VW Golf R (2020) Volkswagen
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VW Golf R (2020) 29 Bilder

VW Golf R (2020): 7:51 Min. für die Nordschleife

VW Golf R (2020) 320 PS, Hinterachssperre, bis zu 270 km/h

Das R-Modell des Golf 8 darf mit Performance-Paket 270 km/h schnell sein. Dank variabler Hinterachssperre und Fahrdynamikmanager nimmt er dem Vorgänger auf der Nordschleife 19 Sekunden ab.

Das sportliche Golf-Topmodell war gerüchteweise immer wieder mit dem 5-Zylinder des Audi RS3 in Verbindung gebracht worden. Den bekommt der Allradler aus Wolfsburg nicht – das Aggregat ist zu breit für eine problemlose Massenproduktion auf einer regulären Golf-Produktionslinie.

Etwas mehr Leistung für den neuen VW Golf R

Leistungsmangel herrscht im R dennoch nicht: Der nochmals überarbeitete 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo (EA888 evo 4) leistet künftig 320 PS (plus 20 PS) und schiebt den Golf R via Vierradantrieb in 4,7 Sekunden auf 100 km/h – schalten muss der Fahrer nicht, die Gangwechsel übernimmt ein 7-Gang-DSG.

Beim Drehmoment bleibt der Rückstand des leichteren Vierzylinders auf der Vorderachse gegenüber dem Fünfzylinder überschaubar: Der EA888 evo 4 stemmt mit 420 Nm maximal 20 Nm mehr als im Vorgänger. Sie liegen bereits bei 2.100 U/min an und bleiben bis 5.350 U/min auf diesem Niveau. Zum Vergleich: Der 5-Zylinder schafft 480 Nm bei 1950 bis 5850 U/min.

Viel mehr Fahrdynamik

Die wirkungsvolleren Neuerungen für flottes Fahren bringt der 5. Golf R aber im Fahrwerks- und Antriebsbereich. Den Allradantrieb (4Motion) zeichnet in den R-Modellen das so genannte "R-Performance Torque Vectoring" aus. Die Besonderheit: Das Hinterachsgetriebe verteilt die Antriebskraft nicht nur variabel zwischen Vorder- und Hinterachse sondern ebenfalls variabel zwischen dem linken und rechten Hinterrad. Während ein normales Hinterachsdifferenzial immer im Verhältnis von 50:50 weitergibt, (selbst wenn sie sich in Kurven dank Differenzial unterschiedlich schnell drehen können), bringen beim Torque-Vectoring-Differenzial zwei Kupplungen bis zu 100 Prozent des Moments an das kurvenäußere Rad.

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So arbeitet das Hinterachsdifferenzial.

Untersteuern ist damit passé, der Kurvenradius wird quasi kleiner, das Fahrverhalten agiler. Die serienmäßige Progressivlenkung soll das zusätzlich befördern, an der Vorderachse sorgt ein neuer Hilfsrahmen aus Alu für mehr Steifigkeit. Beim Gesamtgewicht hat der Neue tatsächlich um etwa sieben Kilogrammm auf 1476 Kilogramm abgespeckt.

Lenkwinkel, Gaspedalstellung, Querbeschleunigung, Gierrate und Geschwindigkeit bestimmen jeweils die Intensität der Kraftverteilung. Der Fahrer kann die Wirkungsweise über die serienmäßige Fahrprofilauswahl ("Comfort", "Sport", "Race" und "Individual") beeinflussen. Die zusätzlichen Profile "Special" und "Drift" gibt es allerdings nur mit dem optionalen "R"-Performance"-Paket.

R-Taste für Fahrprofile einschließlich Driftmodus

Ähnlich wie in BMW M- oder bei Audi-RS-Modellen gelangt der Fahrer über eine "R"-Taste am Lenkrad direkt in die Fahrprofilauswahl. Sie passt auch die Charakteristik des serienmäßigen adaptiven "DCC"-Sportfahrwerks und des ESP an. Wie im GTI vernetzt der sogenannte Fahrdynamik-Manager alle Systeme – Elektronische Dämpfer, Progressivlenkung, und neuerdings eben auch den Allradantrieb mit den elektronischen Differenzialsperren (XDS).

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Immer vier Türen, aber 19 Sekunden schneller auf der Nordschleife als der Vorgänger.

Das Profil "Special" (des Performance-Pakets) ist laut VW eigens auf die Nordschleife des Nürburgrings abgestimmt. Es stellt unter anderem das DCC-Fahrwerk weniger hart ab als in "Race", damit der Allrad-Golf auf der welligen Nordschleife maximal Fahrbahnkontakt halten kann. Sogar Runterschalten im automatischen DSG-Modus soll in Abhängigkeit vom Bremsdruck perfekt zu jedem Anbremsen vor den Kurven passen, je nach Querbeschleunigung und Gaspedallupfen hält sogar das DSG dauerhaft den aktuellen Gang, im manuellen DSG-Modus entfällt außerdem das sonst übliche zwangsweise Hochschalten.

Im Profil "Drift" (für abgesperrte Strecken) erlaubt das ESC die Kraftverteilung via Allradantrieb so, dass der Golf R – na ja – eben driften kann.

Im Profil "Individual" kann der Fahrer über einen digitalen Schieberegler sein persönliches Fahrprofil feinstufig einstellen und speichern. Über die ESC-Taste kann der Fahrer das ESC auf der Rennstrecke separat deaktivieren.

Stärkere Bremse, bessere Nordschleifen-Zeit

Verzögern lässt sich der neue Golf R jetzt mit einer 18-Zoll-Bremsanalge. Die gelochten, 34 Millimeter dicken Scheiben haben einen Durchmesser von 35,7 Zentimeter, der Bremstopf ist aus Alu, was 600 Gramm Gewichtsersparnis (bei ungefederten Massen) bringt.

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Die Bremse des neuen Golf R sitzt gegen Aufpreis hinter 19 Zoll großen Leichtmetallrädern.

Was der ganze Aufwand bringt? Eine um 17 Sekunden kürzere Rundenzeit auf der Nordschleife des Nürburgrings. Der neue durchbricht die 8-Minuten-Schallmauer, zu der der Vorgänger noch deutlichen Abstand hielt (7:51 zu 8:10 Minuten, jeweils mit profilärmeren Sportreifen).

Optik und Ausstattung ebenfalls sportifiziert

Das R-Modell der 8. Golf-Generation unterscheidet sich außen von den zivilen Varianten durch den Frontstoßfänger mit Frontspoiler, seitliche Wings-speziell Lüftungsgitter und die typische blaue Querspange überm Kühler. Sie ist jetzt als LED-Streifen beleuchtet und reicht als Tagfahrlicht bis in die Kotflügel. Auch die Scheinwerfer arbeiten serienmäßig mit LED-Technik. Wie alle Modelle der achten Generation ist allerdings auch der "R" immer ein Viertürer. Serie sind 18-Zoll-Leichtmetallräder (19 Zoll als Extra) und Seitenschweller, die Außenspiegelkappen in mattiertem Chrom (inklusive R-Projektion auf die Straße beim Öffnen und Schließen), das 20 Millimeter tiefere Fahrwerk und blaue Bremssättel. R-spezifsch ist zudem der hochglänzend schwarz lackierte Diffusor, die zwei verchromten Doppelendrohre der serienmäßigen Sportabgasanlage einrahmen. Die ebenfalls klappengesteuerte Akrapovic-Anlage ist sieben Kilo leichter und kostet gut 3800 Euro Aufpreis. Ein Dachkantenspoiler sorgt für Abtrieb auf der Hinterachse.

Nur drei Farben

Die typische "R"-Farbe heißt "Lapiz Blue Metallic". Sonst gibt es den Top-Golf nur noch in "Pure White" oder "Deep Black Perleffekt". Mit der achten Generation bekam der Golf Digitalinstrumente. Im neuen Golf R ist die Grafik des serienmäßigen Infotainmentsystems "Discover Media" (u.a. mit 10-Zoll-Screen, Navigation und Sprachbedienung) und der volldigitalen Instrumente R-spezifisch angepasst. Über die "View"-Taste im Multifunktionslenkrad lassen sich verschiedene Layouts abrufen, etwa eines mit zentralem, rundem Drehzahlmesser oder ein dreidimensional anmutendes mit numerischen Feldern und horizontaler Drehzahlanzeige am oberen Rand. Deren Skala reicht von 0 bis 8 (entsprechend 0 bis 8.000 U/min). In den Fahrprofilen "Special" und "Drift" mahnt die Anzeige im manuellen DSG-Modus mit einem Schaltblitz zum Gangwechsel. Außerdem lassen sich Ladedruck, Getriebetemperatur, Drehmoment, Leistung, ein G-Meter und die Momentenverteilung des Allradantriebs anzeigen. Für sportliche gibt es zudem einen Laptimer für die Rennstrecke.

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Die Instrumente beherrschen eine besonders sportliche Ansicht.

Dort könnten die Sportsitze mit integrierten Kopfstützen helfen. Optional will VW eine schwarze Nappaleder-Ausstattung anbieten. Spezifisch ist auch das Multifunktions-Ledersportlenkrad mit im Vergleich zur Serie größeren DSG-Schaltwippen, blauen Ziernähten und "R"-Taste. Serie im Golf R ist ein schwarzer Dachhimmel und eine mit dem Display synchronisierte Ambientebeleuchtung (30 Farben) für die Schalttafel und Türen.

Marktstart und Preis des neuen VW Golf R

Der neue Top-Golf ist ab sofort bestellbar, der Vorverkauf beginnt am 4. November. Mit 16 Prozent Mehrwertsteuer kostet er mindestens 48.018 Euro. Beim Vorgänger waren es noch 46.285 Euro. Für die meisten Kunden dürften allerdings beim Neuen eher die 49.259 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer gelten – und auch dabei dürfte es für die wenigsten bleiben. Die im Schnitt 46 Jahre alten Käufer (Golf: 54 Jahre) dürften für Extras noch ein paar Euro übrig haben.

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Golf VII: der beste Golf bisher.
Gar kein Golf.

Fazit

Schnell und alltagstauglich war schon der Golf R der siebten Generation. Der Neue legt bei der Sportlichkeit ordentlich zu – 19 Sekunden schneller auf der Nordschleife sind ein Wort. Dass viele Kunden das auf dem Nürburgring ausprobieren wollen, darf bezweifelt werden. Aber mehr Agilität ist ja nicht nur auf der Rennstrecke schön.

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