Peugeot 106 Roland Garros (1993) Peugeot
Peugeot 106 Modellprogramm (1991)
Peugeot 106 (1991-2003)
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Peugeot 106 (1991-2003): bald mit H-Kennzeichen

Peugeot 106 (1991-2003) 30 Jahre Der feine kleine Oldtimer

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Die ersten Peugeot 106 bekommen bald H-Kennzeichen. Höchste Zeit, den Kleinwagen genauer anzusehen: Modelle, Motoren, Technik, Preise, Schwachstellen.

Kleinwagen von Peugeot? 205 natürlich! Der 15 Jahre produzierte Kleinwagen überzeugte als Diesel, Cabrio, GTi und selbstverständlich auch als ganz gewöhnlicher Dreitürer mit 60 PS. Dass Peugeot mit dem 106 im September 1991 ein weiteres Erfolgsmodell präsentierte, wurde mit der Zeit beinahe vergessen. Kein Wunder: Die jüngsten 106 haben zwar schon vier Airbags, sind jedoch auch schon 18 Jahre alt. In zwölf Jahren – von 1991 bis 2003 – baute Peugeot fast 2,8 Millionen 106. Die ältesten Exemplare können ab September ein H-Kennzeichen bekommen und werden damit offiziell Oldtimer.

Test in auto motor und sport 22/1991

Peugeot 106 (1991-2003)
Peugeot
Zunächst kam der Zweitürer. Der Viertürer folgte 1992.

"Der feine Kleine" schrieb auto motor und sport über den Test eines Peugeot 106 XR in Heft 22/1991. Redakteur Wolfgang König lobte die Platzverhältnisse im Innenraum und die gute Verarbeitung. Der 60 PS starke 1,1-Liter-Vierzylinder bekam Kritik ab, weil er dröhnte. Dafür verbrauchte der Aluminium-Motor der TU-Baureihe im Test nur 6,6 Liter Superbenzin und beschleunigte den aerodynamisch günstigen Zweitürer auf flotte 171 km/h. Lob gab’s für die Fahrwerksabstimmung: "Die schluckfreudige, subtil abgestimmte Federung ist zweifellos die Glanznummer des 106. In seiner Klasse gibt es jedenfalls kaum etwas Besseres", schrieb König.

Dabei halfen den Peugeot-Ingenieuren ihre Erfahrung im Abstimmen von komfortablen Kleinwagen und der relativ lange Radstand: Der ist mit 2,39 Metern nur drei Zentimeter kürzer als beim 205. Der bietet mit 15 Zentimeter mehr Länge vor allem im Kofferraum und auf den Rücksitzen mehr Platz, kaum jedoch vorne: Im 106 haben Fahrer und Beifahrer in der Breite sogar 2,5 Zentimeter mehr Platz. Das ging damals noch – auf Kosten der Sicherheit.

Facelift: Fahrerairbag ab 1996 Serie

Peugeot 106 (1991-2003)
Peugeot
Einen Airbag hatte der 106 nicht von Anfang an.

Spätere Modelle haben bis zu vier Airbags an Bord. Ab der Modellpflege 1996 ist ein Fahrerairbag serienmäßig. Gleichzeitig bekam der 106 eine glattere Front mit größeren Scheinwerfern und nahm damit die Optik des 306-Facelifts vorweg. Im Zuge dessen bekam der 106 ein Schwestermodell: Citroën brachte auf gleicher Basis den Saxo auf den Markt. Beide Modelle löste dann ein in Kooperation mit Toyota gebautes Modell ab.

Auf den Markt kam der Kleine als erster Peugeot mit der Ziffer -6 am Ende des Modellnamens im September 1991 zunächst mit zwei Türen. Deren fummeliger Öffnungsmechanismus bekam Kritik ab, wurde jedoch mit dem Facelift 1996 geändert. Vier Türen gab es ab 1992.

Was Du willst: Benzin, Diesel, Elektro

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Im S16 arbeitet der einzige Vierventiler.

Produziert wurde der 106 im Werk Mulhouse. Doch auch Sochaux und Aulnay-sous-Bois fertigten den 3,56 Meter kurzen Kleinwagen. Erhältlich war er mit Vierzylinder-Motoren der Baureihe TU mit Hubräumen von 954 bis 1.587 Kubikzentimetern bei den Benzinern. Ab Januar 1993 gab es zwei Dieselmotoren mit 50 PS aus 1.360 Kubikzentimetern Hubraum. Im Jahr darauf wurden Hubraum und Leistung auf 1,5 Liter und 57 PS erhöht. Auch einen 106 mit Elektromotor gab es; er wurde etwa 3.500-mal an Privat- und Gewerbekunden verkauft. In Europa entfiel ein Drittel der Neuzulassungen auf das B-Segment. In Frankreich waren es sogar 40 Prozent, wie Peugeot erklärt.

Klein und leicht, wie er war, trieb der 106 auch Sport: Der XSI kam 1992 mit 95 PS und legte drei Jahre später auf 105 PS zu. Der S16 kam 1996 sogar mit 118 PS. In der Gruppe N bestritten Fahrer wie Cédric Robert mit dem 106 Maxi Läufe in der französischen Rallye-Meisterschaft.

Sondermodelle: Roland Garros, Zenith, Kid

Peugeot 106 Roland Garros (1993)
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Sondermodell Roland Garros mit grünem Metalliclack und hellen Polstern.

Auf der Straße waren dann eher die zivilen Versionen zu sehen. Und die durften durchaus edel erscheinen. Als grün lackierter Roland Garros zum Beispiel ab 1993. Dieses Sondermodell hat bei Peugeot eine gewisse Tradition bei den Kleinen und Kompakten; auch 205 und 306 wurden als "Roland Garros" angeboten. Im selben Jahr erschien der ebenfalls gut ausgestattete "Zenith". Im Jahr darauf kam der 106 "Kid" mit Jeanssitzen auf den Markt. Von 1996 bis 1999 gab es ein Sondermodell "Cartoon" mit wild gemusterten Polstern, Autoradio und getönten Scheiben. Ganz edel gab sich 1997 der "Inès de la Fressange" – Name und Ausstattungsliste waren fast länger als das Auto. Neben Metalliclack und Karopolstern zählten zum Beispiel Fahrerairbag, Autoradio, Servolenkung und ein spezieller Schlüsselanhänger zur Ausstattung.

Preise: 1.500 Euro für Ersthand-106

Ein Argument von damals, keinen Peugeot 106 zu kaufen, fällt heute weg: Vom damaligen Neupreis, der ob seiner Höhe von 17.400 Mark für den rot lackierten Testwagen gescholten wurde, blieb im Lauf der Jahre etwa ein Zehntel in Euro übrig. Und das ist schon der hoch gegriffene Kurs für ein Ersthand-Exemplar mit fünfstelliger Laufleistung.

Mängelliste? So kurz wie das Auto

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Der Peugeot 106 hat erfreulich wenig Schwachstellen und ist günstig zu haben.

Was spräche also gegen den Erwerb eines Peugeot 106? Erstaunlich wenig. Die solide Verarbeitung wurde schon im damaligen Test gelobt. Sie hilft dem damals Kleinsten von Peugeot über die Jahre. Zu achten ist auf die Klassiker Rost an der Karosserie, Ölverlust am Motor und Wassereinbruch durch marode Türgummis. Die Tachowelle kann rattern, das Zündsteuergerät ausfallen und die Lichtmaschine schlappmachen. Rostige Auspuffanlagen sind ein Klassiker bei Kurzstreckenfahrzeugen.

Fazit

Mein liebster Peugeot 106 wäre ein frugales 60-PS-Modell der ersten Serie mit baldiger H-Kennzeichen-Reife. Günstiger dürfte kaum ein Oldtimer zu bekommen sein. Reizvoll wäre allerdings auch ein spätes Modell der zweiten Serie. Am liebsten als S16 mit der Euro-3-Version des 118 PS starken Vierventilers, die den Kleinwagen zum 200-km/h-Auto macht.

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