03/2021, 1965 Shelby Cobra Daytona Coupe at Auburn Auction Worldwide Auctioneers
03/2021, 1965 Shelby Cobra Daytona Coupe at Auburn Auction
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03/2021, 1965 Shelby Cobra Daytona Coupe at Auburn Auction 9 Bilder

1965er Shelby Cobra Daytona Coupé zu verlaufen

1965er Cobra Daytona Coupé zu verkaufen Dieser Shelby ist nicht ganz sauber

Dieses 1965er Shelby Cobra Daytona Coupé ist zwar kein Vertreter der Original Six, aber es gehörte einst Carroll Shelby selbst. Am Steuer saßen mehrere Starpiloten.

Je nach persönlicher Vorliebe bedeutet der Ausdruck "Original Six" für jeden etwas anders. Für Sportsfreunde sind damit die sechs Mannschaften gemeint, mit denen die nordamerikanische Eishockey-Liga NHL eine ihrer glorreichsten Phasen erlebte. Filmfans haben eher die sechs originalen Superhelden der ultra-erfolgreichen "Avengers"-Reihe im Sinn. Und Auto-Enthusiasten denken womöglich an jene sechs Exemplare des Cobra Daytona Coupés, mit denen Carroll Shelby den Grundstein für seine legendäre Konstrukteurs-Karriere legte.

Dieses Sextett mit den Fahrgestellnummern CSX2286, CSX2287, CSX2299, CSX2300, CSX2601 und CSX2602 entstand 1964 und 1965 zum Zweck, Ferraris GT-Rennwagen auf den internationalen Strecken zu piesacken. Und das gelang: Mit den wunderschönen Daytona Coupés errang Shelby Rennsiege und feierte Titelgewinne gegen die Italiener. Was Enzo Ferrari damals besonders gewurmt haben dürfte: Nur ein Auto, Chassis-Nummer CSX2287, entstand in den USA. Die fünf anderen wurden in Italien bei der Carrozzeria Gransport aufgebaut.

Erst ein Roadster, dann ein Coupé

Das hier gezeigte Exemplar mit der Fahrgestellnummer CSX 2469, das aktuell von Worldwide Auctioneers zum Direktverkauf angeboten wird, ist leider keines davon. In Wahrheit ist es eine Replika. Oder besser: ein Continuation-Modell. In ihrer ursprünglichen Form wurde die Cobra bereits 1964 geboren. Allerdings nicht als Daytona Coupé, sondern als Shelby Roadster. Wie aus offiziellen Dokumenten hervorgeht, erhielt dieses Chassis die geschlossene Karosserie erst viel später, nämlich 1992. Drei Jahre zuvor beauftrage Shelby den Karosseriebauer Mike McCluskey, auf Basis von Roadster-Fahrgestellen eine Continuation Series des Daytona Coupés aufzulegen, zu der auch Nummer 2469 gehört.

03/2021, 1965 Shelby Cobra Daytona Coupe at Auburn Auction
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Was aussieht wie ein Daytona Coupé, kam einst als Shelby Cobra Roadster auf die Welt.

Trotzdem mangelt es dem halbechten Daytona Coupé nicht an Historie. Im Gegenteil: Bereits direkt nach der von ihm selbst in Auftrag gegebenen Produktion ging das Auto in den Besitz von Carroll Shelby über, was durch den originalen Fahrzeugbrief dokumentiert ist. Shelby selbst gab auch dessen Wesens-Wandlung in Auftrag und verkaufte das Daytona Coupé später – Worldwide Auctioneers zufolge – in seinem Wohnzimmer an den nächsten Besitzer. In den Papieren, zu denen auch das begehrte FIA-Zertifikat für historische Rennwagen gehört, sind insgesamt drei Halter vermerkt.

In mancher Hinsicht optimiert

Technisch entsprach das Auto einst den Originalen Daytona Coupés; inzwischen wurde es jedoch in mancher Hinsicht optimiert. Der Hubraum des Ford-V8 wuchs beispielsweise von 4.727 auf 4.868 Kubikzentimeter. Zudem wurden eine andere Abgas- und eine elektronische Zündanlage nachgerüstet. Dem FIA-Pass zufolge wurde das Auto außerdem mehrfach restauriert (1981 sowie von 1997 bis 1999) und erhielt 1992 im Rahmen des Karosserie-Wechsels Verstärkungen an Chassis und Außenhaut. Die Arbeiten wurden natürlich auf Basis der Konstruktionspläne der sechs originalen Daytone Coupés vorgenommen.

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Der Ford-V8 verfügt inzwischen über einen Hubraum von 4,9 statt 4,7 Litern.

Im Motorsport wurde dieser Shelby erst im hohen Alter eingesetzt, und zwar bei Veranstaltungen für historische Fahrzeuge. Dokumentiert sind Auftritte auf den legendären Strecken Laguna Seca und Goodwood, wo die Shelby Cobra von sehr kundiger Hand pilotiert wurde. Einstige Renngrößen wie Phil Hill und dessen Sohn Derek, Brian Redman, John Morton und Danny Sullivan griffen ins Lenkrad dieses ikonischen Boliden. "Dies ist eine einzigartige Gelegenheit, ein phänomenales Stück Rennsportgeschichte zu erwerben, das überall auf der Welt willkommen ist", sagt Rod Egan, Direktor und Chefauktionator bei Worldwide Auctioneers, nicht ganz zu Unrecht.

Wirklich 1,5 Millionen Dollar wert?

Einen Preis nennt Rod Egan leider nicht. Man muss seiner Truppe schon glaubhaft versichern, dass ein konkretes Kaufinteresse besteht, um diesen zu erfahren. Interessant wäre, ob das Shelby Cobra Daytona Coupé trotz seiner nicht komplett sauberen Historie tatsächlich den Wert erreicht, den Carroll Shelby ihm im Jahr 2000 noch bescheinigte. Der Meister sprach dem Auto einst 1,5 Millionen Dollar zu, was heutzutage umgerechnet etwa 1,25 Millionen Euro entspricht.

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Fazit

Ein wenig schade ist es schon, dass dieses Shelby Cobra Daytona Coupé nicht bei einer Auktion veräußert wird, sondern per Privatverkauf. Bedeutet: Was sein nächster Besitzer dafür bezahlt, werden wir wohl nie erfahren. Dabei wäre es durchaus interessant gewesen, wo sich dieses Exemplar in der derzeitigen Shelby-Euphorie – aktuell sind besonders viele interessante Exemplare auf dem Markt – preislich einordnet.

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