In vielen Berichten und Posts tauchte früh die Aussage auf, der im Rahmen der Ermittlungen gegen Ex-Formel-1-Fahrer Adrian Sutil gesuchte Koenigsegg One:1 trage am Ende der Fahrgestellnummer 7107. auto motor und sport sah in Grünwald jedoch eindeutig die Endziffern 7108 am Fahrzeug – und hat das mit einem Foto belegt.
Solche Verwechslungen passieren selten bei Volumenmodellen. Bei einer Kleinstserie wie dem One:1 reichen aber schon zwei ähnlich konfigurierte Autos, um aus einer Annahme eine scheinbare Gewissheit zu machen.
Was die VIN-Endziffern grundsätzlich leisten – und was nicht
Die ersten Stellen der Fahrgestellnummer identifizieren Hersteller und Herkunft, bei Koenigsegg beginnt sie mit dem schwedischen Herstellerkürzel YT, was schon eine kleine Besonderheit ist – größere Hersteller verwenden dort oft die Buchstabenkombination YS. Bei den Modellen von Koenigsegg folgt dann eine 9 – die bestätigt den Status eines Kleinserienherstellers. Die letzten Stellen unterscheiden dann konkret einzelne Fahrzeuge.
Der entscheidende Unterschied: Unfallhistorie und Carbon-Finish
Der One:1 mit der Endziffer 7107 verunglückte am 18. Juli 2016 am Nürburgring, als Koenigsegg einen Rekordversuch vorbereitete. Koenigsegg baute das Auto anschließend aufwendig wieder auf. In diesem Zuge soll Koenigsegg den Klarlack vom Carbon geschliffen haben. Die in stundenlanger Handarbeit erzeugte Oberfläche nennt der Hersteller Koenigsegg Naked Carbon (KNC). Wirkt dadurch matt und die Oberfläche schimmert anders als beim 7108er-Exemplar.
Der One:1 mit der Endziffer 7108, den wir in Grünwald sahen, weist diese Unfallhistorie nach den uns vorliegenden Informationen nicht auf. Er trägt den ursprünglichen Klarlack und wirkt deshalb deutlich glänzender. Nur seine Lüftungskiemen sind mattglänzend (siehe Bildergalerie) – angeblich wollte Koenigsegg damit ein paar Gramm Gewicht sparen.

Fahrzeug-Identifikationsnummer YT9**********7108 (die vollständige Nummer ist der Redaktion bekannt) - in der bisherigen Berichterstattung gingen Fans davon aus, dass es sich um den One:1 mit den Endziffern 7107 handeln würde. Jetzt ist klar: Der fragliche Supersportwagen trägt die Endziffern 7108.
Warum sich beide Autos so ähnlich sehen
Beide One:1 treten in schwarzem Sichtcarbon mit auffälligen Akzenten auf. Genau diese Kombination prägte viele Fotos, Fanposts und Medienabbildungen – und schob die Verwechslung an.
Ein weiterer Verstärker: Der One:1 existiert als Kleinstserie, viele Beobachter kennen nur wenige Referenzbilder. Sobald ein Bild "zu passen scheint", greift das Internet gern zur nächstbesten Nummer. Und auf Fotos ist der Unterschied zwischen matt und glänzend manchmal nur sehr schwer oder gar nicht erkennbar. Die Front des 7108 sieht aber mit ihren pinkfarbenen Zierstreifen etwas anders aus – und genau diese Front zeigt auch das Auto, mit dem Adrian Sutil auf Fotos zu sehen ist.

In die Einstiegsleiste ist "Limited Edition 1 of 6" geprägt - den später nach Großbritannien verkauften Prototyp zählt Koenigsegg also nicht als siebten One:1 mit.
"1 of 6" plus Prototyp: Ein Hinweis auf die Kleinstserie
Die Prägung in der Carbon-Einstiegsleiste weist den Koenigsegg als "1 of 6" aus. Allerdings gibt es zusätzlich einen Prototyp, der es nicht in die Zählung geschafft hat. Koenigsegg hat den fahrfähigen Renner aber straßenzugelassen und nach Großbritannien verkauft. Der 6+1-Koenigsegg-One:1 taucht beispielsweise in der Egg Registry auf. Sieben Fahrzeuge ist immer noch extrem wenig – und genau diese Mini-Stückzahl erklärt, warum jede Endziffer plötzlich zur Schlagzeile wird.












