Der Chery Stockman setzt neue Akzente im Segment der mittelgroßen Pick-ups. Sein Plug-in-Hybrid-System kombiniert einen 2,5-Liter-Dieselmotor mit leistungsstarken Elektromotoren. Zusammen ergibt dies eine Systemleistung von 350 kW (476 PS) sowie ein maximales Drehmoment von 800 Newtonmetern. Diese Werte übertreffen viele Wettbewerber deutlich und machen den Stockman zu einem der stärksten Modelle seiner Klasse.
Besonders hervorzuheben ist die elektrische Reichweite: Je nach Messzyklus liegt diese zwischen 100 Kilometern (australischer NEDC-Zyklus) und bis zu 170 Kilometern (chinesische Angaben). Damit eignet sich der Pick-up ideal für kurze Strecken im rein elektrischen Betrieb – ein Vorteil für Nutzer in urbanen Gebieten oder bei täglichen Pendelfahrten. Die Batterie ist im hinteren Fahrzeugbereich untergebracht; genaue Kapazitätsangaben gibt es zwar nicht, Experten schätzen jedoch mindestens 25 kWh.
Vergleich mit dem Toyota Hilux
Der Toyota Hilux gilt seit Jahrzehnten als Synonym für Zuverlässigkeit und Robustheit im Pick-up-Segment. Mit seiner neuesten Generation bietet Toyota sowohl eine klassische Dieselvariante mit Mildhybrid-Technologie als auch eine rein elektrische Version an. Im direkten Vergleich punktet der Hilux Diesel mit einem Verbrauch von ca. 9,5 Litern pro 100 Kilometer sowie einer Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen – Werte, die auch der Chery Stockman erreicht.
Allerdings hat der Stockman durch seinen Hybridantrieb einen entscheidenden Vorteil: Er kombiniert die Effizienz eines Elektroantriebs mit der Reichweite eines Diesels. Während der Hilux BEV bei höheren Geschwindigkeiten durch seinen hohen Stromverbrauch eingeschränkt wird, bleibt der Stockman dank seines Dieselmotors auch auf langen Strecken konkurrenzfähig.
Einsatzmöglichkeiten und Zielgruppen
Der Chery Stockman richtet sich primär an gewerbliche Nutzer wie Bauunternehmen oder Landwirte, die auf hohe Nutzlasten angewiesen sind. Mit einer maximalen Zuladung von einer Tonne sowie einer Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen erfüllt er alle Anforderungen eines klassischen Arbeitspick-ups.
Auch Flottenbetreiber könnten vom Plug-in-Hybrid profitieren: Durch die Möglichkeit des rein elektrischen Fahrens lassen sich Betriebskosten senken, insbesondere in städtischen Umweltzonen oder bei kurzen Distanzen zwischen Einsatzorten. Hinzu kommt die steuerliche Begünstigung durch mögliche LKW-Zulassungen in Deutschland.
Komfort und Ausstattung
Im Innenraum zeigt sich der Chery Stockman überraschend luxuriös: Zwei frei stehende Bildschirme für Instrumente und Infotainment sowie ein elektronischer Ganghebel sorgen für ein modernes Ambiente. Optional sind Annehmlichkeiten wie Sitzheizung, Panorama-Glasdach oder Klimaautomatik erhältlich – Features, die man eher in SUVs als in klassischen Pick-ups erwartet.
Die Abmessungen des Fahrzeugs bewegen sich im klassenüblichen Bereich: Mit einer Länge von 5.450 Millimetern und einer Breite von zwei Metern bietet er ausreichend Platz für Fahrer und Ladung. Besonders hervorzuheben ist die Bodenfreiheit von mindestens 247 Millimetern selbst bei voller Beladung – ein klarer Vorteil im Gelände.
Marktchancen in Europa
Während Australien als erster Exportmarkt bereits feststeht, bleibt unklar, ob der Chery Stockman auch in Europa angeboten wird. Die Marke plant zwar einen Markteintritt in Deutschland bis spätestens 2027; ob dieser ambitionierte Zeitplan eingehalten werden kann, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab – darunter Infrastrukturanforderungen und Akzeptanz chinesischer Marken bei europäischen Käufern.
Sollte es zum Marktstart kommen, könnte der Stockman vor allem durch seinen günstigen Preis überzeugen: Ähnliche Modelle chinesischer Hersteller liegen oft deutlich unter den Preisen etablierter Wettbewerber wie Toyota oder Ford.












