BMW 2er Active Tourer BMW
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BMW 2er Active Tourer 51 Bilder
Van

BMW 2er Active Tourer: 326 PS für den Kompakt-Van

BMW 2er Active Tourer (2022) 326 PS - wenn schon Van, dann sportlich

Die zweite Generation des BMW 2er Active Tourer kriegt die Elektronik des großen Elektro-SUV iX, 48-Volt-Mild- und Plug-in-Hybride mit mehr Reichweite sowie Leistung. Alle Infos zu Markstart und Preisen.

BMW macht, was mancher nicht gedacht hätte: Bringt einen Van – zum zweiten Mal. SUVs hin, Markenkern her: Das Auto verkauft sich – nicht in China und den USA, aber 430.000 Mal seit 2014. Nur den 7-sitzigen Gran Tourer wird‘s nicht mehr geben, wenn im Februar 2022 der Neue auf Basis der ebenfalls neuen Frontantriebsarchitektur UKL II anrollt. Er fand nur 200.000 Käufer.

Karosse

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Der BMW 2er Active Tourer erscheint dynamischer.

Die Karosse des Active Tourer wuchs – ein bisschen um 3,2 Zentimeter in der Länge (4,386 Meter), um 2,4 in der Breite (auf 1,824 Meter) und um 2,1 Zentimeter in der Höhe ((auf 1,576 Meter). Der cW-Wert sank auf 0,26. Optisch bleibt der Neue der Linie des Vorgängers treu, wirkt aber etwas dynamischer – dank der nach hinten ansteigenden Fensterlinie und größerer Räder (68 Zentimeter statt 65,4) mit bis zu 19 Zoll großen Felgen. Außerdem wanderten die Außenspiegel vom Dreiecksfenster an die Tür, was den Ausblick nach schräg vorne verbessert. Am auffälligsten wie zuletzt fast immer bei BMW: die große Niere. Wobei sie zum größeren 2er besser passt als zum aktuellen, ersten Frontantriebs-1er, mit dem der 2er technisch verwandt ist. Die Luftklappensteuerung darunter schließt die Niere in der Regel, bis der Kühlluftbedarf mehr Öffnung verlangt. In der Mitte sitzt der Radar für die Fahrerassistenzsysteme. Elektrisch schließt jetzt auch die Heckklappe, beim neuen 2er ist das serienmäßig.

Innenraum

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Im Fond ist auch beim neuen 2er ausreichend Platz.

Das Wachstum mag dem einen oder anderen keinen Gran Tourer ersetzen, reicht aber, um zu erhalten, was BMW-Käufer am Van schätzen: Etwas erhöhte Sitzposition, bequemer Einstieg, gute Platzverhältnisse im Fond, Variabilität und ordentlicher Kofferraum. Der fasst in den Plug-in-Hybrid-Modellen jetzt 406 Liter, bei denen mit 48-Volt-Mildhybrid 415 und bei den konventionell angetriebenen Versionen bis 470 Liter. Die Rückbank ist gegen Aufpreis um 13 Zentimeter längs verstellbar, ihre Lehne ist immer in der Neigung im Verhältnis 40:20:40 geteilt verstell- oder umklappbar. Liegen alle flach, schluckt der Gepäckraum bestenfalls 1.455 Liter. Steht die Lehne, sitzen die Passagiere hinten bequem, Kopf- und Knieraum reichen auch für Größere, die ihre Smartphones auch hinten an zwei USB-C-Buchsen laden können.

Infotainment und Bedienung

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Das Cockpit des neuen BMW 2er Active Tourer orientiert sich an dem des BMW iX.

Auch wenn der 2er technisch mit dem 1er verwandt ist: Seine Elektronik-Architektur orientiert sich an Neuerem. Konkret an der des Elektro-SUV iX. Wie der, hat der 2er ein Curved Display vor dem Lenkrad und eine quasi schwebende Mittelkonsole, unter der ein offenes Fach Stauraum bietet. Keinen Platz brauchts auf der Armlehnen ähnlichen Mittelfläche für einen Schalknüppel. Denn den neuen 2er gibt es ausschließlich mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Für dessen Bedienung genügt ein Wippschalter, auf dem der Fahrer vor allem die Richtung einstellt. Der Dreh-Drück-Steller kommt ihm dabei nicht in die Quere: BMW hat ihn beim 2er eingespart, weil die Fahrerhand dem Touchscreen deutlich näher kommt als im großen iX. Auf dem Display lässt sich nach OS8-Art wischen und tippen, die Kacheln der Menüs sind ziemlich frei konfigurierbar. Wem das nicht zusagt, dem bleibt die Sprachsteuerung, die nach "Hey BMW" auch natürliche Äußerungen gut versteht.

Die Anzeigen vor dem Steuer lassen sich durch Knöpfe am Multifunktionslenkrad einstellen beziehungsweise verändern. Dazu gibt es zudem ein Head-Up Display, das allerdings wegen der Platzverhältnisse und der flach stehenden Windschutzscheibe auf ein kleines Plexiglas-Schild projizieren muss.

Antriebe

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Beim 2er gibt es künftig zwei PHEV-Varianten.

Den neuen 2er gibt es wieder als Plug-in-Hybrid und jetzt auch mit 48-Volt-Mild-Hybrid-Antrieb oder ganz konventionell mit Verbrennern und 12-Volt-Bordnetz. Größte Änderung bei der neuen Architektur, auf der auch der neue X1 und somit dessen E-Pendant iX1 aufbauen werden: Die Hochvolt-Batterie der PHEVs sitzt jetzt im Fahrzeugboden und nicht mehr unter der Rückbank. Die PHEV-Batterie wuchs von 10 auf 16,3 kWh (netto 14,9 kWh), die elektrische Reichweite auf 80 Kilometer (WLTP, vorläufige Werte) und, für viele 2er-Kunden ein Segen: Der Tank fasst jetzt 47 statt nur 36 Liter wie zuvor. Laden geht überdies nahezu doppelt so schnell, der 2er kann 7,4 kW aufnehmen, die Ladezeit soll damit unter 2,5 Stunden liegen. An der Haushaltssteckdose soll die der Ladevorgang weniger als 8 Stunden dauern.

Zwei PHEV-Varianten

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Die PHEV-Batterie wuchs auf 16,3 kWh, die Ladegeschwindigkeit auf 7,4 kW.

Damit sich der Aufwand lohnt, bietet BMW (ab Sommer 2022) gleich zwei Plug-in-Hybrid-Versionen an. Beide tragen auf der Vorderachse einen Dreizylinder-Benziner mit Turbo und auf der Hinterachse einen Elektromotor. Wie beim Vorgänger haben die PHEV-Versionen (jetzt 225e xDrive und 230e xDrive) einen speziellen Allradantrieb – mit elektrischem Hinterradantrieb, während der Verbrenner nur die Vorderräder antreibt. Theoretisch wäre also bei tiefenentladenem Hochvoltspeicher kein Allradantrieb möglich. Die Betriebsstrategie des Hybridsystems sucht so was natürlich schon aus Gründen der Akku-Lebensdauer zu vermeiden und BMW verspricht, dass der elektrische Heckantrieb bei Schlupf an der Vorderachse selbst bei niedrigsten Ladezuständen eingreift. Der rein elektrische Antrieb hingegen, so BMW,  "steht bei Temperaturen von weniger als 0 Grad Celsius erst nach einigen Kilometern zur Verfügung, wenn sich die Batterie auf den betriebsfähigen Zustand erwärmt hat". Dafür ist der Frontantriebs-Van elektrisch gefahren markentypisch mit Hinterrad- und sogar Heckantrieb (weil der E-Motor hinten sitzt) unterwegs. Der 230e kommt insgesamt auf satte 240 kW/326 PS (Verbrennungsmotor mit bis zu 110 kW/150 PS, E-Motor mit bis zu 130 kW/177 PS) und beschleunigt in 5,7 Sekunden auf 100 km/h. Der 225e leistet insgesamt 180 kW/245 PS (Verbrennungsmotor mit bis zu 100 kW/136 PS, E-Motor mit bis zu 80 kW/109 PS).

Zum Markstart 2022 bietet BMW drei Benziner (davon zwei mit 48-Volt-Mild-Hyrid für 19 PS und 55 Nm) und einen Diesel (siehe Tabellen). Ein stärkerer (Diesel 220d) und Allradmodelle (223i xDrive) folgen.

BMW 2er - ohne 48 Volt

Modell 218i 218d
Spritsorte Benzin  Diesel 
Zylinder 3 4
Hubraum  1 499 cm3 1 995 cm3
Leistung 136 150 PS
Drehmoment 230 Nm 360 Nm
Beschleunigung  9,0 Sek. 8,8 Sek.
Vmax 214 km/h 220 km/h
Verbrauch* 6,2 - 6,8 l 4,8 - 5,3
Preis  34.750 € 38.550 €

BMW 2er 48-Volt-Mild-Hybrid

Modell 220i 223i
Spritsorte Benzin Benzin
Zylinder 3 4
Hubraum  1499 1998
Leistung 170 PS 218 PS
Drehmoment 280 Nm 360 Nm
Beschleunigung  8,1 Sek. 7,0 Sek.
Vmax 221 km/h 241 km/h
Verbrauch* 5,9 - 6,5 l 6,0 - 6,6 l
Preis  36.750 € 41.000 €

Fahrwerk

Entsprechend der hohen Leistung des neuen Topmodells will BMW auch das Fahrwerk dynamisiert haben. Helfen sollen vergrößerte Spurweiten, die aktornahe Radschlupfbegrenzung wie im 1er. Bei diesem System ist die Antriebsschlupfregelung in die Motorsteuerung integriert. Damit entfallen die langen Signalwege zum Steuergerät des ESP (bei BMW DSC), so dass Regeleingriffe bis zu 10 mal so schnell kommen wie bei herkömmlichen Systemen. Die Dämpfung des optionalen M Fahrwerks arbeitet dank variabler, mechanisch geregelter Stoßdämpfer frequenzselektiven. Das System bringt außer bei den Plug-in-Hybrid-Modellen eine Tieferlegung um 15 Millimeter. Bei allen Modellen gehört außerdem eine Sportlenkung zum M Fahrwerk. Serienmäßig auch ohne M Fahrwerk soll eine neue hubabhängige Zusatzdämpfung für eine Beruhigung des Aufbaus beim Überfahren kleiner Unebenheiten und für ein souveränes Übergangsverhalten in Kurven sorgen.

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Der neue 2er soll nicht nur stärker sein, sondern auch schneller fahren können.

Fahrerassistenz

Serienmäßig unterstützen den 2er-Fahrer ein Tempomat mit Bremsfunktion, ein Frontkollissions- und ein Spurverlassenswarner. Optional lässt sich der 2er in Paketen hochrüsten. Die Geschwindigkeitsregelung berücksichtigt dann Tempolimits und Navidaten von 30 bis 180 km/h und kann Stop & Go. Der Driving Assistant warnt vor Heckkollisionen, Querverkehr beim Rückwärtsfahren und vor Zusammenstößen beim Aussteigen. Zubuchen lässt sich auch der Parkassistent, der auch die letzten zurückgelegten 50 Meter automatisiert zurückfahren kann. Ein Drive-Recorder nimmt auf Wunsch den Weg beispielsweise durch eine besonders spektakuläre Landschaft oder bei sehenswerten Fahrmanövern bis zu 60 Sekunden lang auf Video in hoher Auflösung auf. Im Falle einer Kollision sind jeweils bis zu 20 Sekunden lange Aufnahmen aus dem Zeitraum vor und nach dem Aufprall gespeichert.

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Functions on Demand

Die Elektronikarchitektur des iX macht den 2er übrigens auch fit für Functions on Demand per Over the Air Update. Heißt konkret, dass der 2er immer Hardware an Bord hat, die es erlaubt, später bestimmte Funktionen nachträglich zu buchen. Zum Beispiel das Radar für den aktiven Tempomat, aber auch Sitz- oder Lenkradheizung. Diese Extras kann man dann wohl selbst bei einem Gebrauchtwagen per Software-Freischaltung monatsweise oder auch dauerhaft gegen Gebühr aktivieren. So modern kann ein konventionell angetriebener Van sein, obwohl das Segment schon totgesagt ist.

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Preis und Marktstart

BMW will den neuen 2er ab November in Leipzig produzieren. Marktstart ist am 26. Februar 2022. Das Einstiegsmodell des Vorgängers 216i mit schmalen 109 PS für sparsame 28.500 Euro ist erstmal nicht mehr im Programm. Beim neuen geht’s mit dem 218i (136 PS) für 34.750 Euro los. Der 218i der ersten Generation kostete zuletzt 32.400 Euro, hatte aber keine Automatik (aktuell 2.100 Euro) Aufpreis und keine elektrische Heckklappe. Dementsprechend ist es wie oft bei neuen Modellen: Absolut steigen die Preise, ausstattungsbereinigt sinken sie.

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Fazit

Der neue BMW 2er Active Tourer ist zwar keine Revolution und es gibt ihn nicht wie den technisch verwandten iX1 rein elektrisch. Aber innerhalb seines Konzepts macht er doch einen großen Sprung: Die jetzt zwei PHEV-Varianten haben die Batterie im Fahrzeugboden wie ein E-Auto, ohne dass es im Innenraum auffällt – und ihre E-Reichweite steigt auf praxistaugliche 80 Kilometer. Selbst die Mildhybride bringen bei Fahrleistungen und Verbrauch spürbare Fortschritte.

Hinzu kommt die Elektronik aus dem iX mit Curved-Display, natürlicher Sprachsteuerung und Funktionen zum später Dazubuchen per Over-the-Air-Update. Wer hätte das gedacht bei einem Van, dem Spötter nachsagten, er würde BMW vor allem Senioren als Kunden bringen.

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