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Mercedes-Benz Museum Rundgang

Mercedes-Benz Museum Rundgang Allein mit Flügeltürer und T-Modell

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Während das Mercedes-Benz Museum pandemiebedingt geschlossen hat, dürfen wir rein. Autos gucken. Mit frischem Corona-Test und Videokollege drei Stunden fast allein im Museum. Klar, ein Kindheitstraum: 160 Autos auf neun Ebenen, keine Besucher.

Wo anfangen? Am Anfang. Ganz oben stehen der Patent Motorwagen von Benz und die Motorkutsche von Daimler auf einer großen Leuchtscheibe. Fast gleichzeitig erfinden Daimler und Benz das Automobil. Die richtige Zeit für deren Idee scheint Ende des 19. Jahrhunderts gekommen: Industrialisierung verlangt nach Mobilität, die Menschen glauben an den Fortschritt und sind gleichzeitig skeptisch: Richtet die neue Geschwindigkeit Schäden an?

Fangen wir mal an: Daimler und Benz

Doch bevor wir mit den Pionieren zu schnelleren Fahrzeugen aufbrechen, klären wir den grundsätzlichen Unterschied zwischen Daimler-Kutsche und Benz-Dreirad: Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach bauen ihren Einzylinder mit dem Spitznamen "Standuhr" in eine gewöhnliche Kutsche – das erste vierrädrige Automobil der Welt. Daimlers Motorkutsche sieht aus, als hätte jemand die Pferde vergessen, anzuspannen, verwirrt ziemlich sicher an Kutschen mit Pferden gewöhnte Mitmenschen und hat einen Vorteil: Die "Standuhr" passt auch in eines der ersten Motorräder – den Reitwagen, ein Boot und ein Flugzeug: Daimlers Einzylinder-Gasmotor ist schon früh zu Lande, zu Wasser und in der Luft unterwegs. Das hilft, später den Stern herzuleiten.

Das erste Automobil

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Carl Benz konzipiert 1886 ein Dreirad um seinen Motor herum. Mit einem kräftigen Ruck am liegenden Schwungrad wirft der Chauffeur den Einzylinder an, springt auf und lenkt das Gefährt aus luftiger Höhe. Auf zwei Räder an der Vorderachse verzichtet Benz, weil ihn die damaligen Lenkungen nicht überzeugen. Das Automobil in den Kinderschuhen.

Im Museum geht es schnell weiter: Vorbei an Lastwagen, Schienenfahrzeugen und Omnibussen geht es zum ältesten erhaltenen Mercedes: Der Simplex 40 PS steht auf einem Marmorsockel vor einem geschwungenen "Mercedes"-Schriftzug. Die Marke Mercedes-Benz entsteht 1926, als sich die Daimler Motorengesellschaft mit Benz & Cie zur Daimler-Benz AG zusammenschließt.

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Schon kurz darauf entstehen echte Traumautos für Reiche und Berühmte wie der 500K Spezial-Roadster und Vernünftiges wie der erste Personenwagen-Diesel 260D. Mercedes baut Autos für Taxifahrer und zum Träumen – im Grunde ist das bis heute so.

Traumwagen mit Flügeltür und Hecktür

Mercedes Museum Mini Drohne 300 SL Flügeltürer W 198
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Bis heute ist auch der 300 SL ein Traumwagen. Der Flügeltürer entsteht, als Mercedes nach dem Zweiten Weltkrieg beschließt, wieder Sport zu treiben. Der Motor, ein Dreiliter-Sechszylinder, stammt im Prinzip aus dem 300S. Der kommt mit Benzin-Direkteinspritzung und anderen Maßnahmen auf 170 PS und passt nur um 45 Grad nach rechts geneigt unter die Haube. Powerdomes schaffen Platz für die gewaltigen Saugrohre. Weil der leichte Gitterrohrrahmen hohe Schweller hat, müssen Flügeltüren her – eine Ikone ist geboren.

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Taxifahrer und Papis träumen in den Achtzigern eher von einem 300 TD: Der erste Kombi der Marke heißt ganz nobel T-Modell – das T soll für Touristik und Transport stehen. Im Museum transportiert der S123 zeitgenössisches Freizeit-Zubehör. Eines der seltenen Momente, in dem sich die sachliche und auf die Objekte konzentrierte Ausstellungskonzeption von HG Merz ein Augenzwinkern erlaubt. Aber keine Angst: alles ordentlich gestapelt, wir haben nachgesehen.

Denn wir durften etwas tun, das normalerweise streng verboten ist: Den Schlüssel aus dem Kasten nehmen und das ein oder andere Fahrzeug aufsperren.

Benedikt Weiler verwaltet als Kurator nicht nur die geschätzt 130 Schlüssel der Autos in der Ausstellung, sondern kümmert sich auch um platte Reifen – der häufigsten Panne, wenn Autos jahrelang an einer Stelle stehen. Grundsätzlich ist jedes Auto im Museum fahrbereit. Benzin und Öl sind natürlich nicht drin, das verbietet der Brandschutz. Motoren sind darum konserviert, damit sich durch Kondenswasser kein Rost bildet.

Wenn Autos aus dem Museum heraus oder hinein sollen, hilft ein Kran, dessen Haken gut versteckt ganz oben in der Decke des Atriums lauern. Der Kran hebt eine Plattform auf die passende Höhe. Durch elektrisch betriebene Türen und eine demontierbare Brüstung rollen die Autos dann von Hand geschoben an ihren Platz. Bis zu 20 kräftige Menschen sind nötig, einen Reisebus an seinen Platz zu wuchten. Denn das war von Anfang an vorgesehen beim Bau des Museums. Dass auch Lastwagen und Busse hineinpassen. Es ist seit 1886 eben ganz schön groß geworden, das Auto.

Fazit

Von mir aus hätte der Besuch im Mercedes-Benz Museum auch Tage dauern können: Zwei Stunden dauert schon ein normaler Rundgang und selbst nach mehreren Besuchen gibt es noch Neues zu entdecken. Spannend, wie lebendig ein Museum wirken kann – selbst, wenn keine Besucher drin sind. Die dürfen hoffentlich bald wieder rein.

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