BMW 2er Gran Coupé (2019) Tom Kirkpatrick
BMW 2er Gran Coupé (2019)
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BMW 2er Gran Coupé

Das erste Stufenheck mit Frontantrieb

Mit dem 2er Gran Coupé schiebt sich die Frontantriebs-Plattform von BMW fast schon ins Segement des 3er – von früher. Die Baureihe E90 beispielsweise war nur 0,5 Zentimeter länger.

Lange hat sich BMW angeschaut, wie Mercedes mit seinem CLA Coupé Kunden anlockt, denen die C-Klasse zu teuer und zu langweilig ist. Auch Kia zeigt mit dem neuen Proceed, dass es auf dem Markt für kompakte viertürige Coupés etwas zu holen gibt. Jetzt mischen die Bayern dort mit ihrem neuen 2er Gran Coupé mit. Der Kompakte streckt eine nicht überdimensioniert wirkende Niere in den Wind – das nimmt man angesichts der aktuellen Designlinie wohlwollend zur Kenntnis. Das Topmodell M235i bekommt für den Grill die wie kleine Flugzeuge aussehende Mesh-Optik, wie sie zuerst beim neuen Z4 zu sehen war. Rechts und links vom Grill sitzen Serien-LED-Schweinwerfer. Die Silhouette wirkt gestreckt – mit einer Länge von 4,526 Metern ist der Bayer trotzdem 16,2 Zentimeter kürzer als der CLA und 7,9 Zentimeter kürzer als der Proceed. Rahmenlose Türen grenzen das Coupé neben dem flachauslaufenden Dach von klassischen Limousinen ab. Bei einem Radstand von 2,67 Metern bietet das Gran Coupé laut BMW etwas mehr Platz als das 2er Coupé, das noch auf der Heckantriebs-Plattform aufbaut: Für den Fond versprechen die Bayern 33 Millimeter mehr Kniefreiheit, eine um zwölf Millimeter höhere Sitzposition und selbst mit optionalem Panoramadach eine um 14 Millimeter verbesserte Kopffreiheit.

Technische Ausstattung aus höheren Klassen

Als Sonderausstattung bietet BMW für das 2er Gran Coupé in sechs verschiedenen Farben hinterleuchtete Dekorleisten an. Nicht nur die Farben, sondern auch die Helligkeit lässt sich einstellen. Ein Entriegeln des Fahrzeugs oder ein Aktivieren des Status „Wohnen“ schaltet die Ambientebeleuchtung ein. Die ausgewählten Ambiente-Einstellungen sind in den personalisierten Fahrzeugschlüsseln hinterlegt.

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Das Ambientelicht verändert die Lichtstimmung im Innenraum, es ist in seiner Farbe und seiner Helligkeit regelbar.

Der Instrumentenbildschirm ist, je nach Ausstattung, bis zu 10,25 Zoll groß, hinzu kommt ein ebenfalls 10,25 Zoll großer Infotainment-Touchscreen am oberen Ende der Mittelkonsole. In der Basisausstattung gibt es zwei analoge Rundinstrumente und ein 5,1-Zoll-Display im 4-zu-3-Format. Optional ist ein Farb-Headup-Display zu haben, dass fahrrelevante Daten auf einer 9,2 Zoll großen Fläche in die Windschutzscheibe projiziert. Als Betriebssystem ist bereits das Operating System 7.0 installiert, das BMW gerade schrittweise über alle Modelle ausrollt. Aus höher angesiedelten BMW-Modellen bekannt: Samsung-Galaxy-Smartphones mit Android 8.0 können gegen Aufpreis als sogenannter Digital Key den Fahrzeugschlüssel ersetzen. Dabei erkennt das Fahrzeug den im Smartphone enthaltenen NFC-Chip (Near Field Communication) – auch, wenn die Telefonbatterie vollständig entladen ist. Der digitale Fahrzeugschlüssel lässt sich mit bis zu fünf weiteren Personen, oder besser deren Smartphones, teilen. Besitzer von iPhones müssen sich weiterhin mit einer von BMW gelieferten NFC-Karte im Kreditkarten-Format zufrieden geben: Apple ist nach wie vor nicht bereit, seine Technologie für Fahrzeugzugänge zu öffnen.

Das neue 2er Grand Coupé im Video
42 Sek.

Topmodell mit Abrisskante und anderen Endrohrblenden

Der Kofferraum fasst 430 Liter – 40 Liter mehr als beim zweitürigen Coupé, das aber auch rund 9 Zentimeter kürzer ist. Er lässt sich serienmäßig über die im Verhältnis 40 zu 20 zu 40 geteilte Rücklehne erweitern. Gegen Aufpreis öffnet die Kofferraumklappe auch per Gestensteuerung nach einem Fußschwenk. Am Heck strahlen serienmäßig LED-Leuchten, das stärkste Modell M235i bekommt noch eine Abrisskante als Kofferraumdeckel-Abschluss und auf jeder Seite eine viereckige Endrohrblende – bei allen anderen Varianten schauen runde Endrohre mit einem Durchmesser von 90 Millimetern aus dem Heck. Die Räder haben einen Durchmesser von 16 bis 19 Zoll, wobei 18 Zoll für den M235i das größte Serienformat ist.

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In der Mittelkonsole vorn: Fach zum induktiven Laden von dafür geeigneten Smartphones.

Für möglichst viel Dynamik ist das 2er Gran Coupé mit einer sogenannten ARB (Aktornahen Radschlupfbegrenzung) ausgerüstet. Diese soll für eine feinfühligere und schnellere Regelung der Traktion sorgen – die Technik setzte BMW als erstes beim Elektroauto i3s ein. Dabei sitzt der Schlupfregler direkt im Motorsteuergerät anstatt in der ESP-Steuerung – schließlich ist mit „Aktor“ der Motor gemeint. Durch die Verkürzung der Signalwege soll die Regelung spürbar schneller erfolgen. Die vorrangige Aufgabe des ARB ist das Verhindern von für Fronttriebler typischem Leistungsuntersteuern. Ergänzend zur ARB gibt es serienmäßig eine Gier-Momenten-Verteilung, die schon vor Erreichen des Grenzbereichs die kurveninneren Räder einem neutralen Einlenkverhalten zuliebe abbremst. Im neuen 1er funktionierte das in ersten Tests schon recht gut. Das Lenkgefühl soll von einer niedrigeren Reibung in der Lenkung profitieren. Das Topmodell M235i hat immer Allradantrieb, eine Launch Control, eine in der Achtgang-Automatik integrierte Torsen-Differentialsperre für die Vorderachse, ein um zehn Millimeter abgesenktes Sportfahrwerk, eine Sportlenkung und Sportbremsen. Beim Allradantrieb können bis zu 50 Prozent der Kraft Richtung Heck wandern. Für mehr Steifigkeit sorgen hier zusätzliche Streben im Vorderwagen und im Tunnel und eine hoch vorgespannte Stabilisatorlagerung.

Verstellbares Fahrwerk optional

Gegen Aufpreis gibt es für alle Modelle ein adaptives in zwei Dämpfercharakteristiken verstellbares Fahrwerk. Die Einstellungen lauten Comfort und Sport. Die erwähnte vorgespannte Stabilisatorlagerung kommt beim adaptiven Fahrwerk ohne weiteren Aufpreis hinzu.

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Im Gegensatz zum zweitteilig umklappbaren Rückbank des Coupé lässt sich die Rückbank des Gran Coupé serienmäßig dreiteilig geteilt umklappen.

In Sachen Assistenzsysteme gehören beim 2er Gran Coupé ein City-Notbremssystem mit Personen- und Radfahrererkennung sowie eine zwischen 70 und 210 km/h arbeitende Spurverlassenswarnung mit Rückführfunktion zum Serienumfang. Optional gibt es den bis zu einer Geschwindigkeit von 160 km/h nutzbaren adaptiven Abstandstempomaten mit Staufunktion und das Driving-Assistant-Paket. Es enthält einen zwischen 50 und 250 km/h arbeitenden Totwinkel-Warner mit Lenkimpuls-Funktion, einen Heck-Kollisionswarner und einen Heck-Querverkehrswarner. Ebenfalls aufpreispflichtig ist der bereits aus anderen BMW-Modellen bekannte Rückfahr-Assistent. Dieser speichert die zuletzt mit maximal 36 km/h gefahrene Spur und fährt diese auf Wunsch teilautomatisiert wieder mit bis zu neun km/h zurück. Der Fahrer muss lediglich bremsen, Gas geben und das Umfeld überwachen.

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Kräftiges Heck beim Topmodell M235i.

Ein Diesel, zwei Benziner

Zum Marktstart im März 2020 gibt es einen 190-PS-Diesel und zwei Benziner: Einen Dreizylinder mit 140 PS für den 218i und einen Vierzylinder mit 306 PS für den M235i xDrive – das Topmodell soll in 5,1 Sekunden auf Tempo 100 spurten, mit M Performance-Paket soll der Sprint in 4,9 Sekunden abgehakt sein. In den USA ist der 218i übrigens mit einem 231-PS-Vierzylinder und Allradantrieb ausgerüstet.

Drei Motoren – drei Getriebe: Beim Einstiegsmodell 218i ist das Triebwerk serienmäßig an eine manuelle Sechsgang-Schaltung gekoppelt, gegen Aufpreis gibt es ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Der 220d bekommt eine Achtgang-Automatik und der M235i eine Achtgang-Sportautomatik. Lenkrad-Schaltpaddels sind hier und beim späteren 220i Serie, beim 220d kosten sie Aufpreis. Sind ein Navi und der adaptive Abstands-Tempomat an Bord, arbeitet die Steuerung der Automatikgetriebe vorausschauend auf Basis der von den beiden Systemen gelieferten Daten.

technische Daten BMW 2er Gran Coupé

  Leistung (PS) Drehmoment (Nm) 0-100 km/h (s) Verbrauch (l/100 km) CO2 (g/km)
BMW 218i 140 (4.600 bis 6.500/min) 220 (1.480 bis 4.200/min) 8,7 5,0 - 5,7 114 - 131
BMW 220d 190 (4.000/min) 400 (1.750 bis 2.500/min) 7,3 4,2 - 4,5 110 - 119
BMW M235i xDrive 306 (5.000 bis 6.250/min) 450 (1.750 bis 4.500/min) 5,1 (4,9 mit M Performance Paket) 6,7 - 7,1 153 - 162
  Leistung (PS) Drehmoment (Nm) 0-100 km/h (s) Verbrauch (l/100 km) CO2 (g/km)
BMW 218i 140 (4.600 bis 6.500/min) 220 (1.480 bis 4.200/min) 8,7 5,0 - 5,7 114 - 131
BMW 220d 190 (4.000/min) 400 (1.750 bis 2.500/min) 7,3 4,2 - 4,5 110 - 119
BMW M235i xDrive 306 (5.000 bis 6.250/min) 450 (1.750 bis 4.500/min) 5,1 (4,9 mit M Performance Paket) 6,7 - 7,1 153 - 162

Das BMW 2er Gran Coupé läuft ausschließlich im Werk Leipzig vom Band. Live zu sehen ist es erstmals auf der L.A. Auto Show (22. November bis 1. Dezember 2019), weil es in den USA das neue BMW-Einstiegsmodell ist. In Deutschland beginnen die Preise bei 31.950 Euro für den 218i, der Diesel namens 220d kostet 39.900 Euro und für das Topmodell M235i wandern 51.900 Euro nach München. Für das zweitürige Coupé verlangt BMW 30.700 Euro, also 1.950 Euro weniger. Zum Vergleich mit den Konkurrenten: Das Mercedes CLA 180 Coupé beginnt mit 136 PS bei 31.476 Euro, der Kia Proceed mit 120-PS-Benziner geht bei 26.990 Euro los.

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Fazit

BMW hat lange gewartet und ab 2013 Mercedes mit dem CLA allein die Nische des viertürigen kompakt-Coupés überlassen. Das 2er Gran Coupé ist optisch eigenständig und mit einer verträglichen Kühlerniere gesegnet. Innen ist es schick gemacht und gegen Aufpreis ist es noch schicker – ganz so, wie es der Lifestyle-Kunde möglicherweise mag. Die technische Ausstattung ist, wenn auch oft gegen Aufpreis, auf dem höchstmöglichen Stand.

Der Preis ist sowohl im Vergleich zur Konkurrenz als auch zum 2er Coupé recht hoch. Die modellreiheninterne Preiserhöhung begründet BMW mit einer im Vergleich zum Coupé verbesserten Serienausstattung. So kostet beispielsweise die dreiteilig umklappbare Rücklehne beim Coupé Aufpreis, beim Gran Coupé ist sie Serie.

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