Gebrauchte Elektrofahrzeuge gibt es immer mehr – für potenzielle Käufer bleibt die Antriebsbatterie allerdings ein Unsicherheitsfaktor. Wie viel Restkapazität ist tatsächlich vorhanden? Wie entwickelt sich der Batteriezustand in den kommenden Jahren? Und welches finanzielle Risiko besteht nach dem Kauf?
Genau an diesem Punkt setzt Aviloo mit einer neuen Batterie-Garantie an. Das Unternehmen aus Österreich erweitert seine bekannte Batteriediagnose-Technik um eine Absicherung, die auf unabhängigen Messdaten basiert und erstmals mit einem konkreten finanziellen Leistungsversprechen verbunden wird.
Batterie wird zum Verkaufsargument
Der Kern des neuen Angebots ist die Verknüpfung eines unabhängigen Batteriezertifikats mit einer zusätzlichen Garantie. Während das Zertifikat ausschließlich den aktuellen Gesundheitszustand der Hochvoltbatterie – den sogenannten State of Health (SoH) – dokumentiert, übernimmt die neue Garantie eine Absicherung gegen eine stärkere als prognostizierte Verschlechterung. Nach einer ersten Einführungsphase in Frankreich und Schweden startet die Markteinführung im Juli 2026 nun auch in Deutschland. Dazu soll das Angebot in Großbritannien, der Schweiz, Finnland, den Niederlanden, Österreich, Belgien und Irland verfügbar werden.
Aviloo sieht darin einen neuen Ansatz für das EV-Remarketing: Die Batterie soll nicht länger als schwer kalkulierbarer Kostenfaktor gelten, sondern als nachvollziehbar bewertbare Fahrzeugkomponente. "Die Aviloo Batterie-Garantie hebt den deutschen Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge auf ein neues Niveau", erklärt CEO Marcus Berger. Grundlage sei erstmals eine Garantie, die ausschließlich auf objektiven und unabhängigen Messdaten beruhe.
So funktioniert die Batterie-Garantie
Technische Basis der Garantie ist der Aviloo Flash Test – ein Schnelltest zur Bewertung des Batteriezustands, der bereits als unabhängiges Diagnoseinstrument im Markt etabliert ist. Die Garantie selbst wird als separates offizielles Dokument ausgegeben und bleibt organisatorisch vom eigentlichen Batteriezertifikat getrennt.
Der Mechanismus dahinter:
- Für jedes Fahrzeug wird ein individuelles Mindestniveau des State of Health berechnet.
- Dieses SoH-Limit darf innerhalb von zwölf Monaten beziehungsweise bis zu 20.000 Kilometern Fahrleistung nicht unterschritten werden.
- Grundlage der Berechnung ist die von Aviloo aufgebaute Batterie-Diagnosedatenbank.
- Tritt innerhalb des Garantiezeitraums dennoch eine stärkere Degradation auf, zahlt Aviloo nach eigenen Angaben 3.000 Euro Entschädigung und übernimmt zusätzlich die Kosten des Flash-Tests.
Damit entsteht erstmals ein klar definierter finanzieller Rahmen für den Batteriezustand gebrauchter Elektrofahrzeuge.
Unterstützung vom ZDK
Die Batterie-Garantie wird über Aviloo Connect verwaltet – ein neues digitales Dashboard für Händler, Verkaufsplattformen, Flottenbetreiber und Großhändler. Dort soll der gesamte Lebenszyklus eines Batterietests abgebildet werden: von der Datenerfassung über die Zertifizierung bis zur Ausstellung einer Garantie. Für professionelle Vermarkter gebrauchter Elektrofahrzeuge könnte das zusätzliche Transparenz schaffen – insbesondere im Leasingrücklauf, beim Inzahlungnahmeprozess und im Mehrmarkenhandel.
Kräftige Unterstützung erhält der Ansatz auch aus dem deutschen Kfz-Gewerbe. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) arbeitet bereits mit Aviloo im Bereich zertifizierter Batteriediagnosen zusammen. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn betont die Bedeutung nachvollziehbarer Informationen über den Zustand der Hochvoltbatterie: Für viele Interessenten sei die Batterie die zentrale Kaufentscheidung bei gebrauchten Elektrofahrzeugen. Aus Sicht des Verbands könnten Batteriezertifikate und ergänzende Garantieangebote dazu beitragen, Vertrauen in gebrauchte E-Autos aufzubauen und damit den Hochlauf der Elektromobilität insgesamt zu unterstützen.












