Neuer Suzuki Jimny im Vergleich mit dem Vorgänger

Was kann der neue Jimny wirklich besser?

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Suzuki gibt sich viel Mühe zu betonen, wie sehr der neue Jimny der kleine funktionale Offroader geblieben ist, als den wir ihn kennen. Wir fragen uns aber viel mehr, was nicht beim Alten geblieben ist, und vergleichen den neuen Jimny mit seinem Vorgänger.

Nicht jede Fortsetzung ist gelungen. Matrix, Star Wars, Fast and Furious – etliche Filmreihen gehen mit schlechtem Beispiel voran. Bei den günstigen Geländewagen strahlt seit Ende Oktober 2018 nun ein neues Sternchen auf der Leinwand: Die vierte Generation des Suzuki Jimny. Beliebt war schon sein Vorgänger, deshalb besteht ein gewisses Restrisiko, die Nummer zu vergeigen. Ob der Neuling einen Oscar oder eine goldene Himbeere verdient, klären wir im Vergleich mit Generation Drei des kompakten Kraxlers. Dabei arbeiten wir uns von innen nach außen, los geht’s.

Suzuki Jimny Vergleich alt neu Foto: Suzuki / Patrick Lang
Ob der Neuling einen Oscar oder eine goldene Himbeere verdient, klären wir im Vergleich mit Generation Drei des kompakten Kraxlers.

Effizienz vs. Auswahl

1998, in dem Jahr, als auch der Klassiker „Fear and Loathing in Las Vegas“ in die deutschen Kinos kam, feierte der Jimny „Eljot“ sein Debüt in der Bundesrepublik. Die Allrad-Version kam zunächst mit einem 1,3-Liter-Vierzylinder mit 80 PS auf den Markt; Updates gab es 2005 (86 PS) und 2015 (84 PS), zwei Diesel mit 65 und 86 PS kamen 2004 und 2005. Wenn Auswahl in der Motorenpalette ein Kriterium ist, dann geht diese Runde klar an den Oldie, denn die neue Generation fährt einzig und allein mit einem 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 102 PS vor.

Dahinter allerdings steckt Kalkül, denn der Jimny soll als Weltauto in mehr als 190 Ländern und Regionen angeboten werden. Deshalb hat man sich für ein Aggregat entschieden, dass so gut wie jede Benzin-Qualität verkraftet. Was die Effizienz betrifft, holt sich also die 2018er-Ausführung die Lorbeeren. Apropos Effizienz: Trotz Mehrleistung verbraucht der neue Vierzylinder mit durchschnittlichen 6,8 Litern weniger als seine Verbrenner-Ahnen (7,1 bis 8,2 Liter). Flotter vorwärts geht es allemal und die Höchstgeschwindigkeit liegt fünf km/h über der des Vorgängers, auch wenn das bei diesem Auto nicht wirklich entscheidend ist.

So erhält hier jeder einen Punkt – Zwischenstand Alt – Neu 1:1

Offroad-Performance

Viel wichtiger ist das schon die Offroad-Performance, denn der Jimny erfreut sich nicht umsonst größter Beliebtheit bei Jägern und Landwirten, die auch mal abseits asphaltierter Straßen unterwegs sind. Die Starrachsen in Kombination mit Schraubenfedern behält sich auch die neue Generation bei, allerdings hebt Suzuki den Wagen jetzt um weitere fünf Millimeter an (Bodenfreiheit insgesamt 210 mm).

Suzuki Jimny 1.3 im Test
Kleiner Kult-Klettermax

Zuschaltbarer Allradantrieb inklusive Geländeuntersetzung gab es auch vorher schon – hier haben wir also eine Patt-Situation. Gleiches gilt für den vorderen Böschungswinkel von 37 Grad. Hinten legt der aktuelle Jimny allerdings um drei Grad auf 49 zu. Eine Bergabfahrhilfe ist zudem neu an Bord. Insgesamt ergibt sich also hier ein knapper Vorsprung für die Neuauflage.

Damit steht es jetzt Alt – Neu 1:2

Neue Assistenzsysteme im Jimny

Suzuki Jimny 2018 Weltpremiere Foto: Suzuki
Kleines Fun Fact: Die Infotainment-Einheit wird auch in der neuen Alpine A110 verbaut.

Erfrischend übersichtlich ist der Katalog der aufpreispflichtigen Ausstattung. Die beschränkt sich nämlich auf die Lackierungen, sofern man sich beim neuen Jimny für das bereits ab Werk voll ausgestattete Modell „Comfort+“ entschieden hat. Zum Preis kommen wir später, zunächst klären wir, was „voll ausgestattet“ bedeutet. Dass jegliche zeitgenössische Technik-Spielerei Einzug gehalten hätte, kann man nun nicht behaupten. Das hätte allerdings auch so gut zum Jimny gepasst wie computergenerierte Special Effects zu einem Stummfilm. Suzuki hat dem Offroader einen gelungenen modernen Anstrich verpasst. So sind LED-Fernlichtassistent, Spurhalteassistent, Notbremsassistent und Verkehrszeichenerkennung serienmäßig mit von der Partie und zahlen vorrangig auf eine gesteigerte Sicherheit im Straßenverkehr ein. In puncto Komfort und Infotainment wurde aber auch nachgelegt.

Zum einen wurde zwischen den beiden analogen Rundinstrumenten ein 4,2-Zoll großes Multi-Info-Farbdisplay platziert, das etwa die erfassten Verkehrszeichen abbildet. Zum anderen prangt in der Cockpit-Mitte ein 7-Zoll-Touchscreen mit Smartphone-Integration, DAB-Radio, Navi und Bluetooth von Zulieferer Bosch. Kleines Fun Fact: Diese Infotainment-Einheit wird auch in der neuen Alpine A110 verbaut. Weiter arbeitet die Klimaanlage auf Wunsch nun automatisch und die Außenspiegel lassen sich beheizen. Das Ausstattungskapitel kann der neue Jimny insgesamt also überdeutlich für sich entscheiden.

Das führt zu einem Punktestand von Alt – Neu 1:3

Suzuki Jimny 2015 im Einzeltest Foto: Torsten Seibt
Wenn wir ganz streng sind, gewinnt der Vorgänger bei den Anschaffungskosten mit einem Vorsprung von 15.840 zu 17.915 Euro für die jeweilige Basis-Ausführung.

Design und Abmessungen

Alle haben sich gespannt gefragt, was der neue Jimny wohl auf dem roten Teppich seiner Deutschland-Premiere tragen wird. Jetzt ist es klar: Der Kleine zeigt Kante, und zwar ordentlich. Klare Linien erinnern an den Blockbuster G-Klasse, das Gesicht mit den fünf vertikalen Schlitzen bleibt. Neu sind die runden LED-Scheinwerfer und die Ausmaße. Ob er größer geworden ist? Mitnichten, der Jimny schrumpft um fünf Zentimenter in der Länge. Dennoch gönnt er den Passagieren in der zweiten Reihe über seine kastige Form eben jene fünf Zentimeter als zusätzliche Beinfreiheit. Gleichzeitig steigt das maximale Ladevolumen bei umgelegten Sitzen von 816 auf 830 Liter. Fast so verrückt wie das Auftreten mancher Hollywood-Sternchen.

Was uns zum letzten Thema bringt. Sie müssen bei weitem kein Hauptdarsteller in einem Kassenschlager aus der Traumfabrik sein, um sich den neuen Jimny leisten zu können. 19.985 Euro kostet der voll ausgestattete Comfort+ mit manuellem Fünfgang-Getriebe. Auch wenn das wirklich nicht viel Geld für so ein Auto ist – wenn wir ganz streng sind, dann gewinnt der Vorgänger bei den Anschaffungskosten mit einem Vorsprung von 15.840 zu 17.915 Euro für die jeweilige Basis-Ausführung. Wenn wir allerdings wiederum den Vergleich zum Kino ziehen, dann sehen Sie in ein und dem selben Saal zwar den gleichen Film, aber es sitzt sich in der teureren Lounge doch ein bisschen angenehmer.

Hier darf wieder jeder einen Punkt mitnehmen. Endstand Alt – Neu 2:4

Suzuki Jimny (2018) Fahrbericht
Neuauflage startet ab 17.915 Euro

Ob sich das für Sie ganz persönlich lohnt, können Sie in unserer Bildergalerie überprüfen und die beiden Jimnys aus allen Winkeln betrachten.

Fazit

Suzuki hat den Jimny an den richtigen Stellen angepackt und modernisiert, ohne den Kern seiner Talente zu verwässern. Das würde man sich von so mancher Film-Trilogie gegen Ende hin auch wünschen. Mit neuen Assistenzsystemen, frischer Optik und solider Technik hat der kleine Offroader definitv das Zeug zum Kassenschlager.

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