V10-Sauger und Handschaltung: Extremer X5-Umbau hätte der erste X5 M werden können

BMW X5 (E53) mit V10 (S85) und Handschaltung
Extremer BMW-X5-Umbau mit V10 und Handschaltung

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.08.2026
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Ein BMW X5 mit V10-Saugmotor und Handschaltung? So etwas hat es bei BMW nie gegeben. Doch der Kith-Gründer Ronnie Fieg hat nun gemeinsam mit BMW einen X5 der ersten Generation mit dem 5,0-Liter-V10 aus dem E60 M5 aufgerüstet – inklusive Sechsgang-Handschaltung und originalem Allradantrieb.

Die US-amerikanischen Lifestyle- und Streetwear-Marke Kith pflegt übrigens seit mehreren Jahren eine offizielle Kooperation mit BMW M. In diesem Rahmen entstanden einige Sondermodelle wie der BMW M4 Competition x KITH oder eine exklusive Version des elektrischen BMW i4 M50. Merkmale sind oft spezielle Kith-Designelemente im Interieur und Exterieur – wie ein im Carbon-Dach eingewebtes Logo in den BMW-M-Farben. Neben den Fahrzeugen vertreibt Kith über seine Website auch passende Bekleidungskollektionen, Accessoires und Sammlerstücke im offiziellen BMW-Design.

V10 aus dem M5 für den ersten X5

Doch zurück zum spektakulären Pionier-SUV. Basis für das Kooperations-Projekt ist ein BMW X5 (Baureihe E53) aus dem Jahr 2000. Während BMW beim ersten X5 maximal auf leistungsstarke V8-Modelle wie den 4.6is und später den 4.8is setzte, bekommt der von Kith aufgebaute SUV nun einen Motor, der ursprünglich für deutlich sportlichere Einsatzzwecke vorgesehen war: den S85-V10 aus dem E60 M5.

Der 5,0-Liter-Saugmotor leistet im M5 373 kW (507 PS) und entwickelt 520 Nm. Das Aggregat dreht bis 8.250/min und gehört zu den charakteristischsten Hochdrehzahlmotoren der BMW-M-Geschichte – inklusive Formel-1-Verwandtschaft. Im Kith-X5 bleibt es laut den bislang veröffentlichten Informationen bei der Leistungsstufe wie im damaligen M5.

Noch ungewöhnlicher ist die Kombination mit einem manuellen Getriebe. Der V10 wird über eine Sechsgang-Handschaltung mit dem Antriebsstrang verbunden. Gleichzeitig bleibt der ursprüngliche Allradantrieb des E53 erhalten. Damit entsteht eine Kombination, die es bei BMW auch nirgendwo sonst gegeben hat: zehn Zylinder, Saugmotor, drei Pedale und Allradantrieb.

Laut Kith handelt es sich nicht um einen kurzfristig zusammengesteckten Motorumbau. Der X5 wurde einer vollständigen Restaurierung im sogenannten Rotisserie-Verfahren unterzogen und über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr entwickelt und aufgebaut. Dafür wurde das Fahrzeug weitgehend zerlegt und bis auf die Karosserie beziehungsweise Grundstruktur restauriert.

Fahrwerk und Bremsen angepasst

Der X5 erhielt dazu eine überarbeitete Fahrwerksabstimmung sowie BMW-M-Sportbremsen. Die Bremssättel tragen blaue Kith-Schriftzüge. Dazu kommt eine eigens angefertigte Abgasanlage, die den Charakter des frei saugenden Zehnzylinders stärker zur Geltung bringen dürfte.

Optisch bleibt der E53 dagegen vergleichsweise nah an seiner ursprünglichen Form. Die Karosserie ist in Titanium Silver Metallic lackiert. Ergänzt wird der klassische Auftritt durch modifizierte Karosserieelemente, spezielle Räder und die Kith-Beschriftungen. Im Innenraum setzt sich das Konzept mit schwarzem Leder fort.

Die Sitze, Türverkleidungen, Mittelarmlehne und der Schaltsack tragen Kith-Prägungen. Dazu kommen Metallapplikationen und ein speziell gestaltetes Kombiinstrument mit Kith-Logo. Der Innenraum verbindet damit die ursprüngliche BMW-Architektur des E53 mit den typischen Designmerkmalen der New Yorker Streetwear-Marke.

Ein X5 M, den BMW nie gebaut hat

Besonders interessant wird der Umbau vor dem Hintergrund der X5-Geschichte. BMW entwickelte mit dem E53 zwar leistungsstarke Varianten, ein echtes X5-M-Modell gab es in der ersten Generation aber nicht. Der 4.6is und später der 4.8is blieben die sportlichen Spitzenmodelle, bevor BMW mit der zweiten X5-Generation erstmals einen offiziellen X5 M auf den Markt brachte. Der Kith-Umbau wirkt deshalb wie eine nachträgliche Antwort auf eine nie realisierte Variante des E53. Übrigens gab es schon mal einen spektakulären X5 mit Handschaltung. Allerdings kam beim X5 Le Mans ein frei saugender V12 zum Einsatz.

Neuer X5 von Kith als Gegenstück

Parallel zum restaurierten E53 haben BMW und Kith einen zweiten X5 vorgestellt: einen Einzelumbau auf Basis des neuen X5 der fünften Generation. Der als 2027 BMW X5 by Kith bezeichnete Wagen ist in Frozen Titanium Silver lackiert. Die Farbe ist eine moderne Interpretation des Titanium Silver des restaurierten E53 und soll beim regulären X5 nicht erhältlich sein.

Der neue X5 trägt außerdem 23-Zoll-Räder, Kith-Logos und M-Sportbremsen. Im Innenraum kommen schwarze Ledersitze mit Kith-Prägungen sowie ein "K&K"-Wappen zum Einsatz. Die Basis bildet der X5 xDrive40i mit 3,0-Liter-Reihensechszylinder und 48-Volt-Mildhybridsystem. Er kommt auf 400 PS und 580 Nm und wird über eine Achtgang-Automatik angetrieben.

Damit stehen sich bei der Kith-Kooperation zwei völlig unterschiedliche X5-Generationen gegenüber: hier der klassische E53 mit hochdrehendem V10, Handschaltung und mechanischem Allradantrieb, dort der neue X5 mit elektrifizierter Antriebstechnik, Automatik und deutlich mehr Digitaltechnik. Der V10-X5 bleibt allerdings der deutlich ungewöhnlichere der beiden – und ein Einzelstück.

Fazit