BMW 7er / i/ Facelift: Neue-Klasse-Feinschliff fürs Bayern-Flaggschiff

BMW 7er/i7 Limousine (G70) Facelift
Verbrenner profitiert deutlich stärker als der i7

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.04.2026
Als Favorit speichern

Mit dem Facelift seiner Luxuslimousine zeigt BMW, wie die Technik der Neuen Klasse in Bestandsbaureihen mit Verbrenner einzieht. Der überarbeitete 7er / i7 debütiert auf der Auto China mit moderaten Veränderungen am für europäische Betrachter wuchtigen Außendesign, aber mit dem "Panoramic Vision Display" über die ganze Breite des unteren Endes der Frontscheibe sowie dem neuen Lenkrad und korrespondieren Zentral-Display. Sprich: Die Elektronikarchitektur mitsamt ihrer Update-Fähigkeit entspricht jener der Neuen Klasse.

Mischbauweise kostet E-Auto-Qualitäten

Anders als bei den neuen iX3 und i3 stehen die Elektrovarianten des 7ers aber nicht auf der Electric-Only-Architektur der Neuen Klasse, sondern auf der Cluster Architecture (CLAR) für Verbrenner. So können alle Antriebsvarianten vom selben Band in Dingolfing laufen. Bei der Überarbeitung der Misch-Baureihe erhielten der i7 zwar die neuen Batterien der sechsten Generation mit den energiereicheren Rundzellen, aber ausgerechnet die 800-Volt-Technik hat BMW nicht integriert. Offenbar war der Aufwand zu groß. Die Folge: Statt bestenfalls bis zu 400 Kilometer in zehn Minuten nachladen zu können wie der i3, schafft der i7 gerade mal 235. Die maximale Ladeleistung liegt bei 250 kW (i3: 400 kW). Um den Ladezustand von 10 auf 80 Prozent zu heben, braucht es bestenfalls 28 Minuten.

Immerhin: Die neuen Batterien sorgen mit Netto-Kapazitäten von gut 112 kWh für maximale Reichweiten von 686 (i7 M70 xDrive) bis 728 Kilometer (i7 50 xDrive). Gegenüber der Konkurrenz auf dezidierten Elektro-Architekturen gerät der i7 bei den klassischen E-Auto-Disziplinen damit klar ins Hintertreffen: Mercedes spendierte dem EQS bei der jüngsten Überarbeitung 800 Volt und einen zweiten Gang. Damit kommt er gut 900 Kilometer weit und lädt 320 Kilometer in 10 Minuten. Der Lucid Air spielte da von Anfang an in einer anderen Liga. Aber vom Lucid Air gibt es keine Varianten mit Verbrenner und dem 7er mit Verbrennungsantrieb stellt Mercedes die ebenfalls jüngst überarbeite S-Klasse gegenüber.

Neue Verbrenner-Versionen

Mit Verkaufsstart bietet BMW auch in Deutschland den 740 xDrive mit 48-Volt-Mildhybrid. Der 3,0-Liter-Sechszylinder-Turbo leistet künftig satte 400 PS und 540 Nm schon ab 1.980/min, mit 18 PS E-Unterstützung schiebt er die Luxuslimousine in 5,1 Sekunden auf 100 km/h. Der Diesel im 740d xDrive bleibt bei 313 PS und schafft es mit derselben E-Unterstützung in 5,7 Sekunden auf 100, bei fast drei Liter Minderverbrauch. Mehr verbrauchen dürfte ein reiner V8, den BMW für 2027 in einer dritten M-Performance-Variante neben dem 6-Zylinder PHEV M760e (612 PS) und dem i7 M70 (680 PS) ankündigt. Auf die Bezeichnung kann man gespannt sein. Wenn sie sich an der Leistung orientiert, dürfte es eher ein M750 werden, denn deutlich mehr als 500 PS für den V8 ohne E-Unterstützung sind unwahrscheinlich.

Die zivile PHEV-Version 750e xDrive hat zwar den gleichen E-Motor, aber der Sechszylinder steuert hier "nur" 313 PS statt 426 wie im 760e bei. Dafür kann der Plug-in-Hybrid bis zu 82 Kilometer rein elektrisch fahren – allerdings nur mit 11 kW geladen werden. Insgesamt zeigt das Antriebsportfolio die große Flexibilität der Mischplattform: zwei Benziner, einen Diesel, zwei PHEVs, drei E-Versionen.

Cockpit-Veränderungen deutlich

Wer das alte und das neue Cockpit vergleicht, wird es kaum wiedererkennen. Im Zentrum des neuen steht das BMW Panoramic iDrive, das durch seine Fahrerorientierung und intuitive Bedienlogik überzeugen soll. In Kombination mit dem neuen BMW Operating System X entsteht eine für BMW-Kunden komplett neue digitale Erlebniswelt, die Informationen, Unterhaltung und Fahrzeugsteuerung verbindet. Ergänzt wird das System durch den erstmals integrierten BMW Passenger Screen, der auch dem Beifahrer eigenständigen Zugriff auf Entertainment- und Informationsfunktionen ermöglicht.

Die Interaktion erfolgt multimodal: über Touch, Sprache oder klassische Bedienelemente. Der weiterentwickelte BMW Intelligent Personal Assistant nutzt Künstliche Intelligenz, um natürliche Sprachbefehle noch präziser umzusetzen, und integriert moderne Technologien wie Amazon Alexa+. Dadurch wird das Fahrzeug zunehmend zu einem lernfähigen, personalisierten Begleiter im Alltag. Das für viele wichtigste Highlight des 7ers bleibt: Der optionale BMW Theatre Screen verwandelt den Fond in ein exklusives Kino- oder Arbeitsumfeld – inklusive 8K-Streaming, Gaming und Videokonferenzen. Unterstützt wird dieses Erlebnis durch das Premium-Soundsystem von Bowers & Wilkins in Kombination mit Dolby Atmos, das einen immersiven, dreidimensionalen Klangraum schafft.

Elektronik und Assistenzsysteme

Funktionen wie BMW Maps mit erweiterter Navigationsvisualisierung, nahtlose Smartphone-Integration, der BMW Digital Key Plus sowie regelmäßige Over-the-Air-Updates sorgen dafür, dass auch der neue 7er technologisch stets auf dem neuesten Stand bleibt. Ergänzt wird dies durch digitale Zusatzangebote wie BMW Digital Premium und flexible Connected-Drive-Upgrades.

Neben dem digitalen Erlebnis steht die Sicherheit im Fokus. Die neue BMW 7er-Limousine verfügt über umfangreiche Fahrerassistenzsysteme – allerdings "nur" auf SAE-Level 2 –, die den Fahrer im Alltag dennoch spürbar entlasten. Der Autobahnassistent ermöglicht freihändiges Fahren bei Geschwindigkeiten bis zu 130 km/h auf geeigneten Strecken, während der City-Assistent erstmals navigationsbasierte "Adresse-zu-Adresse"-Fahrten im urbanen Raum unterstützt. Diese Systeme arbeiten im Rahmen von BMW Symbiotic Drive eng mit dem Fahrer zusammen und optimieren kontinuierlich das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine.

Auch die aktiven Sicherheitsfunktionen wurden deutlich erweitert. Sie erkennen potenzielle Gefahren frühzeitig und unterstützen präventiv, wodurch sowohl Komfort als auch Sicherheit erhöht werden. Im Bereich Parken bietet der serienmäßige Parkassistent in Verbindung mit KI-gestützter Parkplatz-Erkennung und automatisierter Manöverplanung ein besonders intuitives und stressfreies Erlebnis.

Marktstart und Preise

Ein neuer 7er kostet mindestens 117.900 Euro (740 xDrive). Die teuerste Version ist die E-Version mit der geringsten Reichweite, aber der höchsten Leistung: Der i7 M70 xDrive kostet ab 182.400 Euro. Die Modelle können ab dem 28. Mai 2026 bestellt werden. Der Produktionsstart im BMW Group Werk Dingolfing und die Markteinführung in Deutschland beginnen ab Juli 2026.

Preise in Deutschland:

  • BMW i7 50 xDrive 121.400 €
  • BMW i7 60 xDrive 140.100 €
  • BMW i7 M70 xDrive 182.400 €
  • BMW 740 xDrive 117.900 €
  • BMW 740d xDrive 122.900 €
  • BMW 750e xDrive 133.900 €
  • BMW M760e xDrive 159.900 €

Fazit