6/2019, LECV Kastenwagen LEVC
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6/2019, LECV Kastenwagen 10 Bilder

Elektrischer Lieferwagen von LEVC

Das London-Taxi für den Warentransport

Aus der London Taxi Company wurde unter Geely LEVC. Nach dem neuen Elektro-Taxi hat das Unternehmen jetzt erstmals einen Transporter vorgestellt. Auch er fährt elektrisch, bis ein Range Extender einspringt.

Die traditionsreiche London Taxi Company, Hersteller der berühmten „Black Cabs“, ist seit einigen Jahren in chinesischer Hand. Wie Volvo ist der Hersteller im Besitz von Geely. Ähnlich wie bei der schwedischen Schwester sorgt das Kapital aus China für neuen Wind bei der Firma, die mittlerweile in LEVC (London Electric Vehicle Company) umgetauft wurde.

Über 2.000 elektrische London-Taxis

Vor zwei Jahren wurde mit dem nur noch TX (ohne Zahl für die Modellgeneration) das neuentwickelte Taxi für London und andere Regionen präsentiert. Vom elektrisch angetriebenen Van mit Benziner als Range Extender wurden nach Unternehmensangaben bereits über 2.000 Exemplare verkauft. Die meisten davon fahren über Londons Straßen.

Wie es der neue Firmenname schon vermuten lässt, will man sich in Zukunft nicht nur auf Taxiunternehmer als Kunden beschränken. Als zweites Modell neben dem TX wurde jetzt ein elektrischer Kastenwagen auf der gleichen technischen Basis präsentiert.

Die britische Hauptstadt versucht nicht nur mit einer City-Maut, den Verkehr einzudämmen. Zusätzlich gibt es diverse Bestrebungen, ihn lokal emissionsfrei zu gestalten. Ein elektrischer Lieferwagen ist daher ganz im Sinne der Stadtverwaltung. So ließ es sich der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan auch nicht nehmen, der Präsentation des LEVC-Kastenwagens beizuwohnen.

Jörg Hofmann, ehemaliger Audi-Manager und seit Anfang 2019 Vorstandsvorsitzender bei LEVC, erklärt: „Leichte Nutzfahrzeuge sind das einzige Segment, das in London wächst. Der Grund liegt in der steigenden Zahl der Internetbestellungen. Jeden Tag fahren Lieferfahrzeuge in London 65.000 Touren. Diese Mobilität muss nicht auf Kosten der Luftqualität gehen.“

100 Kilometer E-Reichweite

Der Vertriebsprofi rechnet sich eine große Nachfrage von Kurier- und Lieferdiensten aus, die sich mit einem lokal emissionsfreien Fahrzeug die tägliche Maut in Londons Ultra Low Emission Zone (Zone für geringstmögliche Emissionen) sparen können. Hören wird der Elektrotransporter auf den Namen VN5. VN steht dabei schlicht für Van, die 5 bezieht sich auf die Größe des Laderaums, die mit 5 Kubikmetern angegeben wird. In den Laderaum sollen zudem zwei Euro-Paletten passen, die Nutzlast wird mit 800 Kilogramm angegeben. Zugang zum Laderaum gewähren eine seitliche Schiebetür sowie eine asymmetrisch vertikal geteilte Hecktüre.

Auf der Antriebsseite setzt der VN5 auf die bewährte Range Extender-Elektroplattform des London-Taxi. Der Elektromotor sitzt an der Hinterachse, ein 150 PS starker 1,5-Liter-Benziner haust unter der vorderen Haube. Im reinen Elektromodus ist eine Reichweite von gut 100 Kilometer möglich, wird der Range Extender genutzt, so steigt die Gesamtreichweite auf 485 Kilometer. Um die Standzeiten kurz zu halten, wird der VN5 mit einem 50-kW-Schnelllader ausgerüstet, der die Batterie in knapp 30 Minuten wieder aufladen können soll. LEVC erwartet vom neuen Transporter jährlich rund 15.000 Fahrzeuge absetzen zu können.

Einen Preis nennt LEVC noch nicht. Für elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge gibt es in Großbritannien aktuell aber Zuschüsse in Höhe von 8.000 Pfund.

Ende 2020 sollen die ersten Bestellungen für den elektrischen Kleintransporter möglich sein, Auslieferungen an Kunden starten dann wohl erst im Jahr 2021. Gebaut wird auch das neue Modell in Großbritannien.

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