Porsche 911 GT2 RS Flachbau im Look des Le-Mans-Autos 935

Porsche 911 GT2 RS Sonderwunsch Flachbau
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ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.08.2026
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Es gab Hinweise: Im Mai 2025 ließ Porsche beim Europäischen Patentamt "Flachbau" und "Flachbau RS" schützen. Auf der Nürburgring Nordschleife fuhr ein Versuchsträger mit flacher Front und großem Heckflügel 50 Erprobungsrunden. Videos von den Testfahrten erreichten in sozialen Medien sechsstelllige Aufrufe.

Jetzt lässt Porsche die schwarzweiße Katze aus dem Sack: Auf Basis eines 911 GT2 RS, Typ 991.2 ist ein Flachbau-Werksunikat entstanden. Er wolle "noch mehr Performance und eine Flachbau-Optik, kombiniert mit einem Heckflügel à la 911 GT3 R rennsport". Verbunden mit dieser Bitte gab ein Kunde seinen neuwertigen 911 GT2 RS bei Porsche ab.

Flachbau
Flachbau-Elfer gab es schon einmal: Von 1982 bis 1989 baute Porsche den 911 Turbo (930) auf Kundenwunsch mit den Klappscheinwerfern des 944 statt der typischen Leuchten in den "Torpedorohren". Nur 948 "Slantnose"-Elfer gab es ab Werk. Der Look mit der flachen Schnauze orientiert sich am Le-Mans-Klassensieger 935/78 "Moby Dick".

Antrieb unverändert, Gewicht runter

Drei Jahre arbeitete ein Team aus mehreren Abteilungen an dem Auto: Sonderwunsch Manufaktur, Style Porsche, Entwicklungsingenieure aus Weissach und der Motorsportabteilung sowie von Manthey. Der Antrieb blieb unverändert, das wollte der Kunde so. Die Performance wurde an anderer Stelle verbessert: Auch wenn die Basis ein GT2 RS mit Weissach-Paket war, feilten die Entwickler durch Leichtbau noch 31,6 Kilogramm Gewicht weg.

Eine Leichtbaumaßnahme war das konsequente Entfernen von Komfortausstattung und Geräuschdämmung: Ein lederbezogenes Staufach ersetzt das Porsche Communication Management, die Audioanlage entfiel ersatzlos, ebenso Verkleidungen und Bodenbeläge. Der Kabelstrang ist teilweise sichtbar verlegt und um einige Leitungen erleichtert. Zahlreiche Flächen präsentieren sich nun in grandprixweiß lackiertem Metall. In die Kopfstützen der Carbon-Schalensitze ist "Flachbau RS" gestickt, die Nordschleife ist hier ebenfalls zu sehen. Auf der Beifahrerseite ist an der Armaturentafel eine Plakette mit dem Schriftzug "Factory One-Off 2026 Flachbau RS" angebracht.

Extrem flache Scheinwerfer

Ziel war, die Optik des Le-Mans-Siegerautos 935 neu zu interpretieren. Diesen Job übernahm Designer Grant Larson. Und hier half ihm bei der Neuinterpretaion moderne Technik: "Zentrales Element neben den flacheren Kotflügeln ist die Scheinwerfer-Kaskade mit ihren terrassenförmig angeordneten, sehr schmalen LED-Einheiten." Die Leuchteinheiten, drei auf jeder Seite, sind sehr flach: Das Tagfahrlicht ist zwei Zentimeter hoch, das darüber angeordnete Abblend- und Fernlicht misst jeweils vier Zentimeter in der Höhe.

Ein U-förmiges Kontrastelement an der Front greift ein Designmerkmal des 935/78 im Martini-Look auf. Der ursprünglich gelbe GT2 RS wurde im historischen Farbton Grandprixweiß lackiert, dazu kommen mattschwarze Kontraste und Flächen in Sichtcarbon. Der Aufwand ging auch ins Detail: Den Tankdeckel passten die Entwickler an die neue Kontur des Kotflügels an.

Heckflügel mit Patent und mehr Abtrieb

Um die Aerodynamik zu verbessern, bekam der RS einen Frontsplitter, die Unterbodenstruktur des Manthey-Kits inklusive hinterem Diffusor und Aerodiscs an den Hinterrädern. Der Kunde wollte einen Heckflügel im Stil des Bauteils am 911 GT3 R Rennsport. Das Teil ist fünf Zentimeter höher als beim 992 und kann manuell in drei Stellungen fixiert werden. Die Flügeleinstellung und die Kennzeichnung der Positionen sind laut Porsche mit Patenten geschützt. In den Stellungen "High Downforce" und "Low Downforce" liegt der Abtrieb an der Hinterachse zwei und drei Prozent über einem 911 GT2 RS mit Manthey-Kit. Bei seiner Höchstgeschwindigkeit von 340 km/h produziert das Unikat 554 Kilogramm Abtrieb auf der Hinterachse. Testfahrer Lars Kern lobte den Umbau: "Der Flachbau RS bleibt auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten extrem stabil und präzise."

Drei Erprobungsautos hat Porsche aufgebaut und im Lichtkanal, im Windkanal sowie im Fahrversuch getestet. Allein der Heckflügel wurde bei Erprobungsfahrten auf dem Flughafen Mendig, auf der Teststrecke in Weissach und der Nordscheife des Nürburgrings einer Belastung ausgesetzt, die rund 150.000 Kilometern entspricht.

Fazit