Mercedes-Benz 300 SL Gullwing Alloy (1995) NSL Karissa Hosek/RM Sotheby's
Mercedes-Benz 300 SL Gullwing Alloy (1995) NSL
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Mercedes-Benz 300 SL Gullwing (1955): Alu und NSL

Mercedes-Benz 300 SL Gullwing (1955) Auktion Warum dieser Flügeltürer 6 Millionen kostet

Inhalt von

RM Sotheby's hat am 27. Januar 2022 in Phoenix, Arizona einen Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer für sechs Millionen Euro versteigert. Was macht diesen Flügelturer so teuer?

Für Mercedes-Benz ist der 300 SL eine Markenikone: schnell, berühmt, begehrt. Für seine Besitzer ist ein Flügeltürer eine Wertanlage, die auch heute noch beim Fahren durch ihre Leistungsfähigkeit beeindruckt – das versichern sehr glaubhaft Menschen, die mal einen 300 SL bei der Mille Miglia fuhren. Weil sich Mercedes Classic und diverse Spezialisten um erhalt, Reparatur und Pflege kümmern, ist auch der Betrieb des Gullwing kein Problem – sofern die entsprechenden Rechnungen keines darstellen. Kein Wunder also, dass 300 SL recht häufig bei Rallyes auftauchen: Sie sind schneller, zuverlässiger und, von der Wärmeentwicklung im Innenraum abgesehen, komfortabler als viele andere Autos aus den 50er-Jahren.

Wer sich davon abheben möchte, kann Ferrari, Aston Martin oder Jaguar fahren. Oder einen ganz besonderen 300 SL suchen. Der kostet dann nur etwas mehr. Etwas viel mehr. Ein Mehrfaches, um ehrlich zu sein.

Kaufpreis: 6 Millionen Euro

Auf sieben bis neun Millionen US-Dollar hatte RM Sotheby’s den Wert eines Mercedes-Benz 300 SL mit Alukarosserie geschätzt, der am 27. Januar 2022 versteigert wurde. Das sind umgerechnet sechs bis acht Millionen Euro und damit in etwa vier bis fünf Mal so viel wie normalerweise für einen Stahl-Flügeltürer bezahlt werden. Verkauft wurde der 300 SL schließlich für 6,825 Millionen US-Dollar, umgerechnet 6 Millionen Euro. Das obere Ende des Schätzpreises wurde zwar eindeutig nicht erreicht. Dennoch ist das viel Geld für einen "Gullwing". Warum ist dieser Alu-Flügeltürer so teuer?

Nur 29-mal gebaut

Mercedes-Benz 300 SL Gullwing Alloy (1995) NSL
Karissa Hosek/RM Sotheby's
Mercedes-Benz baute nur 29 Flügeltürer mit Alu-Karosserie.

Kunden wie der Erstbesitzer dieses 300 SL konnten ihr Auto mit einer Leichtbaukarosserie bestellen. Mercedes-Benz verfrachtete dann den Rohrrahmen in die Rennabteilung und montierte statt Stahl- Alubleche. Das senkt das Leergewicht von 1.310 auf 1.203 Kilogramm. Passend dazu orderte der Erstbesitzer einen etwas stärkeren NSL-Motor: Mit schärferen Nockenwellen und höherer Verdichtung leistet der Dreiliter-Reihensechszylinder 240 statt der serienmäßigen 215 PS. Nur etwa 280 Flügeltürer erhielten diese Werks-Leistungssteigerung. NSL und Alu – diese Kombination dürfte also recht selten sein und stellt die wohl schnellste Kombination dar, die es ab Werk zu kaufen gab.

Die Historie

Mercedes-Benz 300 SL Gullwing Alloy (1995) NSL
Karissa Hosek/RM Sotheby's
Kraftpaket: Dreiliter-Reihensechser mit Werks-Leistungssteigerung auf 240 PS.

Ausgeliefert wurde dieser 300 SL an den Rennfahrer und Mercedes-Benz-Vertreter in Casablanca, Marokko, Joseph Weckerlé. Laut RM Sotheby’s dürfte dies der einzige 300 SL sein, der nach Afrika geliefert wurde. Anfang der 1960er-Jahre wurde der Flügeltürer in die USA weiterverkauft und blieb dort bis heute. Vier Mal wechselte er dort den Besitzer, ein Mal wurde er restauriert. Bis 2014 war das Auto über dreißig Jahre im Besitz des ehemaligen Präsidenten des Mercedes-Benz Club of America (MBCA), Hyatt Cheek. Er nutzte das Auto für zahlreiche Reisen zu Treffen des MBCA und der Gullwing Group und nahm an diversen Rallyes teil.

Umfrage

5864 Mal abgestimmt
6 bis 8 Millionen für einen Alu-Flügeltürer sind...
...völlig verrückt und total abgehoben.
...völlig angemessen für eine 29-mal gebaute automobile Ikone.

Fazit

Die Kombination aus Alu-Karosserie und NSL-Motor machen diesen 300 SL zu einer ganz seltenen und besonders begehrenswerten Version dieser für Mercedes ikonischen Baureihe. Der Preis ist deshalb keineswegs vergleichbar mit einem Stahl-Flügeltürer. Der Witz ist, dass beide Autos praktisch gleich aussehen – ein spezieller Fall von Understatement bei einem Auto, das mehrere Millionen kostet.

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