11/2020, Alfa Romeo GT Electric Restomod Totem Automobili
11/2020, Alfa Romeo GT Electric Restomod
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11/2020, Alfa Romeo GT Electric Restomod 27 Bilder

GT Electric von Totem Automobili

Alfa Romeo-Restomod mit Elektroantrieb

So stark und schnell war der GT Junior zu seinen besten Zeiten nicht: Dank E-Power erreicht dieser Alfa Romeo-Umbau 525 PS und sprintet in 3,4 Sekunden von Null auf Hundert.

Oldtimer-Umbauten, bei denen der ursprüngliche durch einen elektrischen Antrieb ersetzt wird, gibt es inzwischen fast unzählige. Aber kaum einer setzt die Aufgabenstellung derart konsequent um wie Totem Automobili. Das muss aber auch so sein, schließlich schauen die Fans von Italo-Legenden wie den Alfa Romeo-Coupés Giulia Sprint GT und GT Junior bei so etwas sehr genau hin. Aber bei dieser komplett in Handarbeit produzierten Neuauflage dürften selbst die Augen der härtetesten Traditionalisten hell leuchten.

525 PS und 980 Newtonmeter

Einerseits wegen der reinen Daten. Totem verpasst dem Alfa einen Elektromotor, der nicht weniger als 525 PS leistet und maximal 980 Newtonmeter bereitstellt. Damit soll die nun Giulia GT Electric genannte Schönheit in 3,4 Sekunden von Null auf Hundert beschleunigen; der Topspeed liegt bei 245 km/h. Das 330 Kilogramm schwere Batteriepaket verfügt über eine Kapazität von 50,4 Kilowattstunden. Das soll für eine Reichweite von 360 Kilometern reichen und sich per Schnellladung füllen lassen.

Alfa Romeo GTe Elektro-Restomod
Totem Automobili
Das 50,4-kWh-Akkupaket wiegt 330 kg und soll eine Reichweite von 360 km garantieren.

In der Leistungselektronik sind drei Fahrmodi hinterlegt: Dynamic, Natural und Advanced, wobei auch eine Launch Control und eine elektronische Drifthilfe integriert sind. Hinzu kommen ein Sperrdifferenzial und eine mechanische Handbremse. Ein eigens entwickeltes Soundsystem soll zudem einen emotionalen Motorklang erzeugen und sogar die Vibrationen eines Verbrenners reproduzieren. Dabei agiert es abhängig von verschiedenen Parametern. Das Vorhaben scheint gelungen zu sein: Eine Sound-Probe auf der Totem-Website lässt eine ziemlich realistische Klangfarbe erwarten.

Eine Karosserie komplett aus Karbon

Auch beim Aufbau seines Autos nimmt Totem Automobili nicht gerade den bequemsten Weg. Als Basis dient stets ein echter, zwischen 1970 und 1975 gebauter GT Junior 1300/1600. Der Oldtimer wird komplett gestrippt, woraufhin die Totem-Techniker den Rahmen von Hand restaurieren, verstärken und gegen Rost wappnen. Beim Verstärken helfen der FIA-Vorgaben entsprechende, neu eingepasste und versteckt installierte Überrollkäfig sowie der neue hintere Hilfsrahmen, der auch den Motor aufnimmt. Letztlich bleiben zehn Prozent vom Original-Chassis übrig; der Rest ist eine Eigenanfertigung aus Aluminium.

11/2020, Alfa Romeo GT Electric Restomod
Totem Automobili
In der Karbon-Karosserie sitzen LED-Leuchten. Einen Auspuff braucht der Elektro-Alfa nicht.

Ist der Unterbau erst einmal hergerichtet, erhält das 4,08 Meter lange, 1,76 Meter breite und 1,24 Meter hohe Auto (Radstand 2,40 Meter) eine vollständig aus Karbon bestehende Karosserie-Beplankung. Das senkt nicht nur das Gewicht auf 1.270 Kilogramm (davon gehen nur 95 Kilogramm auf die Außenhaut), sondern minimiert auch Schweißnähte, Spaltmaße etc. Um die reduzierte Optik zu perfektionieren, verzichtet Totem Automobili bei der Giulia GT Electric auf Stoßstangen. Neu ist übrigens auch der Unterboden, der – wie bei einem Supersport- oder Rennwagen – Anpressdruck generieren soll. Das Design aller Leuchten ist neu, lehnt sich aber ans Original an; allerdings arbeiten sie rundum mit LED-Technik.

Komplett auf Sport getrimmtes Fahrwerk

Die 17-Zoll-Aluminiumräder greifen die Optik früherer Renn-Alfas auf. Die Bereifung liefert Continental in Form von SportContact-Pneus. Die vorderen Radaufhängungen sind in MacPherson-Bauweise ausgeführt, hinten kommt eine Mehrlenker-Hinterachse aus Aluminium zum Einsatz. Das serienmäßige Bilstein Clubsport-Gewindefahrwerk lässt sich zehnfach in Zug- und Druckstufe einstellen – auf Wunsch per App. Gegen Aufpreis baut Totem aber auch ein speziell für die Giulia GT Electric entwickeltes Luftfederfahrwerk ein. Die Bremsanlage liefert Brembo. Als Standard verbeißen sich B-M4-Sättel in den 354 und 328 Millimeter großen Scheiben. Optional rüstet Totem auf eine Brembo GT-R-Anlage auf.

11/2020, Alfa Romeo GT Electric Restomod
Totem Automobili
Innen staffiert Totem Automobili den GT Electric mit feinstem italienischen Leder aus.

Innen geht es erstmal um Verzicht, denn die Rücksitze fliegen raus. Einerseits, damit den beiden vorn platzierten Insassen mehr Raum zur Verfügung steht; ihre Sitze werden auf Wunsch übrigens perfekt auf deren Körpergröße maßkonfektioniert. Andererseits wird ein Teil des gewonnenen Platzes für die in diesem Bereich etwas in den Fahrgastraum ragende Batterie benötigt. Als Ausgleich erhält die Giulia GT Electric eine Ausstattung aus feinem italienischen Leder – übrigens auch im 260 Liter großen Kofferraum. Das Volant ist eine aus Aluminium gefertigte und mit Leder ummantelte Neuinterpretation eines klassischen Momo-Lenkrads.

Karbon, Leder und viele Bildschirme

Und zudem moderne Technik. Über eine neu installierte Elektronik werden mehrere Monitore angesteuert: Zwei runde 3,5-Zoll-Displays dienen als digitale Instrumente. Ein weiterer (eckiger) Screen sitzt vor dem Beifahrer im Kohlefaser-Armaturenbrett und informiert über den Zustand der Batterie. Einen anderen 3,5-Zoll-Monitor präsentiert das Infotainment-System mit DAB-Radio, Navigationssystem samt interaktiver Karten, Bluetooth und einigen Apps. Außerdem integriert Totem Automobili elektrische Fensterheber, ein Keyless Go-System samt Diebstahlwarnanlage sowie eine Klima- und eine angemessene Soundanlage.

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Eine Alfa Romeo GTA-Restomod mit Karbon-Karosserie ist eine ...
... hervorragende Idee. Das Paket verspricht Fahrspaß pur.
... blöde Idee. So ein Auto hat unbedingt original zu sein.

Fazit

Ursprünglich wollte Totem Automobili seine Giulia GT Electric Mitte Juli beim Festival of Speed in Goodwood präsentieren. Wegen der Absage des Events wurde daraus nichts. Doch wenn die neuen Bilder nicht täuschen, scheint das erste Auto inzwischen fertig zu sein. Und es fällt schwer, bei dessen Anblick nicht ins Schwärmen zu geraten.

Alfa Romeo Giulia GT (Bertone)
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