Aston Martin DB5 Goldfinger Sean Connery Aston Martin DB5
Aston Martin DB5 (1963-66)
Aston Martin DB5 (1963-66)
Aston Martin DB5 (1963-66)
Aston Martin DB5 (1963-66) 23 Bilder

Aston Martin DB5 (1963 bis 1965) Auto-Legende

007 fährt immer mit

Martin, Aston Martin: James Bond war nicht der einzige berühmte Brite, der DB5 fuhr und das Filmauto ist nicht der teuerste DB5. Alle Fakten zum vielleicht bekanntesten Auto der Filmgeschichte.

Deng-dä-dä-deng: Die James-Bond-Melodie hat man sofort im Kopf, wenn man dieses prächtige, zweitürige Coupé mit Fastback sieht. Erst danach dringt der rauchige Sound des Reihensechszylinders des Autos ans Ohr, das wohl auf ewig mit dem Geheimagenten 007 verbunden ist. Das 286 PS starke Vierliter-Triebwerk der britischen Sportwagenmanufaktur ist ein mechanisches Kunstwerk. Es basiert auf dem Lagonda-Motor LB6, der von Walter Owen Bentley konstruiert wurde ­ mehr Britishness geht nicht. Drei Monate nach der Einführung gab es eine auf 318 PS gesteigerte Vantage-Variante, von der allerdings nur 65 Exemplare entstanden.

DB5 als Coupé, Cabrio, Shooting Brake

Aston Martin DB5 Short Chassis Volante (1965-66)
Aston Martin
Neben dem Coupé verkaufte Aston Martin noch 123 Cabriolets.

Die Antriebstechnik kleidete die Sportwagenmanufaktur in eine Aluminiumkarosserie, die nach der Superleggera-Technik der Carrozzeria Touring von Hand gefertigt wurde. Neben dem Coupé verkaufte Aston Martin noch 123 Cabriolets (Convertibles). Darüber hinaus gab es vom DB5 noch einen sportlichen Kombi, den „Shooting Brake“. Die Kleinserie von 12 Autos entstand bei Harold Radford Coachbuilders in London. Von der gesamten DB5-Baureihe wurden 1.063 Exemplare gefertigt. Andere Quellen nennen mit 1.021 Exemplaren eine etwas geringere Zahl.

Was ist das Besondere am Aston Martin DB5?

Aston Martin DB5 (1963-66)
Aston Martin
Die Karosserie kommt von Touring.

Selbstbewusst nahm sich das feine Unternehmen in Newport Pagnell die italienische Automobilbaukunst zum Vorbild. So konsequent wie Aston Martin verfolgte in den 60er-Jahren kein anderer britischer Autohersteller dieses Ziel. Der Vorgänger DB4 (10/1958 bis 6/1963) gilt als erster GT (Gran Turismo) von der britischen Insel. Dieses Erbe führt der DB5 fort. Doch jede Besonderheit des eleganten Luxussportwagen wird durch den Mythos des Bond-Autos überstrahlt. Dies wird durch den Umgang mit Exemplaren unterstrichen, die trotz teilweise namhafter Vorbesitzer bei einer Restaurierung in Silbermetallic umlackiert und mit roter Innenausstattung dem 007-Schema angepasst wurden.

Was ist der DB5 technisch für ein Auto?

Aston Martin DB5 (1963-66)
Aston Martin
Tadek Marek konstruierte den Motor, einen Vierliter-Reihensechszylinder mit drei SU-Vergasern.

Der für den DB5 auf vier Liter vergrößerte Sechszylinder aus Leichtmetall verfügt über einen Zylinderkopf mit zwei obenliegenden Nockenwellen. Für die Standardversion setzte Konstrukteur Tadek Marek, ein in Krakau geborener britischer Ingenieur, weiter auf SU-Vergaser. Die leistungsstärkeren Vantage-Triebwerke wurden dagegen mit Weber-Doppelvergasern bestückt, wie schon bei den Wettbewerbsmotoren im DP212 und DP215 sowie dem DB4GT.

Für das Getriebe bot Aston Martin neben der Hausmarke des Firmeneigners David Brown als Option ein Fünfganggetriebe des deutschen Zulieferers ZF an. Das Fahrwerk entsprach dem des Vorgängers DB4 mit Einzelradaufhängung vorn und Starrachse hinten. Die Scheibenbremsen stammten wie bereits bei der letzten DB4-Generation (Serie 5, 10/1962 bis 6/1963) von Girling.

Auch die Karosserieform entsprach dieser letzten Evolutionsstufe. Am markantesten sind die abgerundeten vorderen Kotflügelenden, bei denen die Scheinwerfer von einer Plexiglasscheibe abgedeckt sind. Die Wahl des italienischen Karosseriespezialisten ging auf John Wyer zurück. Er war nicht nur Rennleiter von Aston Martin (u.a. Le-Mans-Sieg 1959), sondern führte ab 1955 auch die Projektgruppe zum Bau des DB4. Der Sportwagen sollte größer sein als die vorigen DB-Modelle und vier statt zwei Personen Platz bieten. Wyer war mit den Entwürfen des Hausstylisten Frank Feeley unzufrieden und verpflichtete Touring. Die Linie des DB4 und damit auch des DB5 stammte von deren Formgestaltern Federico Formenti und Bianchi Anderloni. Für das Aston-Martin-Chassis von Harold Beach entwickelten sie nach dem Superleggera-Hausrezept eine Aluminiumkarosserie, deren Bleche direkt passend zum Hilfsrahmen aus Stahlrohr geformt wurden. Diese Handarbeit machte den DB5 zu einem Luxussportwagen, der zum Beispiel in Deutschland nochmals um die Hälfte teurer war als ein Mercedes 300 SL Flügeltürer (W 198). Trotzdem hätte Aston Martin nach den Angaben von Chefingenieur Dudley Gershon täglich rund 50 DB5 verkaufen können. Aber es konnten pro Tag nur elf Autos die Fertigungshallen an der Tickford Lane verlassen.

Wer war David Brown?

Der britische Firmengründer ist gemeinsam mit Harry Ferguson einer der Pioniere für den Bau moderner Traktoren. Doch der Ursprung des 1860 gegründeten Unternehmens lag in der Fertigung von Zahnrädern für die Textilindustrie in Huddersfield. Später stellte die Firma auch Getriebe für Fahrzeuge her. Der Enkel des Firmengründers mit gleichem Namen übernahm die Firma und kaufte 1946 den Sportwagenhersteller Aston Martin, ein Jahr später auch Lagonda. Diese Ära endete 1972. Doch die Baureihen tragen bis heute das traditionelle Kürzel DB.

Bis heute profitiert Aston Martin vom weltweiten Ruhm des DB5. James Bond ist das Testimonial der Marke. In der Romanvorlage von Ian Fleming fuhr 007 übrigens tatsächlich einen Aston Martin, allerdings einen DB2/4 Mk3, der meist einfach als Mk3 bezeichnet wird. Als das Buch 1953 erschien, war dies die aktuelle Baureihe – damals noch mit der alten Karosserieform von Frank Feeley.

Warum gibt es mehrere James-Bond-Autos?

Aston Martin DB5 "Goldfinger" James Bond
Aston Martin
Einsätze in James Bond-Filmen, wie diese Verfolgungsjagd, machten den DB5 berühmt.

Zunächst wurden vier DB5 aufgebaut, die bei den Dreharbeiten zu „Goldfinger“ mit James-Bond-Darsteller Sean Connery für unterschiedliche Zwecke genutzt wurden. Ein Auto wurde mit Details ausgestattet, die der „Geheimagent des MI6“ bei Verfolgungsjagden einsetzen konnte. Zwei weitere Autos dienten 1965 in den USA für die Präsentation des neuen Bond-Films.

Für die Filmaufnahmen in Andermatt und am Furka-Pass im Juli 1964 wurde ein ganz besonderer DB5 eingesetzt. Das zeigt schon die Chassisnummer DP216/1 an. Das Kürzel steht als Abkürzung für „development project“. Es ist tatsächlich der Prototyp für die 1963 vorgestellte Baureihe. DP216/1 basierte noch stark auf dem Vorgängermodell und stand als Ausstellungfahrzeug von Aston Martin auf der Earls Court Show in London. Ursprünglich war es in „Dubonnet Rot“ lackiert. Doch für den Einsatz bei den Filmaufnahmen musste er in „Snow Shadow Grey“ umlackiert werden. Danach ging DP216/1 in Europa auf Promotiontour für den Film.

Was passierte mit dem Bond-Auto DP 216/1?

James Bond 007 Aston Martin DB5
RM Sotheby's
Das Bond-Auto hat ein paar Sonderausstattungen, um Verfolger abzuschütteln.

1970 kaufte Gavin Keyzar, Mitglied im Aston Martin Owners Club, den DP216. Doch wie wenig damals der James-Bond-Mythos zählte, zeigte die Entscheidung des neuen Besitzers. Er ließ alle Bond-Accessoires entfernen und übernahm den DB5 im Serienzustand Mitte August 1970. Im Dezember ließ er die 007-Ausstattung allerdings wieder einbauen, um den Wagen zu verkaufen. Ein Juwelier aus Utah kaufte den DB5 und lieh ihn 1981 der Filmproduktion für „Auf dem Highway ist die Hölle los“. Fünf Jahre später ließ der Juwelier den DB5 von Sotheby’s versteigern. Für 275.000 US-Dollar einschließlich der Zuschläge kaufte ein Filmproduzent aus Boca Raton den Wagen.
Seit 1997 ist dieses James-Bond-Auto verschollen. Es wurde in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni aus einem Flugzeughangar in Florida gestohlen und ist seither nicht wieder aufgetaucht. Wahrscheinlich existiert es nicht mehr. Ein lediglich für Fahrnahmen genutztes Auto (DB5/1486/R) wurde erst nachträglich mit dem 007-Equipment ausgestattet.

Auch die beiden anderen DB5 waren nie mehr in der Öffentlichkeit zu sehen: Ein Auto wurde bei der Verfolgungsjagd auf dem Gelände der Pinewood Studios in London stark beschädigt, ein zweites diente mit abgeschnittenem Dach für Dreharbeiten aus dem fahrenden Auto.

So bleiben die beiden zu Promotionszwecken gebauten Autos mit den Chassisnummern DB5/2017/R und DB5/2008/R. Sie wurden von Eon Productions für die US-Werbetour zum nächsten James-Bond-Film „Feuerball“ (Fireball) eingesetzt. In den Verkaufsunterlagen des Herstellers sind beide Wagen als „Bond-Auto“ gekennzeichnet. Übrigens: Die Produktionsfirma hatte erwartet, dass Aston Martin die beiden DB5 zur Verfügung stellt. Firmenbesitzer David Brown soll jedoch darauf bestanden haben, dass Eon beide Autos regulär kaufen muss. In der Verkaufsliste ist der Name der Produktionsfirma als Käufer vermerkt.

James Bond 007 Aston Martin DB5
RM Sotheby's
Berühmt sind die Gewehre hinter den Blinkern.

Die beiden Promotion-DB5 bestückte Aston Martin selbst mit den 007-Accessoires. Im Gegensatz zum ersten Filmauto DP216 waren die Einbauten von den Browning-Maschinengewehren in den Kotflügeln bis zu den sich drehenden Kennzeichen jetzt professionell ausgeführt. Beide Autos wurden von der Produktionsfirma im Januar 1969 an Anthony Bamford (JCB) verkauft. Eines der beiden Autos (2017/R) tauschte Bamford gegen einen Ferrari 250 GTO‘64 (Chassis 4399GT). Heute gehört dieses „Bond-Auto“ zur Sammlung von Evert Louwman in Den Haag.

Das zweite Auto (2008/R) schickte Bamford zunächst für einen Werksservice nach Newport Pagnell. 1970 verkaufte er den Wagen an den Betreiber des Smokey Mountain Car Museum im US-Bundesstaat Tennessee. Dort war es 35 Jahre lang ausgestellt und durch einen großen Drahtkäfig geschützt. 2006 wurde es von RM Auctions verkauft und später von Roos Engineering in der Schweiz aufwändig restauriert. 2019 wurde er von RM Sotheby’s für den Rekordpreis von 6.385.000 US-Dollar verkauft. Das „berühmteste Auto der Welt“ (ein Buchtitel über das Bond-Auto, den das Auktionshaus zitiert) hat einen neuen Besitzer.

Wer waren weitere berühmte Besitzer?

Neben der Filmfigur James Bond gehörte Sir Paul McCartney zu den stolzen Eignern eines DB5. Er kaufte den Sportwagen im Sommer 1964 in der Außenfarbe „Sierra Blue“ mit schwarzer Innenausstattung (Chassis DB5/1653/R). Die „Beatles“ hatten wenige Wochen zuvor mit ihrem Auftritt in der Ed Sullivan Show des US-Senders CBS für Furore gesorgt und die Arbeiten am Film „A Hard Day’s Night“ abgeschlossen.

Steve McQueen, Portrait
Auktionen & Events

Der Sportwagen für den Musiker wurde am 3. Juli 1964 in Newport Pagnell fertiggestellt und am 22. September 1964 ausgeliefert. Ein besonderes Ausstattungsdetail dieses DB5 war ein Auto-Mignon-Plattenspieler von Philips. Außerdem hatten Sattler das Originalinterieur von McCartney Neuwagen mit Musiknotensymbolen verziert.

Es lohnt sich, auch auf die gesamte Zusatzausstattung von McCartneys erstem Aston Martin zu schauen: Das Fahrwerk war hinten mit den optionalen Armstrong Selectaride-Stoßdämpfern bestückt. Dazu kamen ein Motorola-Radio, eine automatische Antenne, zwei Nebelscheinwerfer von Marchal, verchromte Felgen, eine heizbare Heckscheibe, zwei Britax-Sicherheitsgurte und aufsteckbare Kopfstützen.

1970 verkaufte er den Wagen. 2012 starte eine vierjährige Restaurierung zum Concours-Standard, bei der dieser DB5 in „Silver Birch“ umlackiert wurde und ein rotes Interieur bekam, optisch also dem James-Bond-Auto angepasst. Der Mythos des Geheimagenten übertrumpfte offenbar den zeitgenössischen Geschmack des legendären Beatles-Musikers. McCartneys Auto mit der späteren Zulassung „64 MAC“ wurde zuletzt im Dezember 2017 für umgerechnet knapp 1,6 Millionen Euro versteigert.

Was sind die Preisrekorde?

Das als „Bond-Auto“ beschriebene und 2019 versteigerte Exemplar hält mit knapp 6,4 Millionen US-Dollar den absoluten Verkaufsrekord. Während der Rétromobile Paris 2020 versteigerte RM Sotheby’s einen serienmäßigen DB5 von 1965 (DB5/2028/L) für 623.750. Die Besonderheit dieses Autos: Es ist einer von rund 200 gebauten Linkslenkern. Dazu zählen auch vier der insgesamt 12 gebauten Shooting Brakes (Baujahr 1965), die bei Harold Radford in London gefertigt wurden. Ein Exemplar (DB5/2273/L) wurde wie auch das „Bond-Auto“ im August 2019 in Monterey verkauft und erzielte dort einen Preis von 1.765.000 US-Dollar. Seit der Erstauslieferung befand es sich in der Schweiz und hatte insgesamt nur drei Besitzer.

Fazit

Der Hype um das „Bond-Auto“ wird wahrscheinlich durch den neuen Kinofilm mit dem Geheimagenten, der zum letzten Mal von Daniel Craig verkörpert wird, einen neuen Höhepunkt erreichen. Passend dazu erscheint im Motorbuch Verlag in der Reihe Motorlegenden ein Buch über alle Bond-Autos. Doch dabei gerät die faszinierende Technik des DB5 zu sehr in Vergessenheit. Der GT-Sportwagen ist eine Meisterleistung und gehört allein deshalb zu den Ikonen des Automobilbaus. Schöner hat kein Hersteller hochwertige britische Technik mit Anleihen aus dem Motorsport und italienische Grandezza vereint.

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