10/2019, Elektromotor in V8-Form von Electric GT Electric GT
10/2019, Elektromotor in V8-Form von Electric GT
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10/2019, Elektromotor in V8-Form von Electric GT 13 Bilder

Crate Engine von Electric GT

Elektromotor in V8-Form

Eine kalifornische Firma bietet komplette E-Triebwerke zum Selbsteinbauen an. Und zwar so arrangiert, dass der Umstieg selbst Verbrenner-Fans leichtfallen dürfte.

Es ist gut drei Jahre her, dass die Elektroauto-Szene erstmals Notiz von der Firma Electric GT nahm. Damals, im Sommer 2016, stellten die Kalifornier einen zum E-Mobil umgebauten Ferrari 308 vor. Der zuvor halb ausgebrannte „Magnum-Ferrari“ erhielt von Electric GT einen 246 kW / 335 PS und maximal 475 Newtonmeter starken Antriebsstrang mit drei E-Maschinen und einer 46-Kilowattstunden-Batterie. Und obendrein ein sportlich abgestimmtes Fahrwerk, moderne Bremsen, ein Fünfgang-Getriebe von Porsche sowie einen neu gestalteten Innenraum. In fünf Sekunden beschleunigt der elektrische Italo-Sportwagen von null auf 60 mph (96,6 km/h), die Höchstgeschwindigkeit liegt oberhalb der 290-km/h-Marke und die Reichweite gibt Electric GT mit gut 209 Kilometern an.

Elektrischer Crate Engine in V8-Form

Seitdem haben die Kalifornier noch einen elektrisch angetriebenen Fiat 124 Spider realisiert sowie die Arbeiten an Toyota Land Cruiser-Exemplaren der FJ40- und FJ60-Serie aufgenommen. Und sind im Zuge dessen auf eine Idee gekommen: Wie wäre es, das Crate Engine-Konzept der großen US-Hersteller aufzugreifen und auf Elektroantriebe zu adaptieren? Crate Engines sind Motoren, die von den Autobauern einzeln – in Kisten verpackt – an die Kunden verschickt werden, die diese dann in ihre eigentlich leistungsschwächeren Autos einbauen. Dieses Prinzip vor allem bei Viertelmeile-Racern verbreitet – und könnte doch auch für Menschen interessant sein, die ihren Verbrenner auf Elektroantrieb umrüsten wollen, oder?

10/2019, Elektromotor in V8-Form von Electric GT
Electric GT
Der elektrische Crate Engine ist etwa 86 Zentimeter lang und dürfte damit in den Toyota Land Cruiser passen.

Doch damit war die Kreativität der Truppe um Eric Hutchison noch nicht erschöpft. Denn bei Electric GT hatten sie den Gedanken, den E-Motor samt dessen Peripherie wie einen Verbrennungsmotor aussehen zu lassen. Und zwar wie ein ausgewachsenes V-Triebwerk mit acht oder mehr Zylindern. Zudem unabhängig davon, ob ein oder zwei E-Maschine(n) zum Einsatz kommen. Die Amerikaner versprechen eine „Plug-and-Play-Lösung mit hoher Leistung, die nahezu wartungsfrei ist“, von einem „durchschnittlichen Mechaniker“ problemlos eingebaut werden kann und für viele verschiedene Automodelle passen soll. Ein alter VW Bus soll bald ebenso von dem elektrischen Crate Engine angetrieben werden wie die Ford-Klassiker Mustang und Bronco.

Bis zu 243 PS und maximal 461 Nm

Standardmäßig kommen in dem etwa 86 Zentimeter langen Paket (ein Smallblock-V8 misst etwa 74 Zentimeter) AC-50-Elektromotoren zum Einsatz – und damit Teile, die bei nachträglich zum E-Auto umgebauten Fahrzeugen relativ verbreitet sind. AC-51- oder HyPer9-Pendants sind auf Wunsch erhältlich. Die einmotorige Variante leistet 104 kW / 142 PS und liefert maximal 325 Newtonmeter. Im Datenblatt der zweimotorigen Ausführung stehen 179 kW / 243 PS und maximal 461 Newtonmeter.

10/2019, Elektromotor in V8-Form von Electric GT
Electric GT / Facebook
Der Motor bringt von Haus aus fast alles Nötige bereits mit.

Im Elektro-V-Motor, dessen Gehäuse aus dem 3D-Drucker stammt, sind fast alle technischen Notwendigkeiten bereits enthalten: Motor(en), Steuerung(en), Ladegerät(e), Sensoren, Relais und Computersysteme. Fehlen noch die für die unterschiedlichen Modelle passenden Montagehalterungen, von denen Electric GT aber bereits einige entwickelt hat und andere nach Kundenvorgaben herstellen kann. Das Triebwerk ist „vorkonstruiert, vorgefertigt und vorgetestet“, sagt der Hersteller.

Einbau in fünf Schritten

Einbauen müssen die Kunden den E-Motor allerdings selbst; auch die Verantwortung für die Batterie liegt bei den Käufern. Immerhin liefert Electric GT eine Einbauanleitung mit. Der Vorgang soll nach folgendem Schema ablaufen: Zuerst wird der Motorblock ins Chassis gehängt und mit dem Getriebe gekoppelt, bevor das Kühlsystem und der Kabelbaum ins Interieur ergänzt werden. Es folgen die Stromleitungen zum Batteriepaket und zum Ladeanschluss, die Kühlpumpe und der Wärmetauscher, dann soll das Ding auch schon funktionieren. Elektrische Klimakompressoren und Heizer sind als Zubehör erhältlich.

10/2019, Elektromotor in V8-Form von Electric GT
Electric GT / Facebook
So könnte der Elektromotor in einem klassischen Ford Mustang zum Einsatz kommen.

Electric GT empfiehlt übrigens, den Motor an ein Schaltgetriebe zu koppeln und bietet dafür bereits Adapterplatten an. Wobei man natürlich bei der Wahl des Getriebes darauf achten sollte, dass es grundsätzlich für das hohe Drehmoment der elektrischen Antriebseinheit ausgelegt ist. Von Automatikgetrieben rät Electric GT ab. Weil sie eine zusätzliche Hydraulikpumpe erfordern und „wegen der Ineffizienz von Drehmomentwandlern“. Wer beim Einbau Hilfe benötigt, erhält diese übrigens vom Electric GT-Team. Oder man wendet sich direkt an eine Fachwerkstatt seiner Wahl.

Der Preis des elektrischen Crate-Engines von Electric GT steht noch nicht fest, soll aber noch bis zum Jahresende bekanntgegeben werden.

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Feine Sache. Damit würde ich meinen Verbrenner auf jeden Fall umrüsten.
Blödsinn. Ich kaufe mir lieber ein E-Auto, das auch als solches konzipiert wurde.

Fazit

Ein Elektromotor in V8-Form, der auch noch selbst in viele unterschiedliche Automodelle eingebaut werden kann: Könnte sein, dass Electric GT mit seinem Crate Engine das Beste aus mehreren Welten vereint hat. So simpel wie es scheint dürfte der Einbau freilich nicht werden. Und um die Batterie muss sich jeder selbst kümmern. Aber seinen Reiz hat das Paket allemal – und damit das Potenzial, zum Verkaufsschlager zu werden.

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