Ein auf der SEMA Show 2019 vorgestelltes Ferrari F355 Custom Coupé von 1996 kommt bei einer Barrett-Jackson-Auktion in Las Vegas vom 10. bis 12. September 2026 unter den Hammer. Der F355 wurde mittels Fahrwerk, Karosserie-Breitbau, spezieller Lackierung und Twinturbo-Umbau zum Einzelstück. Nach seinem Debüt auf der SEMA Show war der Tuning-Ferrari in verschiedenen Werkstätten, Ausstellungsräumen und Museen zu sehen. Einen Mindestpreis oder ein Estimate gibt es nicht.
Die auffälligste Modifikation dieses Ferrari F355 ist die maßgefertigte Karosserie. Anstatt auf Anbauteile zurückzugreifen, wurde die Karosserie von Grund auf neu gestaltet. Sie wurde zunächst von Hand in Ton modelliert und anschließend digital gescannt, um Gussformen für die neuen Karosserieteile zu erstellen. Dieser Prozess ermöglicht fließende Übergänge zwischen den einzelnen Paneelen.
Die Frontpartie orientiert sich stilistisch am Ferrari F40 und verfügt über rennsportinspirierte Entlüftungsöffnungen in der Haube. Die vorderen Kotflügel sind an die F430 Super GT Rennwagen angelehnt. Front- und Seitenschweller aus Kohlefaser reduzieren optisch die Bodenfreiheit, während der Unterboden flach gestaltet und mit Befestigungselementen aus dem Flugzeugbau versehen ist. Die hinteren Kotflügel wurden ebenfalls verbreitert, um die Gesamtbreite des Fahrzeugs zu erhöhen.
Kohlefaser-Heckflügel und Flugzeug-Acryl
Am Heck setzen sich die aufwendigen Modifikationen fort. Ein am Chassis montierter Heckflügel aus Kohlefaser überragt den Kofferraumdeckel, dessen Halterungen dem Design des Ferrari 488 GTC nachempfunden sind. Funktionale Kühlkanäle in den C-Säulen, Entlüftungsöffnungen in der Blende der Heckleuchten und ein Heckdiffusor vom F430 Scuderia prägen die Rückansicht. Die Auspuffendrohre wurden neu positioniert.
Der Motor wird unter einer Acrylabdeckung präsentiert, die aus dem Material von Boeing-Flugzeugkanzeln gefertigt wurde. Das Karosserie-Kit stellt eine grundlegende Transformation des Fahrzeugs dar und greift Designelemente verschiedener historischer Ferrari-Modelle und Rennfahrzeuge auf.
15 Zoll breite Hinterräder
Um eine extrem tiefe Fahrzeughöhe zu erreichen, ist der F355 mit einem E-Level-Luftfahrwerk von AccuAir ausgestattet. Im Stand kann das Fahrzeug fast vollständig auf dem Untergrund abgelegt werden. Die maßgefertigten, polierten Rotiform-Felgen füllen die verbreiterten Radhäuser fast vollständig aus. An der Hinterachse sind 15 Zoll breite Felgen mit Reifen vom Typ Toyo R888R montiert. Diese Kombination füllt die Radkästen vollständig aus und trägt maßgeblich zur Präsenz des Fahrzeugs bei.
2 Turbolader, unbekannte Leistung
Der 3,5-Liter-V8-Motor bekam zwei Turbolader nachgerüstet. Vor Beginn des Umbaus wurde am Motor ein großer Service inklusive Zahnriemenwechsel bei ausgebautem Aggregat durchgeführt. Seit der Fertigstellung des Projekts wurde das Fahrzeug weniger als 161 Kilometer (100 Meilen) bewegt.
Die beiden spiegelbildlich angeordneten Xona-Rotor-Turbolader sind auf einem CNC-gefrästen Rahmen hoch im Motorraum positioniert. Polierte Aluminium-Ladeluftrohre verlaufen symmetrisch über dem Motor. Die Ladeluftkühler sind eine 3D-gedruckte Sonderanfertigung und hinter den Hinterrädern platziert. Tubi-Fächerkrümmer leiten die Abgase in eine keramikbeschichtete Inconel-Auspuffanlage, die in ebenfalls 3D-gedruckten Endrohren mündet. Eine verbesserte Ölpumpe, eine geänderte Ölwanne und ein versetzter Tankeinfüllstutzen komplettieren die technischen Modifikationen. Welche Leistung der Motor hat, gibt Barrett-Jackson nicht an.
6-Gang-Schaltgetriebe und Schalensitze
Im Innenraum wird das rennsportorientierte Thema fortgesetzt. Momo-Rennsitze im Stil des F40, rote Sicherheitsgurte und ein Momo-Lenkrad mit Wildlederbezug bestimmen das Cockpit. Fußmatten aus Billet-Kohlefaser und Prototypen von Außenspiegeln mit einer Basis aus Magnesium sind weitere exklusive Details.
Typisch Ferrari: Der offene Sechsgang-Schalthebel in der polierten Kulisse. Ob das Getriebe nach dem Tuning vertsärkt wurde, ist unbekannt.












