Länge von 4,81 Metern bietet der M6 großzügige Platzverhältnisse.
Unter der Karosserie steckt eine Plattform, die speziell für den chinesischen Markt entwickelt wurde. Der Radstand von 2,82 Metern verspricht viel Raum im Innenraum – ideal für Familien oder Vielfahrer. Angetrieben wird der Jetta M6 von einem einzelnen Elektromotor des Zulieferers CRRC, wahlweise mit 113 kW (152 PS) oder 145 kW (194 PS). Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 166 bzw. 172 km/h – Werte, die klar auf Effizienz statt Sportlichkeit abzielen.
Batterie und Reichweite: Noch viele offene Fragen
Die Lithiumionen-Batteriezellen des Jetta M6 stammen vom chinesischen Hersteller CALB und werden von FAW-Jetta montiert. Genaue Angaben zur Kapazität gibt es bislang nicht, doch das Leergewicht zwischen 1.557 und 1.628 Kilogramm deutet auf eine moderate Batteriegröße hin. Für Pendler und Stadtfahrer dürfte dies ausreichend sein, während Langstreckenfahrer möglicherweise Abstriche machen müssen.
Interessant ist jedoch die strategische Entscheidung für lokale Zulieferer: Dies reduziert nicht nur Kosten, sondern stärkt auch die Position Jettas im chinesischen Markt.
Angriff auf das Einsteigersegment: Preis als Schlüsselstrategie
Mit einem Einstiegspreis von rund 102.041 Yuan (ca. 13.180 Euro) positioniert sich der Jetta M6 als eines der günstigsten Elektroautos seiner Klasse – deutlich unter vergleichbaren Modellen europäischer Hersteller wie dem Renault Zoe oder dem Peugeot e-208. Diese Preisgestaltung ist kein Zufall: Jetta sieht sich in China massivem Druck durch lokale Marken wie BYD ausgesetzt, deren Modelle oft günstiger sind und technologisch auf Augenhöhe liegen.
Im Rahmen einer größeren Produktoffensive plant Jetta bis 2028 insgesamt fünf neue Modelle – vier davon als Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge.
Keine Pläne für Europa: Warum der Jetta hier fehlt
Trotz seiner attraktiven Preisgestaltung wird der Jetta M6 vorerst nicht nach Europa exportiert. Gründe dafür sind unterschiedliche Marktanforderungen sowie regulatorische Hürden in puncto Sicherheit und Emissionen. Stattdessen konzentriert sich Jetta auf den chinesischen Markt, wo die Marke gezielt auf lokale Bedürfnisse eingeht.





