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Kurswechsel von Sergio Marchionne

Ferrari baut E-Sportwagen und SUV

Ferrari FXX K Evo 2017 Foto: Ferrari 43 Bilder

„Wir machen es, weil wir es machen müssen“, verkündet Ferrari-Boss Sergio Marchionne den Bau eines Elektrosportwagens. Außerdem baut Ferrari einen SUV, der bereits Ende 2019 fertig sein könnte.

17.01.2018 Andreas Haupt Powered by

Sergio Marchionne und seine Truppe arbeiten aktuell an der Ferrari-Strategie für die kommenden fünf Jahre. Sie soll im ersten Halbjahr 2018 vorgestellt werden. Parallel zur Ausrichtung von Fiat-Chrysler, das Marchionne wie die Unternehmenstochter Ferrari führt. Als Datum ist der 1.6. 2018 auserkoren. An genau diesem Tag vor 14 Jahren wurde der Italo-Kanadier auf den Chefsessel bei Fiat gehoben. Zahlenmensch Marchionne sanierte den maroden italienischen Betrieb und fusionierte ihn später mit Chrysler.

Marchionne will Ferrari-Boss bleiben

2019 reicht Marchionne den Staffelstab bei Fiat-Chrysler weiter. Bei Ferrari will er dagegen weiter das Sagen haben. „Ich muss zu Ende bringen, was ich angefangen habe.“ In Detroit verriet der 65-Jährige einen Großteil der Pläne, die er mit dem italienischen Sportwagenbauer hat. Ferrari wird einen Elektrosportwagen bauen. Aus einem einfachen Grund. „Wir machen es, weil wir es müssen.“ Die Automobilwelt baut um und richtet sich auf das Zeitalter der Elektromobilität ein. Derzeit gibt es im Sportwagenbereich viele Projekte im Anfangsstadium, Visionen, aber nicht immer Konkretes.Es werden elektrifizierte Showcars auf die Bühnen gerollt, deren Serienproduktion in den Sternen steht oder noch ein paar Jahre hin ist.

Marchionne selbst sieht die Elektromobilität skeptisch. Doch die Entwicklung zwingt ihn gewissermaßen zu handeln. Stichwort: strengere Umweltrichtlinien. Und wenn Ferrari schon einen Sportwagen mit Elektroantrieb baut, muss er sich direkt an die Spitze fahren. „Wenn es einen elektrischen Supersportwagen zu bauen gibt, wird Ferrari der erste sein“, tönt Marchionne gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Die Leute sind von Teslas Sportwagen fasziniert. Ich will die Verdienste von Elon Musk nicht kleinreden, aber ich denke, dass wir anderen es auch hinbekommen.“

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Ferrari zielt auf Tesla ab, und will den Amerikanern Kunden abjagen. Ob Marchionne nicht einen prominenten Konkurrenten vergessen hat? Porsche bringt den Elektrosportwagen Mission E bereits 2020 in Serie. Und mit dem RapideE von Aston Martin rollt ein weiterer E-Sportwagen auf die Straße. Vermutlich schon 2019 (zum Artikel geht es hier). Porsche ist ein gutes Beispiel dafür, wie viel Vorlaufzeit ein E-Projekt braucht. Im September 2015 hatte der schwäbische Sportwagenbauer auf der IAA den Mission E als Konzeptfahrzeug gezeigt. Zwei Monate später kündigte man die Serienumsetzung an. Mehr als vier Jahre später soll sie Wirklichkeit werden.

Hybrid als Zwischenlösung

Den Weg zum ersten vollelektrischen Auto ebnet Ferrari mit Hybrid-Modellen. „Unser Zukunftsplan sieht Hybridautos vor. Von Hybrid bis Elektro ist der Weg nicht mehr weit“, sagt Marchionne. Ferrari hatte mit dem LaFerrari bereits einen Hybrid-Supersportwagen im Straßenaufgebot. Man baute exakt 500 Modelle, und dazu die Rennversion FXX-K. Welche Modelle Ferrari in Zukunft hybridisiert, wird der Zukunftsplan offenlegen.

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In dem wird die Welt auch mehr über Ferraris ersten SUV erfahren. Eine Fahrzeuggattung, vor der sich Ferrari lange sträubte wie das Kind vor der Spritze. Ein Zitat von Marchionne hatte sich einst wie ein Lauffeuer in der Szene verbreitet. „Vorher muss man mich erschießen“, antwortete er 2016 auf die Frage nach einem Ferrari-SUV. Im August 2017 machte die geänderte Haltung publik, als Marchionne vor den Anlegern die Unternehmenszahlen für das zweite Quartal präsentierte. Das Zitat blieb dasselbe. Allerdings setzte es Marchionne in einen anderen Zusammenhang. Man möge ihn erschießen, wenn Ferrari mit einem ähnlichen SUV wie BMW, Bentley oder Porsche auf den Markt stürme. So schrieb es ihm damals Bloomberg zu.

Ferrari denkt um

Die logische Begründung „Diese Marktlücke ist zu groß und einladend. Wir haben viele Kunden, die gerne einen Ferrari fahren würden, der den Nutzwertgedanken in den Vordergrund stellt.“

Porsche hat es vorgemacht mit dem Cayenne und dem Macan. Bentley baut den Bentayga. Maserati hat den Levante im Portfolio und Rolls-Royce arbeitet am Cullinan. Selbst Lamborghini konnte dem SUV-Segment nicht widerstehen. Der Urus mit seinem Biturbo-V8-Motor ist inzwischen mit einer Spitzengeschwindigkeit von 305 km/h der schnellste SUV der Welt. Marchionne bestätigte gegenüber Reportern auf der Detroit Motor Show einen Ferrari-SUV. Mit dem Ziel, den Urus abzulösen. Ferraris SUV werde der schnellste auf dem Markt erhältliche sein.

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Das Geschäft ist zu lukrativ, als dass Ferrari auf einen eigenen Hochbeiner verzichten könnte. Sei es als Ergänzung zum GTC4 Lusso (und dessen Nachfolger) oder als Ersatz. Es heißt, Ferrari wolle bis 2022 den Gewinn verdoppeln. 2016 lag der bereinigte Nettogewinn bei 425 Millionen Euro. Mit einem SUV würden Ferraris Absatzzahlen bestimmt über die 10.000-Auto-Marke klettern. 2016 hatte Ferrari 8.014 Autos ausgeliefert. Für 2017 peilte man 8.400 Sportwagen an. Die genauen Zahlen legte Ferrari noch nicht offen.

Ferrari würde über 10.000 Autos pro Jahr absetzen

Ein zu großes Wachstum bringt aber auch Nachteile. Derzeit profitiert Ferrari von lascheren Verbrauchs- und Emissionsvorschriften in der EU und in den USA. Weil man mit weniger als 10.000 ausgelieferten Fahrzeugen noch als Kleinserienherstellers gilt. Außerdem begrenzte Ferrari bewusst die Stückzahlen in der Vergangenheit. Um die Exklusivität zu wahren. Eine Verknappung macht die Autos mit dem springenden Pferd noch lukrativer und begehrenswerter. Marchionne hat dieses Prinzip in den vergangenen Jahren etwas aufgeweicht.

In unserer Fotoshow zeigen wir mit dem Porsche Mission E einen Ferrari-Gegner.

Neuester Kommentar

Hier ist wohl was schief gelaufen (vielleicht auch wieder bewusst). Die headline passt nicht zu den Fotos, die Werbung fuer ein neues Porschemodel machen sollen, ein wenig platt das Ganze. Schaut sich das vorher niemand an bevor das in Netz geht?

geronimo49 18. Januar 2018, 10:06 Uhr
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