Millionen für Mike Tysons Ferrari, doch den Rekord hat ein anderer F50

Supersportwagen-Preise bei Monterey-Auktion
Ein Ferrari F50 war teurer als der von Mike Tyson

Inhalt von
ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.08.2026
Als Favorit speichern
Ferrari F50 (1996) Ex Mike Tyson
Foto: RM Sotheby's

Für den F50 mit der Chassisnummer 104220 hatte RM Sotheby’s für Monterey 2026 einen Schätzpreis von 7 bis 9 Millionen US-Dollar aufgerufen. Umgerechnet entspricht das etwa 6 bis 8 Millionen Euro.

Der Verkaufspreis inklusive Aufgeld lag am Ende deutlich darüber: Für 12,1 Millionen US-Dollar, umgerechnet 10,4 Millionen Euro, fand der Ferrari einen neuen Besitzer. Das Supercar aus dem Kurzzeit-Vorbesitz des Schwergewichts-Boxweltmeisters war jedoch nicht der teuerste F50: Mecum Auction erzielte für ein anderes Exemplar während der Monterey-Auktionen einen Verkaufspreis von 14,575 Millionen Dollar (12,5 Millionen Euro).

Sammler suchen die "Big Six" von Ferrari

Der Ferrari F50 ist auf 349 nummerierte Exemplare limitiert, gebaut bis 1998. Diese Knappheit ist der Kern des Geschäftsmodells bei klassischen Ferrari-Sammlerautos. In der Szene gilt der F50 zudem als Teil der "Big Six Ferrari", also der wichtigsten Supersportwagen-Ikonen der Marke. Das sind: 288 GTO, F40, F50, Enzo, LaFerrari und der FXX, also die jeweiligen Spitzenmodelle ihrer Zeit.

Der F50 ist nahem am Rennwagen gebaut: Das Chassis besteht aus einem Kohlefaser-Monocoque, also einer extrem steifen Zelle wie im Rennwagen. Der 4,7-Liter-V12-Saugmotor geht auf ein Formel-1-Triebwerk von 1992 zurück. Die Kombination aus hochdrehendem Zwölfzylinder-Saugmotor und Sechsgang-Handschaltung macht den F50 für Puristen begehrenswert; er gilt als eines der letzten Supercars mit diesen Merkmalen. Dazu kommt, dass vermögende Sammler von heute oft als Jugendliche von einem F50 geträumt haben. Jetzt, rund 30 Jahre später, können sie sich diesen Traum erfüllen.

Auch die Leistungsdaten liefern Munition für die Preisargumentation. Ferrari nennt 513 PS und 470 Newtonmeter, dazu kommt eine dokumentierte Spitze von 325 km/h. Das sind Werte, die den F50 bis heute in die Liga der ganz großen Sammlerstücke tragen.

Provenienz und Originalität zählen

Beim konkreten Auto kommt zur Seltenheit die Prominenz. Als erster privater Eigentümer ist Mike Tyson dokumentiert, ausgeliefert wurde der Wagen 1996 in den USA. Solche Vorbesitzer sind für viele Bieter ein extra Kaufreiz, weil sie die Geschichte greifbar machen.

Wichtig für den Preis ist aber auch das Thema Originalzustand. Der F50 erhielt 2008 das Ferrari-Classiche-"Red Book", das "matching numbers" bestätigt, also die Original-Nummern von Chassis, Motor, Getriebe und Karosserie. Für Sammler ist das wie ein Echtheitsstempel mit Werkssiegel.

Auch die Laufleistung und das Zubehör sind Teil des Auktionspakets. Der Kilometerzähler steht bei 9.971 Kilometern, dazu gehören Hardtop, Bordmappe, Gepäckset und weitere Unterlagen. Als spezielles Extra liegen laut Beschreibung sogar von Tyson signierte Everlast-Boxhandschuhe bei.

Fazit