Bundeswehr Kennzeichen obs / Patrick Lang
Militärkolonne
Bundeswehr Lkw
Bundeswehr Lkw
Bundeswehr Lkw 17 Bilder

Bundeswehr-Nummernschilder: Warum steht da ein Y?

Die Fahrzeug-Kennzeichen der Bundeswehr Warum steht da ein „Y“ vorne?

Das Bundeswehr-Kennzeichen mit dem Y kennt jeder. Und seine Bedeutung? Geheime Botschaften? Militärische Codes? Der Grund für Y ist viel einfacher!

Geheime Codes, versteckte Botschaften und brisante Missionen zur Rettung der Welt – das Militär wird in Film und Fernsehen gerne mystifiziert. Was sich da alles hinter verschlossenen Türen abspielt, wissen wir als Zivilisten natürlich auch nicht. Doch was die Fahrzeuge der Bundeswehr betrifft, können wir durchaus etwas Licht ins Dunkel bringen.

Bundeswehr Lkw
Bundeswehr/Thomas Ströter
Solche Spezial-Fahrzeuge identifizieren sich von selbst als Militär-Vehikel. Aber auch normale Pkw tragen das Sonderkennzeichen mit dem vorangestellten "Y".

Der Buchstabe Y

Jeder hat schonmal einen Konvoi der Bundeswehr im Straßenverkehr gesehen. Nicht unbedingt lässt sich so eine Kolonne schon beim ersten Blick identifizieren, wenn es sich nicht gerade um Einsatzfahrzeuge mit eindeutigem Erscheinungsbild handelt. Doch spätestens beim Blick auf das grundsätzlich nicht reflektierenden Kennzeichen ist klar: Wenn vorne ein "Y" steht, dann ist das Heer unterwegs. Doch was bedeutet der ominöse Buchstabe eigentlich?

Eine streng geheime Botschaft scheidet natürlich aus, schließlich prangen die Nummernschilder gut sichtbar am Fahrzeug. Der Grund ist leider denkbar unspektakulär. Als die Bundeswehr 1955 gegründet wurde, sollte eine einheitliche Kennzeichen-Nomenklatur zur Anwendung kommen. Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt bereits alle sinnvollen Kürzel wie etwa "BW" bereits vergeben. Die Buchstaben Y und X waren dagegen noch zu haben und so entschied man sich eben dafür. Der Vollständigkeit halber: "BW" ist ebenfalls ein behördliches Kennzeichen, gehört aber zur Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) und steht für Bundeswasserstraße.

Militärkolonne
Bundeswehr / Felicia Englmann
Die Bundeswehr-Kennzeichen reflektieren nicht und sind in einer anderen Schriftart ausgeführt. Details lassen sich aber nur aus der Anzahl der Ziffern lesen.

Die Anzahl der Ziffern

Bevor Sie nun gänzlich enttäuscht sind, ergänzen wir gerne, was sich aus den Kennzeichen noch so herauslesen lässt. Üblicherweise folgt dem Y ein Bindestrich und dahinter eine sechsstellige Nummer. Das ist sozusagen die Standard-Ausführung, die sich nicht auf eine bestimmte Fahrzeugklasse oder Abteilung zurückführen lässt. Sind aber nur drei Ziffern auf dem Schild zu lesen, dann wissen Sie, dass es sich um Fahrzeuge handelt, die in den USA erworben wurden. Steht hinter dem Initial nur eine einzige Nummer, dann haben Sie einen Inspekteur von Heer, Marine oder Luftwaffe vor sich. Noch präziser: Sehen Sie das Auto mit dem Kennzeichen "Y – 1", dann handelt es sich dabei um den Generalinspekteur der Bundeswehr.

Und wo kommt das X zum Einsatz? Dieser Buchstabe ersetzt das Y auf Nummernschildern von Dienstfahrzeugen internationaler Hauptquartiere, also der NATO. Die Chance einen in freier Wildbahn zu sehen ist aber recht gering. Nur rund 100 Vehikel tragen in Deutschland diese seltene Kennzeichnung. Welche Fahrzeuge der Bundeswehr Ihnen im Straßenverkehr über den Weg fahren können, sehen Sie in unserer Fotoshow.

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Fazit

Geheimoperationen oder raffinierte Codes verstecken sich nicht in den Kennzeichen der deutschen Bundeswehr. Der Grund für die Nummernschilder mit dem "Y" ist deutlich pragmatischer: Der Buchstabe war bei Gründung der Bundeswehr 1955 schlichtweg noch verfügbar.

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