Porsche baute den 911 Carrera RSR 3.8 nur 51-mal. Die Motorsportversion des Modells 964 hat einen 3,8-Liter-Motor unter dem Heckdeckel mit dem gewaltigen Flügel. Das Modell war im Rennsport erfolgreich, siegte 1993 bei den 24 Stunden von Spa und Suzuka, den 1000 Kilometern von Suzuka und gewann die Klassenwertung bei den 24-Stunden-Rennen von Le Mans, Daytona und Sebring. Ein ausdauerndes und schnelles Auto, bei dem Porsche auf das Gewicht achtete: Türen und Fronthaube sind aus Aluminium gefertigt, die Seiten- und Heckscheiben bestehen aus dünnerem Glas.
Doch zwei Modelle aus dieser Serie fuhren gar keine Rennen – ein Kunde orderte sie zusammen mit vier Turbo S Leichtbau. Alle sechs Autos bekamen Sonderausstattungen von Porsche Exclusive. Gemeinsames Erkennungsmerkmal: Felgensterne in Amethyst und goldfarbene Bremssättel.
Porsche 911 Carrera RSR 3.8 mit Sonderwünschen
Die weiteren Sonderwünsche dieses Kunden waren so umfangreich, dass sein polarsilberner 3.8 RSR erst 1996 ausgeliefert wurde – zwei Jahre nach den anderen RSR der Baureihe 964. Der Porsche mit der Fahrgestellnummer 496107 erhielt eine üppig belederte Innenausstattung: Sitze, Lenkrad, Armaturenbrett und Überrollkäfig sind mit von Hand vernähtem Leder in Indischrot bezogen. Die Farbe des Teppichs, der Vierpunktgurte und des Dachhimmels ist darauf abgestimmt. Rund um die Instrumente ist silbergraues Leder angebracht. Die Lüftungsdüsen, Schalter, das Zündschloss sowie die Blinker- und Wischerhebel sind mit schwarzem Leder bezogen. Ungewöhnlich für einen Rennwagen ist der Beifahrersitz, den der Kunde ebenso bestellte wie einen 120-Liter-Tank, eine Lufthebeanlage und einen Rennmotor nach "Le Mans"-Spezifikation. Allein die Exclusive-Aufträge hatten einen Wert von 44.000 Mark. Der Grundpreis lag bei 270.000 Mark.
Gefahren wurde der rare 964 jedoch nie: Er stand bis 2015 in einer Sammlung und hat bis heute nur 10 Kilometer auf dem Tacho. Auf dem polarsilbernen Lack sind Spuren des Rostschutzmittels Cosmoline, einer Art petroleumbasiertes Schutzwachs, zu sehen.
Schätzpreis: 2,15 bis 2,55 Mio. Euro
Im Mai 2017 versteigerte RM Sotheby's den 3.8 RSR bei einer Auktion am Comer See für umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Bei einer Auktion von Bonhams kam das Auto 2023 in Abu Dhabi unter den Hammer und wurde für umgerechnet 1,9 Millionen Euro verkauft. Für die Auktion im britischen Woodcote Park liegt der Schätzpreis bei 1,85 bis 2,2 Millionen Pfund, umgerechnet 2,15 bis 2,55 Millionen Euro.












