Tesla Roadster Beschleunigung 06/2020, Tesla Roadster Beschleunigung
Tesla Roadster
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Weltpremiere Tesla Roadster (2020)
Weltpremiere Tesla Roadster (2020) 27 Bilder

Tesla Roadster (2022)

Mit Düsenantrieb in 1,1 Sekunden auf 60 mph

Der Roadster kommt erst 2022, soll aber noch viel besser werden sagt Elon Musk. Dazu gehören neben 1.000 Kilometern Reichweite auch Kaltgas-Schubdüsen für die Extra-Portion Power.

Im Oktober 2019 erklärte der Tesla Designchef Franz von Holzhausen in einem Podcast "Ride the Lightning", dass der Tesla Roadster seit seiner Vorstellung stetig weiterentwickelt und, dass das Fahrzeug besser sein werde, als das, "was wir vorgestellt haben". Dafür bräuchte man jedoch Zeit. Einen konkreten Markteinführungstermin blieb er schuldig, an den bisher kommunizierten Termin 2020 glaubt niemand mehr. Auch nicht Elon Musk. In einem auf Youtube veröffentlichen Interview mit Podcaster Joe Rogan betonte Musk, dass der Roadster der "Nachtisch" sei, den Tesla nach den aktuell laufenden Auto- und Fabrik-Projekten servieren werde. Heißt: Er kann gar nicht vor 2022 kommen, weil diverse Gigafactorys (unter anderem Berlin) und neue Fahrzeuge (Semi-Truck und Cybertruck) "im Weg" stehen.

Raketenantrieb unterm Kennzeichen

Musk betonte in dem Interview aber auch, dass niemand die Wartezeit bereuen werde – unter anderem wegen der einzigartigen Raketen-Technologie, die für den Roadster verfügbar sein werde. Aha! Bereits vor einiger Zeit hatte der Tesla- und SpaceX-Chef ein "SpaceX Option Paket" für den Roadster angekündigt. Hier sollten zehn Raketentriebwerke um das Fahrzeug angebracht sein, die die Fahr- und Bremseigenschaften des Modells deutlich verbessern. Die Beschleunigung soll an die menschlichen Grenzen gehen. Ein nettes Detail zum geplanten Raketenantrieb hat Musk jetzt in einem Gespräch mit US-Talklegende Jay Leno verraten: "Wir werden komprimierte Luft nutzen – es ist eine Kaltgas-Schubdüse", so Musk. "Die Haupt-Düse wird hinter dem Nummernschild verborgen sein. Zum Beschleunigen senkt sich das Nummernschild ab. Es ist wie bei James Bond!"

Tesla Roadster über 400 km/h schnell

Als erstes Serien-E-Auto überhaupt soll der neue Roadster über 400 km/h schnell sein. Dafür wurde der bereits aus anderen Modellen bekannte Ludicrous-Modus weiterentwickelt. Auch hierbei ist es wichtig, auf die Details zu achten. Der Ludicrous-Modus ist nichts für weite Strecken, wenn auch eher der Batterie wegen. 400 km/h sind aller Voraussicht nach nur für eine sehr begrenztes Zeitfenster möglich. Das geht aber auch einem Bugatti-Chiron-Besitzer nicht anders. Der hat sein Auto aber im Zweifel bereits auf dem Hof, bzw. der Garage stehen.

Zwei E-Aggregate befeuern die Hinterachse des Tesla Roadsters, eines die Vorderachse. Allrad, klar. Leistung? Stammen die drei aus dem Model 3 ergibt sich eine Gesamtleistung von fast 800 PS. Wenn nicht, bliebe natürlich immer noch eine Abwandlung des Antriebs aus den Dual-Motor-Model-S-Varianten, da wäre auch Allradantrieb dabei – und 700 PS. Allerdings benötigt man schon für eine Geschwindigkeit jenseits der 400 km/h mindestens 1.000 PS.

Trotz der Twitter-Verwirrung: Tesla bleibt bei den Sprint-Werten für den Roadster: 1,9 Sekunden von 0 bis 60 mph. 0-100 km/h sind 2,1 Sekunden.

Die weiteren Beschleunigungswerte: 4,2 Sekunden auf 100 mph (161 km/h), 1/4-Meile (400 m) in 8,8 Sekunden. Den Spurtwert von 1,9 Sekunden auf 60 mph (Miles per hour, Meilen pro Stunde = 96,5 km/h) hat Musk zunächst in einem Tweet wieder kassiert, sprach "nur" von 2,1 Sekunden. Unterdessen meldete sich aber (nicht nur) Tesla bei uns und korrigierte den Chef: Es bleibt bei 1,9 Sekunden von 0-60 mph. Die 2,1 Sekunden stehen für den Sprint von 0 bis 100 km/h.

25.000 Nm Drehmoment mit SpaceX Package

Trotzdem hat Musk nicht nur auf Twitter von weiteren Leistungsstufen gesprochen, zum Beispiel einer "Rocket Thruster Option" ("Raketen-Triebwerk"). Oder einem "SpaceX Package", das über eine Art Triebwerk die Akku-Kühlung verbessert und das Fahrzeug effizienter macht. Ob das dann ab 2022 bereitsteht, muss man abwarten.

Um die Zeit bis dahin zu verkürzen, hat der Youtube-Kanal "Engineering Explained" auf Basis der bereits vorliegenden technischen Daten den Beschleunigungswert der SpaceX Package berechnet. Zugrunde liegen Gewicht, Beschleunigungwerte und die 10.000 PSI Druck in einem Spezial-Behälter für den "Düsenantrieb". Als Spurtwert des Roadsters mit dann 25.000 Nm Drehmoment kommen 1,1 Sekunden auf 60 Meilen pro Stunde (mph) heraus.

Tesla Roadster Berechnungen
Scrennshot Youtube Engineering Explained
Die Spurtberechnungen erfolgen auf Basis der bereits bekannten technischen Daten.

Im Video: So geht der Roadster ab

Slave Popovski, 3D VFX-Spezialist, hat diesen Beschleunigungswert nun zum Anlass genommen, den Spurt des Tesla Roadsters zu simulieren und in einem Video zu visualisieren. Auch wenn er nicht genau weiß wie viel Luft aus den Endrohren entweicht, ist der Sim-Sprint spektakulär.

Über die Reichweite des ersten Tesla können künftige Roadster-Kunden nur müde lächeln. Der neue Allrad-Roadster mit seinen drei E-Motoren protzt mit einer Reichweite von knapp 1.000 Kilometern (620 Meilen). Wichtiger Zusatz: "bei Highway-Geschwindigkeit". Das heißt: Wer wirklich auf der Autobahn immer nahe an der Höchstgeschwindigkeit unterwegs ist, wird die 1.000 Kilometer weit verfehlen. Highway-Geschwindigkeit ist deutlich zahmer als das, was wir auf deutschen Autobahnen gewohnt sind. Dennoch: Reale 600 bis 700 Kilometer Reichweite sind ein Wort!

Und die Optik? Vorne zwischen den schmalen Scheinwerfern bringen fehlende Kühllufteinlässe allerdings so etwas wie Tesla-Familienähnlichkeit, hinten erinnert der neue Roadster, entworfen von Tesla-Designer Franz von Holzhausen, ein wenig an den Audi TT Roadster und die gegenüber der Fensterlinie nach oben auskurvenden Radhäuser bringen einen Hauch von Ferrari 488 in den Entwurf. Über das Antriebs-Layout hat Tesla noch nichts gesagt, aber die Formen legen eine Batterianordnung hinter den Sitzen bis zwischen den Hinterrädern wie beim ersten Tesla Roadster nahe. Eine Unterflur-Batterie ist ja bei Sportwagen weniger beliebt, weil die Autos damit gern weniger flach geraten.

Preise ab 230.000 Euro

Die Preise für den Tesla Roadster beginnen bei 250.000 Dollar, umgerechnet rund 230.000 Euro. Bei Bestellung werden 50.000 Dollar Anzahlung fällig. Die ersten Autos sollen als so genannte "Founder's Series" auf den Markt kommen und 250.000 Euro kosten. In dem Fall wird wohl die gesamte Summe direkt bei der Bestellung fällig.

Zum Vergleich: Das Model S kostet als 75D knapp 70.000 Euro. Die teuerste Variante (P100D) lässt sich Tesla mit mindestens 145.000 Euro vergüten. Ansonsten haben die US-Amerikaner noch das Model X im Programm (als P100D für mindestens 156.100 Euro). Das Model 3 soll rund 35.000 Dollar kosten.

Rückblende: Der erste Serien-Tesla war ein Roadster. 2006 hatte der US-Konzern einen offenen Sportwagen vorgestellt. Mit einer 53-kWh-Batterie, einem Eingang-Getriebe und einem 215 kW (292 PS) starken Elektromotor verpackt im Chassis einer Lotus Elise. Als Sport-Version sprintete der Tesla Roadster mit 400 Nm in rund vier Sekunden auf Landstraßentempo.Die Batterie des neuen Roadsters ist mit 200 kWh fast 4 Mal so groß wie beim Urmodell, die Leistung mindestens doppelt so hoch sein, auch wenn davon nirgends zu lesen ist, aber optisch bleibt sich der Ur-Tesla in vielem treu. Proportionen eines Mittelmotor-Sportwagens, Glas-Targadach mit zwei plus zwei Sitzen unter auf Wunsch offenem Himmel – auf den ersten Blick sieht der Elektroflitzer fast aus wie ein direkter Nachfolger der Elektro-Elise von einst.

Fazit

Man ist versucht, sich mal wieder über die mehr oder weniger willkürlich gewählten Präsentationstermine neuer Tesla-Modelle lustig zu machen. Das wäre aber viel zu einfach. Weil Elon Musk eben bereits wiederholt bewiesen hat, dass er zwar seine Ideen immer etwas später auf die Straße bringt, als zunächst gedacht – dabei aber trotzdem meist viele Jahre vor der Konkurrenz liegt.

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