Mercedes 300 SL Mercedes / Brabus
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Dieser 300 SL diente Andy Warhol als Vorlage

Brabus restauriert Warhol-Mercedes - mit Video Dieser 300 SL diente Andy Warhol als Vorlage

Brabus hat den originalen Mercedes 300 SL aufgespürt, der Andy Warhol als Vorlage für seine Cars-Serie diente – und das Auto restauriert. Den Flügeltürer zeigt Mercedes jetzt im Mercedes-Museum – zusammen mit dem passenden Kunstwerk.

Die auch heute noch modern wirkenden Kunstwerke von Pop-Art-Künstler Andy Warhol weckten Begehrlichkeiten bei der Autoindustrie – die frische Kunst sollte auf metallene Autos abfärben. Also bat BMW den bereits seit Mitte der 1950er-Jahre berühmten Künstler, ein BMW Art Car zu entwerfen. Roy Lichtenstein hatte 1977 vorgelegt, Andy Warhol schlug 1978 einen Rennwagen auf Basis des BMW 320i vor, den er mit rosa Blumen auf schwarzem Grund versehen wollte. Aber erst ein Jahr später kam dann sein BMW-Art-Car-Projekt zustande – mit dem heute legendären BMW M1 in abstrakt gestalteten Regenbogenfarben. 1986 klopfte die deutsche Autoindustrie wieder bei Warhol an: Mercedes wollte eine Cars-Serie mit Modellen des Konzerns. Warhol hatte Lust auf das Projekt und entschied sich für einen Mercedes 300 SL als erste Vorlage. Genau diesen 300 SL hat Brabus jetzt wiedergefunden und restauriert – zusammen mit dem Kunstwerk steht er für ein paar Tage im Stuttgarter Mercedes-Museum.

Unvollendete Serie

Mercedes wollte Andy Warhols Cars-Kunstwerke zum 100. Geburtstag des Automobils haben. Die Serie sollte 80 Werke umfassen, die 20 Modelle von Mercedes zeigen. Aber der seinerzeit 58-jährige Warhol starb überraschend am 22. Februar 1987 an den Komplikationen nach einer Gallenblasen-Operation. Bis dahin hatte er im Rahmen der Serie 36 Bilder von acht Modellen sowie 13 Zeichnungen fertig – 30 dieser Bilder und die Zeichnungen sind im Besitz der Mercedes-Benz Art Collection. Der jetzt von Brabus restaurierte 300 SL war das erste Auto, das Warhol als Vorlage für die Cars-Serie genutzt hat. Das Kennzeichen des Autos lautet EI-DR 1.

Mercedes 300 SL
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Den 300 SL, der dem Andy-Warhol-Siebdruck als Vorlage gedient hat, hat Brabus gekauft und wieder in einen Topzustand versetzt.

Brabus kauft den 300 SL

Der 300 SL gehörte 1986 einem Zahnarzt aus dem zirka acht Kilometer nordöstlich von Ingolstadt gelegenen Kösching – das damalige zum Landkreis Eichstätt gehörende Kennzeichen verewigte Warhol auch im dazugehörigen Siebdruck-Kunstwerk. Dies half den Spezialisten von Brabus, das Auto zu identifizieren. Als der Zahnarzt im Jahr 2020 starb, verkauften seine Erben dessen Fahrzeugsammlung. Oldtimer-Händler Axel Schuette hatte sowohl die Warhol-Kunstwerke als auch den originalen 300 SL auf dem Schirm – als das Auto auf den Markt kam, machte er Brabus auf seinen Fund aufmerksam. Eine von Brabus‘ Spezialisierungen ist schon seit Langem das originalgetreue Restaurieren von klassischen Mercedes-Modellen. Also ließen sich die Bottroper die Chance nicht entgehen und kauften den 300 SL.

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Prüfung durch Mercedes Classic

Die Brabus-Spezialisten ließen dann erstmal von Mercedes Classic die Echtheit des SL prüfen – schließlich kommt es immer wieder zu unrechtmäßigen Nachbauten. Da der 300 SL zugunsten der Daimler AG markenrechtlich geschützt ist (bestätigt durch das Landgericht Stuttgart in einem Urteil vom 9. Dezember 2010, Aktenzeichen 17 O 304/10), gehen die Daimler-Verantwortlichen konsequent gegen Fälschungen vor. Bei dem von Brabus mitgebrachten 300 SL mit der Fahrgestellnummer 198.040-5500629 konnten die Klassik-Fachleute zweifelsfrei die Echtheit bestätigen.

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Auch die Flügeltüren haben den 300 SL zu einer Legende gemacht.

Gemeinsam ausgestellt

Der 300 SL aus dem Jahr 1955 war beim Aufkauf durch Brabus alles andere als im Originalzustand. Innerhalb von zwei Jahren haben die Restauratoren 4.500 Stunden Arbeit in den Wiederaufbau des Autos investiert. Jetzt ist der 300 SL in einem Topzustand – und zu sehen: Noch bis zum Sonntag, dem 26. Juni, zeigen Brabus und Mercedes den 300 SL sowie das dazu passende und in einem klimatisierten Behälter angereiste Andy-Warhol-Kunstwerk im Mercedes-Museum (Mercedesstraße 100, 70372 Stuttgart). Noch nie vorher waren das originale Auto und das dazugehörige Kunstwerk gemeinsam zu bewundern. Die Ausstellung ist im Atrium des Museums untergebracht und kostenfrei zugänglich.

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300 SL bleibt bei Brabus

Andy Warhols Kunstwerk geht nach der Ausstellung im Mercedes-Museum wieder klimatisiert auf Reisen und ist dann bis zum 23. Januar 2023 im Petersen Automotive Museum in Los Angeles zu sehen. Den Mercedes 300 SL möchte Brabus vorerst behalten – die Bottroper planen weitere Ausstellungen, zu denen es aber noch keine konkreten Informationen gibt.

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Fazit

Andy Warhol ist einer der bekanntesten Pop-Art-Künstler, der Mercedes 300 SL gehört zu den bekanntesten klassischen Automobilen. Auf Wunsch von Mercedes kamen der Künstler und das Auto zusammen und Warhol schuf seine unvollendete Cars-Serie. Das erste Auto dieser Serie ist der 300 SL, den die Spezialisten des Restaurators und Fahrzeug-Veredlers Brabus gekauft und wieder in einen Topzustand versetzt haben.

Noch bis zum 26. Juni zeigt das Mercedes-Museum in Stuttgart kostenfrei den 300 SL und das dazugehörige Kunstwerk – dies dürfte für lange Zeit die einzige Möglichkeit sein, Auto und Siebdruck gemeinsam zu sehen.

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